> > > Pettersson, Allan: Sämtliche Sinfonien
Sonntag, 21. Juli 2019

Pettersson, Allan - Sämtliche Sinfonien

Schmerzerfüllter Zyklus


Label/Verlag: cpo
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Dem Entdecker-Label cpo gebührt großes Lob für die Gesamteinspielung des neben den Symphonien Schostakowitschs wohl bedeutendsten Zyklus des 20. Jahrhunderts.

Heutzutage ist der schwedische Komponist Allan Pettersson (1911-1980) beinahe unbekannt und, anders als sein Zeitgenosse Schostakowitsch, lediglich Kennern der Neueren Musik ein Begriff. Er verlebte eine beklagenswerte Jugend im Stockholmer Arbeitermilieu und erlebte seine Jahre als Orchesterbratscher als Zwangsarbeit, während seine eigenen Kompositionen ihm praktisch keinerlei Anerkennung einbrachten. Ab der Mitte der 50er Jahre litt er unter einer äußerst schmerzhaften Polyarthritis, die jede Bewegung zur Qual werden ließ, seine schöpferischen Energien jedoch nicht beeinträchtigte: In den letzten zehn Jahren entstanden mehr als die Hälfte seiner 17 zumeist einsätzigen Symphonien. Alle Werke seines Symphonie-Zyklus sind Zeugnisse seiner Lebenserfahrung, schildern Schmerz, Krankheit und Verzweiflung. Dies geschieht nicht subtil, sondern mit einer denkbar realistischen Direktheit, die eine unmittelbare verstörende Wirkung auf den Hörer hat. Tatsächlich ist die 6. Symphonie – wenn mir diese Bemerkung erlaubt ist – das depressivste und gleichzeitig eines der eindrucksvollsten Werke, die ich je gehört habe.

Dem Entdecker-Label cpo gebührt großes Lob für die Gesamteinspielung des neben den Symphonien Schostakowitschs wohl bedeutendsten Zyklus des 20. Jahrhunderts. Verschiedene Orchester und Dirigenten waren an diesem Projekt beteiligt, das sich über mehrere Jahre erstreckte und zwölf CD’s hervorbrachte, die jetzt gesammelt in einer Box vorliegen. Hervorhebend zu nennen ist hier die Einspielung der Siebten Symphonie mit dem Philharmonischen Staatsorchester Hamburg unter Gerd Albrecht, die den Preis der Deutschen Schallplattenkritik gewann. Weiterhin zu erwähnen sind das BBC Scottish Symphonie Orchestra, das Rundfunk-Sinfonieorchester Saarbrücken, das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin, das Schwedische Radio-Symphonie-Orchester und die Radio-Philharmonie Hannover sowie die Dirigenten Peter Ruzicka, Johan Arnell, Manfred Trojahn, Manfred Honeck, Thomas Sanderling und besonders Alun Francis, der bei der Hälfte der Aufnahmen die Federführung besaß. Obgleich als Manko anzumerken wäre, dass sich in puncto Interpreten kein roter Faden durch das Projekt zieht, haben alle Mitwirkenden Großes geleistet und sind zu überzeugenden Ergebnissen gelangt, die das symphonische Œuvre Petterssons trotz allem denkbar einheitlich als expressiven Komplex darstellen. Durchweg werden raffinierte Farbspektren sorgfältig gegen massive, dissonant-herbe Flutwellen abgegrenzt, ohne die innere Organik der zumeist einsätzigen Kolossalkompositionen zu verletzen. Gleichzeitig ist die emotionale Ebene dieser zutiefst sinnliche Musik nie in Gefahr, Opfer einer zu stark aufbrausenden orchestralen Gewalt zu werden.

Zu der hervorragenden Aufnahmequalität, durch die die gleichermaßen lebendigen wie klanglich differenzierten Präsentationen begünstigt werden, gesellen sich vorbildliche Booklets, die nicht nur grundlegende Informationen zum Leben Petterssons liefern, sondern auch mit analytischen Anmerkungen samt Notenbeispielen den Zugang zu dieser Musik

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:




Markus Rubow Kritik von Markus Rubow,


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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Pettersson, Allan: Sämtliche Sinfonien

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Spielzeit:
Aufnahmejahr:
cpo
12
20.11.2006
755:53
2004
Medium:
EAN:
BestellNr.:

CD
761203724727
CPO 777 247-2


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Pettersson, Allan
 - Sinfonie Nr. 2 & Sinfonischer Satz -
 - Sinfonie Nr. 3 & 4 -
 - Sinfonie Nr. 5 & 16 -
 - Sinfonie Nr. 6 -
 - Sinfonie Nr. 7 -
 - Sinfonie Nr. 8 -
 - Sinfonie Nr. 9 -
 - Sinfonie Nr. 10 & 11 -
 - Sinfonie Nr. 12 -
 - Sinfonie Nr. 13 -
 - Sinfonie Nr. 15 -
Ruzicka, Peter


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Dirigent(en):Arnell, Johan
Trojahn, Manfred
Honeck, Manfred
Albrecht, Gerd
Sanderling, Thomas
Francis, Alun
Orchester/Ensemble:Rundfunk Kammerorchester Saarbrücken
Swedish Radio Symphony Orchestra
Philharmonisches Staatsorchester Hamburg
NDR Radiophilharmonie
Deutsches Symphonie-Orchester Berlin
BBC Scottish Symphony Orchestra


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cpo

Wohl kaum ein zweites Label hat in letzter Zeit soviel internationale Aufmerksamkeit erregt wie cpo. Die Fachwelt rühmt einhellig eine überzeugende Repertoirekonzeption, die auf hohem künstlerischen Niveau verwirklicht wird und in den Booklets eine geradezu beispielhafte Dokumentation erfährt. Der Höhepunkt dieser allgemeinen Anerkennung war sicherlich die Verleihung des "Cannes Classical Award" für das beste Label (weltweit!) auf der MIDEM im Januar 1995 und gerade wurde cpo der niedersächsische Musikpreis 2003 in "Würdigung der schöpferischen Leistungen" zuerkannt.
Besonders stolz macht uns dabei, daß cpo - 1986 gegründet - in Rekordzeit in die Spitze vorgestoßen ist. Das Geheimnis dieses Erfolges ist einfach erklärt, wenn auch schwierig umzusetzen: cpo sucht niemals den Kampf mit den Branchenriesen, sondern füllt mit Geschick die Nischen, die von den Großen nicht besetzt werden, weil sie dort keine Geschäfte wittern. Und aus mancher Nische wurde nach einhelliger Ansicht der Fachwelt mittlerweile ein wahres Schmuckkästchen.
Am Anfang einer Repertoire-Entscheidung steht bei uns noch ganz altmodisch das Partituren-lesen, denn nicht alles, was noch unentdeckt ist, muß auch auf die Silberscheibe gebannt werden. Andererseits gibt es - von der Renaissance bis zur Moderne - noch sehr viele wahre musikalische Schätze zu heben, die oft näher liegen, als man meint. Unsere großen Werk-Editionen von Pfitzner, Korngold, Hindemith oder Pettersson sind nicht umsonst gerühmt worden. In diesem Sinne werden wir fortfahren.
Letztendlich ist unser künstlerisches Credo ganz einfach: Wir machen die CDs, die wir schon immer selbst haben wollten. Seien Sie herzlich zu dieser abenteuerlichen Entdeckungsfahrt eingeladen!


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