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Freitag, 19. Juli 2019

Bach, Johann Sebastian - Cantatas

Von Sünde, Tod und Herzeleid


Label/Verlag: BIS Records
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Die erstaunliche Bach-Kompetenz der japanischen Sängerinnen und Sänger des Bach Collegiums Japan wurde vielfach hervorgehoben.

Folge 29 von Masaaki Suzukis monumentalem Bach—Kantatenprojekt ist vier Werken gewidmet, die alle zu den eher düster-verhaltenen als festlich strahlenden Kantaten des großen Thomaskantors gehören. Um Sünde, Leid und Elend geht es in den Texten zumeist, doch auch um Hoffnung, Gottvertrauen und Zuversicht.

Musikalische Höhepunkte

Ein Glanzpunkt der Aufnahme ist die Kantate ‚Aus tiefer Not schrei ich zu dir’, die mit einer kontrapunktisch strengen, motettenartigen Vertonung der ersten Strophe des Chorals im stile antico beginnt; dieser Eingangschor hat ein Pendant in der Kantate ‚Ach Gott, vom Himmel sieh darein’ BWV 2. Einen schmeichelnd sanften Ton verleihen die Oboe d’amore dem Eingangschor und der Duettarie Nr. 5 der Kantate ‚Ach Gott, wie manches Herzeleid’ BWV 3. Der zweite Satz dieser Kantate kombiniert auf geniale Weise Rezitativ und Choral – in allen Sätzen des Werkes dominiert die Choralmelodie. Überhaupt haben alle Kantaten Choräle als Ausgangsbasis, alle stammen aus den Jahren 1724 und 1725. Sie sind damit als Spätwerke innerhalb von Bachs Kantatenschaffen ausgewiesen und zeigen vielfältige Facetten von Bachs Meisterschaft.

Das Sängerteam

Trotz eines gewissen Grundstocks von Sängerinnen und Sängern gibt es in Suzukis Team immer eine gewisse Fluktuation. Diesmal hat er die deutsche Sopranistin Dorothee Mields verpflichtet: Eine erstklassige Wahl, denn Frau Mields verfügt nicht nur über eine der schönsten und klarsten Sopranstimmen, die aktuell zu hören sind, sondern sie vermag auch aus dem Text heraus musikalisch zu gestalten. Bei Pascal Bertin machen sich Defizite in der Aussprache unangenehm bemerkbar: Seine Interpretation klingt gekünstelt, auch wenn er in den Rezitativen um Wortdeutlichkeit bemüht ist: Namentlich in den Arien wird deutlich, dass Deutsch nicht seine Muttersprache ist. Das stört bei so stark am Wort orientierter Musik wie bei Bach. Schade, denn Bertins Altstimme ist klangschön und flexibel. Was Bertin schuldig bleibt, das liefert Gerd Türk: Eine in der Diktion und der Wortausdeutung ausgefeilte Interpretation. Der Bass Peter Kooij ist ein Routinier, einer der erfahrensten Bach-Sänger überhaupt. In seiner Kompetenz kommt ihm allenfalls Klaus Mertens gleich. Kooij ist ein idealer Bach-Interpret: Er findet immer den rechten Ausdruck, etw wenn es um polterndes Imponiergehabe geht wie in der Arie ‚Weicht, all ihr Übeltäter’ – schade, dass Kooij in den vier Werken wenig Entfaltungsmöglichkeiten hat.

Bach-Kompetenz ‚Made in Japan’

Die erstaunliche Bach-Kompetenz der japanischen Sängerinnen und Sänger des Bach Collegiums Japan wurde vielfach hervorgehoben: Tatsächlich singen sie wortdeutlicher als manch deutscher Chor. Auch die instrumentalen Leistungen sind durchwegs untadelig und bewegen sich auf allerhöchstem Niveau. Manche Entscheidungen in der Besetzung erscheinen etwas fragwürdig, etwa der Einsatz des Cembalos in BWV 38, aber Suzuki hat einen ausführlichen, fundierten Einführungstext geschrieben, in dem er auch auf solche Probleme eingeht. Klanglich ist die SACD sehr gut geworden, erfreulich ist, dass man das Booklet nicht hineinschieben muss, sondern einfach einlegen kann – eine Idee, die Schule machen sollte, denn so wird die Beschädigung verhindert.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:




Dr. Franz Gratl Kritik von Dr. Franz Gratl,


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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Bach, Johann Sebastian: Cantatas

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
BIS Records
1
18.11.2005
Medium:
EAN:

CD
7318599914619


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Bach, Johann Sebastian


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Dirigent(en):Suzuki, Masaaki
Interpret(en):Mields, Dorothee
Bertin, Pascal
Türk, Gerd
Kooij, Peter


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BIS Records

Most record labels begin with a need to fill a niche. When Robert von Bahr founded BIS in 1973, he seems to have found any number of musical niches to fill. The first year's releases included music from the renaissance, Telemann on period instruments, Birgit Nilsson singing Sibelius and works by 29 living composers - Ligeti and Britten as well as Rautavaara and Sallinen - next to Purcell, Mussorgsky and Richard Strauss. A musical chameleon was born, a label that meant different things to different - and usually passionate - devotees.


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