> > > Paradise Lost: Anna Prohaska, Julius Drake
Sonntag, 14. August 2022

Paradise Lost - Anna Prohaska, Julius Drake

Zwischen Himmel und Erde


Label/Verlag: Alpha Classics
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Anna Prohaska und Julius Drake suchen nach dem Paradies in der Musik

Bunter kann ein Liedprogramm nicht sein. Für ihr Konzeptalbum 'Paradise Lost' sind die Sopranistin Anna Prohaska und der Pianist Julius Drake auf der Suche nach geeignetem Material bei einundzwanzig Komponisten fündig geworden, von Henry Purcell bis Aribert Reimann. Ihre facettenreiche Auseinandersetzung rund um das Paradies umfasst sechs Teile. Sie spannen einen Bogen vom idyllischen Himmelsreich und Evas Erschaffung bis zu den Bürden des irdischen Lebens nach dem Sündenfall. Anna Prohaskas stilistische Wandlungsfähigkeit und ihre stimmliche Souveränität und Klarheit sind beeindruckend. Immer findet sie den treffenden Ton, ob für die subtile Klangwelt in Gabriel Faurés 'La Chanson d’Ève', die Vogelimitationen in Olivier Messiaens 'Bonjour toi, colombe verte' die ätherischen Aufschwünge in Maurice Ravels 'Air du feu' oder die sozialkritischen Songs von Hanns Eisler. Nur mit der Textverständlichkeit, speziell bei den deutschen Liedern, hapert es bisweilen. Julius Drake ist nicht nur ein aufmerksamer Begleiter am Piano, sondern gibt den Klavierparts Charakter und Farbigkeit. „Paradise Lost“ endet mit dem berückend schlicht gesungenen Folksong 'I Will Give My Love an Apple'. Die verbotene Frucht wird zur vokalen Verführung.


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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Paradise Lost: Anna Prohaska, Julius Drake

Label:
Anzahl Medien:
Alpha Classics
1
Medium:
EAN:
CD
3760014195815

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Bernstein, Leonard
Brahms, Johannes
Britten, Benjamin
Crumb, George
Debussy, Claude
Eisler, Hanns
Fauré, Gabriel
Ives, Charles
Mahler, Gustav
Messiaen, Olivier
Pfitzner, Hans
Purcell, Henry
Rachmaninoff, Sergej
Ravel, Maurice
Reimann, Aribert
Schubert, Franz
Schumann, Robert
Strawinsky, Igor


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Alpha Classics

"Haute-Couture-Label", "Orchidee im Brachland der Klassikbranche" oder schlicht "Wunder", das sind die Titel mit denen das französische Label ALPHA von der Fachpresse hierzulande bedacht wird. In der Tat ist die Erfolgsgeschichte des Labels ein kleines Wunder. Honoriert wurde hiermit die Pionierlust und Entdeckerfreude des Gründers Jean-Paul Combet und die außerordentliche Qualität seiner Künstler und Ensembles (z.B. Vincent Dumestre, Marco Beasley, Christina Pluhar u.v.a.), aber auch die auffallend schöne, geschmackvolle Präsentation der Serie "ut pictura musica" mit ihren inzwischen mehr als 200 Titeln. Das schwarze Front-Layout und die Grundierung mit venezianischem Papier im Innern sind mittlerweile genauso zum Markenzeichen geworden wie die ausgesprochen stimmungsvollen Fotografien der Aufnahmesitzungen durch den Fotografen Robin Davies. Das Programm umfasst die Zeitspanne von der mittelalterlichen Notre Dame-Schule bis hin zur klassischen Moderne, doch ist nach wie vor ein deutlicher Schwerpunkt auf Alte Musik zu erkennen. Innerhalb des Labels möchte die zweite, auch "Weiße Reihe" genannte, Serie "Les Chants de la terre" die ältesten Quellen musikalischen Ausdrucks erkunden. Mit Virtuosität und Spielfreude widmet man sich hier dem Beziehungsfeld von schriftlich überlieferten und mündlich weitergegebenen Musiktraditionen, um alte Melodien zu neuem Leben zu erwecken. Trotz akribischer musikwissenschaftlicher Recherche geht es hier nicht um eindimensionale, akademisch trockene Werktreue, sondern um lebendigen Umgang mit altem Material.


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