> > > Fauré, Gabriel: The Secret Fauré: Olga Peretyatko, Benjamin Bruns, Balthasar-Neumann-Chor, Sinfonieorchester Basel, Ivor Bolton
Montag, 14. Oktober 2019

Fauré, Gabriel: The Secret Fauré - Olga Peretyatko, Benjamin Bruns, Balthasar-Neumann-Chor, Sinfonieorchester Basel, Ivor Bolton

Magische Töne


Label/Verlag: Sinfonieorchester Basel
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Ivor Bolton und das Sinfonieorchester Basel erkunden zusammen mit Olga Peretyatko und Benjamin Bruns weniger Bekanntes von Gabriel Fauré.

Seit der Saison 2016/2017 wird das Sinfonieorchester Basel von Ivor Bolton geleitet. Dass die künstlerische Chemie zwischen ihnen stimmt, haben der Schweizer Traditionsklangkörper und der britische Dirigent schnell erkannt, so dass der Vertrag bereits nach zwei Jahren bis 2025 verlängert wurde. Die Partnerschaft trägt auch medial schöne Früchte, die sich in der Zusammenarbeit mit dem Großlabel Sony niederschlägt. Den Beginn bildet eine dreiteilige Reihe mit Werken von Gabriel Fauré, deren Auftakt vor kurzem erschienen ist. Unter dem Namen 'The Secret Fauré' stellt die Aufnahme weniger bekannte Werke des 1845 geborenen französischen Komponisten, in dessen Œuvre Lieder und Kammermusik eine zentrale Rolle spielten, in den Mittelpunkt. Es sind Konzertsuiten aus drei seiner Schauspielmusiken, ergänzt um einige nachträglich instrumentierte Klavierlieder und das Vorspiel zur Oper 'Pénélope'. Was bei all diesen Orchesterstücken auffällt, ist ihr intimer Charakter, den sie trotz der größeren Besetzung – in der 'Caligula-Suite' sind auch noch Chorstimmen integriert - bewahren. Es dominieren die leisen Töne, die zarten Stimmungen, ob es sich um die tragischen Ränke in 'Caligula' nach Alexandre Dumas, die nächtliche Atmosphäre in 'Shylock' nach Shakespeares 'Kaufmann von Venedig' oder die Liebes-Melancholie in 'Pelléas et Mélisande' nach Maeterlinck handelt.

Um es vorwegzunehmen: Die Einspielung erfüllt die in sie gesetzten Erwartungen in ganzem Maße. Denn Ivor Bolton holt aus seinen ‚Baslern‘ ein Maximum an Subtilität, harmonischer Eleganz und delikaten Schattierungen heraus. Jedes Stück klingt fein austariert, ist in exquisite Klangfarben getaucht und die Dynamik bis ins Pianissimo ausgereizt. Eines der schönsten Beispiele: die wie hingetupfte 'Air de Danse' in der 'Caligula'-Schauspielmusik. Genauso filigran lässt Bolton die vier Orchesterlieder spielen. Die Instrumentalisten sorgen für ein duftiges Fundament, aus dem sich der Sopran von Olga Peretyatkos kristallklar hervorhebt. Auch die Tenorpartie in 'Shylock' ist mit dem hell strahlenden Benjamin Bruns vokal attraktiv besetzt. Hinzu kommen die Frauen des Balthasar-Neumann-Chores, die in 'Caligula' erlesene und homogene Stimmkultur miteinbringen. Zum Hörvergnügen trägt der brillante Sound mit bei. Er ist so plastisch und transparent, dass kein instrumentales Detail untergeht. Im Booklet kann man viel Wissenswertes zu den Werken erfahren, die Gesangstexte sind in drei Sprachen abgedruckt. Nur auf die Biographien wurde verzichtet. Wer Fauré erstmals oder näher kennenlernen will, sollte an dieser CD nicht vorbeigehen.


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    Fauré, Gabriel: The Secret Fauré: Olga Peretyatko, Benjamin Bruns, Balthasar-Neumann-Chor, Sinfonieorchester Basel, Ivor Bolton

Label:
Anzahl Medien:
Sinfonieorchester Basel
1
Medium:
EAN:

CD
190758185828


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Fauré, Gabriel


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Sinfonieorchester Basel

Es gibt viele gute Gründe für eine Reise nach Basel – ein ganz besonderer ist sein Sinfonieorchester. Das Sinfonieorchester Basel ist eines der ältesten und zugleich innovativsten Orchester der Schweiz. In der Nordwestschweiz verankert, geniesst es eine starke überregionale und internationale Ausstrahlung. In seinen eigenen Konzertreihen, im Theater Basel sowie bei Gastspielen im In- und Ausland beweist es immer wieder aufs Neue seine hohe Klangkultur. Chefdirigent ist seit 2009 der renommierte amerikanische Dirigent und Pianist Dennis Russell Davies.

Die Gründung des Orchesters geht auf das Jahr 1876 zurück. Sie fällt damit in das Baujahr des akustisch hervorragenden Musiksaals im Basler Stadt-Casino, der auch heute noch die Spielstätte des Ensembles ist.

Unter den Dirigenten, die dem Sinfonieorchester Basel eng verbunden waren oder es noch sind, finden sich Namen wie Johannes Brahms, Felix Weingartner, Gustav Mahler, Wilhelm Furtwängler, Antal Dorati, Gary Bertini, Walter Weller, Armin Jordan, Horst Stein, Otto Klemperer, Nello Santi, Pierre Boulez, Marko Letonja, Valery Gergiev und Mario Venzago.Eine ganze Reihe bedeutender Werke des 20. Jahrhunderts – unter anderem von Béla Bartók, Arthur Honegger und Bohuslav Martinů – wurden vom Sinfonieorchester Basel uraufgeführt.

1997 fusionierte das Basler Sinfonie-Orchester mit dem Radio Sinfonieorchester Basel. Dabei wurde für das Ensemble der heute gültige Name gefunden: Sinfonieorchester Basel. Ein weiterer Meilenstein in der Geschichte des Orchesters war 2012 die Ablösung von der langjährigen Veranstalterin AMG (Allgemeine Musikgesellschaft Basel) und der gleichzeitige Aufbau einer eigenen Abonnement-Reihe.

Das Repertoire des Sinfonieorchesters Basel ist breit gefächert: Es reicht von der Wiener Klassik über die Romantik bis hin zu Kompositionen der jüngsten Moderne. Gezielt werden auch neue Konzertformen gesucht und Koproduktionen mit Jazz-, Rock- oder Techno-Acts realisiert. Unter Dennis Russell Davies baut das Orchester seine Stärken und sein Repertoire laufend aus. Schwerpunkte sind unter seinem Dirigat nebst Klassikern der Moderne auch Werke von schweizerischen und amerikanischen Komponisten. Davies und das Sinfonieorchester Basel pflegen eine enge Zusammenarbeit mit der Paul Sacher Stiftung Basel.

Zahlreiche international beachtete und zum Teil preisgekrönte CD-Produktionen dokumentieren das Schaffen des Sinfonieorchesters Basel. Gegenwärtig widmet sich das Orchester unter seinem Chefdirigenten Gesamteinspielungen der Sinfonien von Franz Schubert und Arthur Honegger.

Seit ein paar Jahren zeigt das Sinfonieorchester Basel vermehrt auch internationale Präsenz. So führte beispielsweise 2010 eine Tournee das Sinfonieorchester Basel nach China, und im Herbst 2012 gab das Orchester zwei gefeierte Gastspiele in St. Petersburg und Moskau. Im Frühling 2014 spielte das Orchester im Rahmen einer ausgedehnten England-Tournee Konzerte in London, Cambridge, Basingstoke, Coventry und Cardiff. Für den Frühling 2015 ist eine Tournee nach Südkorea und China geplant.


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