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Freitag, 19. Oktober 2018

Verdi, Giuseppe - Il Trovatore

Zweite Auflage


Label/Verlag: Arthaus Musik
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Im Vergleich mit Karajans Schallplattenproduktion anlässlich der Salzburger Festspiele 1977 hat diese Aufführung von Verdis 'Trovatorer' ungleich viel mehr Leben und Feuer. Und auch die Sänger wissen zu überzeugen.

Als ich sah, dass Karajans Salzburger 'Trovatore‘ bei Arthaus-Musik erscheint, war ich ehrlich gesagt zunächst etwas irritiert. 2004 war die Produktion doch erst bei TDK erschienen (damals unnötigerweise auf 2 DVDs). Wieder einmal also diese Hin- und Herverschiebungen auf dem Klassikmusikmarkt, die ggf. neue Covers mit sich bringen und beim Käufer das Gefühl bewirken, etwas Neues komme auf den Markt. Faktisch ist sogar die Startseite der DVD fast identisch.

‚Angestaubt‘ dachte ich damals, als ich auf einer anderen TDK-DVD den 'Trovatore‘-Trailer sah, und die ‚zweite Auflage‘ gibt mir nun die Gelegenheit, meine Meinung zu revidieren. Und in der Tat kann ich sie revidieren. Im Vergleich mit Karajans Schallplattenproduktion anlässlich der Salzburger Festspiele 1977 (von der nur Piero Cappuccilli als Graf Luna auch hier zu hören ist) hat diese Aufführung ungleich viel mehr Leben und Feuer. Zwar scheint die Inszenierung und auch die Ausstattung weiterhin ausgesprochen traditionell und gewissermaßen ‚angestaubt‘ (in gewisser Weise ein gewollter Effekt – siehe die Rezension von Miquel Cabruja) und Karajans Personenführung (insbesondere bei den Chören) kann man schlechterdings nur als laienhaft bezeichnen, da hilft auch Günther Schneider-Siemssens Bildregie nicht. Doch heben die Solisten den Opernabend weit über den Durchschnitt heraus.

Für Raina Kabaivanska kam die Leonora vielleicht ein paar Jahre zu spät – stimmlich ist sie nicht mehr ganz so frisch wie in früheren Jahren, jedoch immer noch eine ausgezeichnete Singdarstellerin. Mit Plácido Domingo und Piero Cappuccilli hat sie zwei um sie buhlende Sänger, die ihre Rollen umfassend füllen, auch wenn Cappuccilli (wie so oft so auch hier zu laut und hölzern) nicht ganz frisch und insbesondere in der Höhe etwas angestrengt klingt. Domingo übernahm faktisch als Einspringer den Manrico, nachdem in der Generalprobe Franco Bonisolli vom Wiener Publikum ausgebuht worden war. Musikalisch harmoniert er bestens mit Cappuccilli, und die (erst am Schluss enthüllte) Geschwisterlichkeit beider ist von Anfang an musikalisch greifbar. 1978 hatte Fiorenza Cossotto bereits eine zwanzigjährige Bühnenkarriere hinter sich und befand sich vielleicht auf dem Zenit ihres Könnens; ihre Azucena ist im Vergleich zu ihrer Schallplattenaufnahme von 1969 (unter Zubin Mehta, auch mit Domingo) stimmlich nicht im Geringsten gealtert, aber darstellerisch gereift; sie bietet für ihre Rolle all ihr Können, all ihre Facetten auf und ist der heimliche Star der Produktion. José van Dam ist ein luxuriöser Ferrando (was war damals noch möglich!), und bis auf einige Wackler ist der Chor (Einstudierung Helmuth Froschauer) ganz auf einer Höhe mit den anderen vokalen Kräften. Das Orchester der Wiener Staatsoper (d.h. also die Wiener Philharmoniker) ist bestens in Form. Insgesamt gilt der Livemitschnitt vom 1. Mai 1978 als legendär – der stürmische Beifall des Publikums ist verständlich, trotz der kleinen Abstriche, die jetzt aus der Distanz heraus vorzunehmen sind.

Leider bietet die DVD keinerlei Extras (nur Untertitel), nicht einmal das vom ORF offenbar mitgeschnittene Pausen-Interview mit Herbert von Karajan, auf das Gottfried Kraus in seinen leider zu kurzen Booklet-Anmerkungen Bezug nimmt. Klanglich ist die Produktion besser digitalisiert als optisch – ohne Frage wäre eine Farbrestaurierung und -auffrischung sinnig gewesen. Schade, dass auch die Neuauflage hier keine wirklichen Bemühungen der Verantwortlichen zur Optimierung des Vorhandenen gezeitigt hat.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:
Features:
Regie:







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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Verdi, Giuseppe: Il Trovatore

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Spielzeit:
Aufnahmejahr:
Arthaus Musik
1
11.01.2010
151:00
1978
EAN:
BestellNr.:

807280711790
107 117


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Arthaus Musik

Arthaus Musik wurde im März 2000 in München gegründet und hat seit 2007 seinen Firmensitz in Halle (Saale), der Geburtsstadt Georg Friedrich Händels.

Das Pionierlabel für Klassik auf DVD veröffentlicht nunmehr seit 13 Jahren hochkarätige Aufzeichnungen von Opern, Balletten, klassischen Konzerten, Jazz, Theaterinszenierungen sowie ausgesuchte Dokumentationen über Musik und Kunst. Mit bis zu 150 Veröffentlichungen pro Jahr sind bisher über 1000 Titel auf DVD und Blu-ray erschienen. Damit bietet Arthaus Musik den weltweit umfangreichsten Katalog von audiovisuellen Musik- und Kunstproduktionen und ist seit Gründung des Labels international führender Anbieter in diesem Segment des Home Entertainment Marktes.

In vielen referenzgültigen Aufzeichnungen sind die größten Künstler unserer Zeit wie auch aus vergangenen Tagen zu hören und zu sehen. Unter den Veröffentlichungen finden sich Aufnahmen mit Plácido Domingo, Cecilia Bartoli, Luciano Pavarotti, Maria Callas, Jonas Kaufmann, Elīna Garanča; mit Dirigenten wie Carlos Kleiber, Claudio Abbado, Nikolaus Harnoncourt, Lorin Maazel, Pierre Boulez, Zubin Mehta; aus Opernhäusern wie der Mailänder Scala, der Wiener Staatsoper, dem Royal Opera House Covent Garden, der Opéra National de Paris , der Staatsoper Unter den Linden, der Deutschen Oper Berlin und dem Opernhaus Zürich.

Zahlreiche Veröffentlichungen des Labels wurden mit internationalen Preisen ausgezeichnet, darunter der Oscar-prämierte Animationsfilm ?Peter & der Wolf? von Suzie Templeton, die aufwändig produzierte ?Walter-Felsenstein-Edition? und die von Sasha Waltz choreographierte Oper ?Dido und Aeneas?, die beide den Preis der deutschen Schallplattenkritik erhielten. Mit dem Midem Classical Award wurden u. a. die Dokumentationen ?Herbert von Karajan ? Maestro for the Screen? von Georg Wübbolt und ?Celibidache ? You don?t do anything, you let it evolve? von Jan Schmidt-Garre ausgezeichnet. Die Dokumentation ?Carlos Kleiber ? Traces to nowhere? von Eric Schulz erhielt den ECHO Klassik 2011.

Mit der Tochterfirma Monarda Arts besitzt Arthaus Musik eine ca. 900 Produktionen umfassende Rechtebibliothek zur DVD-, TV- und Onlineauswertung. Seit 2007 entwickelt das Unternehmen kontinuierlich die Sparte Eigenproduktion mit der Aufzeichnung von Opern, Konzerten, Balletten und der Produktion von Kunst- und Musikdokumentationen weiter.

Arthaus Musik DVDs und Blu-ray Discs werden über ein leistungsfähiges Vertriebsnetz, u.a. in Kooperation mit Naxos Global Distribution in ca. 70 Ländern der Welt aktiv vertrieben. Darüber hinaus veröffentlicht und vertreibt Arthaus Musik die 3sat-DVD-Edition und betreut für den Buchhandel u.a. die Buch- und DVD-Edition über Pina Bausch von L’Arche Editeur, Preisträger des Prix de l’Académie de Berlin 2010.


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