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Freitag, 19. Oktober 2018

Vaughan Williams, Ralph - Geistliche Chorwerke

Versteckte Preziosen


Label/Verlag: Naxos
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Naxos stellt einige vokale Schätze aus der Truhe Ralph Vaughan Williams' vor - leider in klangtechnisch etwas misslicher Präsentation.

Ralph Vaughan Williams (1872-1958) ist ein in Großbritannien auf CD bestens repräsentierter Komponist. Dennoch gibt es immer wieder Schätze, die noch gehoben werden können. Nun erwartet man von einer Naxos-CD mit Vaughan Williams-Chorwerken nicht unbedingt, dass sie CD-Premieren aufbieten, da man nicht erwartet, dass es solche noch geben kann. Auch das Äußere der CD gibt sich entsprechend bescheiden.

Nun sind diese gut 63 Minuten prall gefüllt mit Chorwerken, teilweise a cappella, teilweise mit Orgel, teilweise recht bekannt, teilweise echte Raritäten. Recht bekannt ist die Messe in g-Moll a cappella – auch für Naxos keine Novität (doch die einzige Überschneidung mit der Vaughan Williams-CD der Elora Festival Singers). Der Chor des Clare College Cambridge liefert unter der Leitung seines langjährigen Musikdirektors Timothy Brown eine makellos-poetische Wiedergabe. Zwar mag der Chorklang nicht ganz so perfekt verblendet sein wie bei regelrechten Profi-Ensembles, doch verleiht gerade dies der Messe eine Art humanitäre Komponente, die manch anderer Produktion fehlt. 'Vailiant-for-truth‘ nach John Bunyan liebe ich seit einer uralten LP mit dem Canterbury Cathedral Choir, doch auch hier bietet der gemischte Chor eine zusätzliche poetisch-raffinierte Komponente, die in der Aufführung mit Knabenchor auf ganz andere Art erreicht werden muss.

Doch sind diese beiden Werke tatsächlich die einzigen, die man als deutlich bekanntere Chorwerke Vaughan Williams’ bezeichnen kann. 'Three Choral Hymns‘ kannte ich bislang nur in der Orchesterfassung (bei Hyperion erschienen) – die Orgelfassung verleiht ihnen, wie auch dem Anthem 'Voice out of the Whirlwind‘ (auf einer anderen Naxos-CD in Orchesterfassung vorgelegt), eine ganz andere, genuin sakrale Komponente, die bei einem bekennenden Agnostiker die Frage nach seiner wirklichen Religiosität stellen muss – eine Frage, die Vaughan Williams sein ganzes schöpferisches Schaffen über immer wieder zu stellen ist. 'The souls of the righteous‘, 'Nothing is here for tears‘ und 'A Choral Flourish‘ sind drei weitere Miniaturen höchster Qualität, Gelegenheitskompositionen im allerbesten Sinne. 'A Vision of Aeroplanes‘ schließlich bietet ganz etwas Besonderes – einen hochvirtuosen Orgelpart, eine absolute Rarität bei Vaughan Williams. Für diesen Part wurde James McVinnie verpflichtet, stellvertretender Organist der Westminster Abbey (während sonst auf der CD der ‚Organ Scholar‘ Ashok Gupta den Orgelpart übernommen hat). Chorwerke höchster Qualität können wir hier entdecken, und es muss gefragt werden, warum sie nicht schon früher derart gebündelt produziert worden sind.

Zwei Wermutstropfen kann man jedoch leider nicht von der Hand weisen: die problematische Aufnahmetechnik. Die Aufnahmen fanden im Juli 2009 in den Kapellen des St. John’s und des Jesus College Cambridge statt, in halligen Räumen, und die Mikrofonstellung tut nicht das ihre, um den Chor optimal einzufangen. So wird die Textverständlichkeit arg beeinträchtigt, auch die Wirkungskraft von Vaughan Williams’ polyphonen Strukturen. Im Endeffekt hat der Rezensent gar das Gefühl, eine Einspielung mit dem Trinity College Choir Cambridge wäre wohl besser gewesen. Doch mag dieser Eindruck sich tatsächlich aus der problematischen Aufnahmetechnik ergeben und der Chorleistung selbst gegenüber unangemessen sein. Dass das Booklet (mit einem Text von der Hand des Chorleiters selbst) nur einen englischen Text enthält und man sich die Gesangstexte selbst downloaden muss, schlägt ebenfalls negativ zu Buche.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Vaughan Williams, Ralph: Geistliche Chorwerke

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Naxos
1
01.02.2010
EAN:

747313246571


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Naxos

Als der Unternehmer Klaus Heymann 1982 für seine Frau, die Geigerin Takako Nishizaki in Hongkong das Plattenlabel Marco Polo gründete, war dies der Beginn einer beispiellosen Erfolgsgeschichte. Fünf Jahre später rief Heymann das Label NAXOS ins Leben, das in der Klassikwelt längst zur festen Größe geworden ist und es bis heute versteht, hohe Qualität zu günstigen Preisen anzubieten. Der einzigartige und sich ständig erweiternde Katalog des Labels umfasst mittlerweile über 8.000 CDs mit mehr als 130.000 Titeln - von Kostbarkeiten der Alten Musik über sämtliche berühmten "Klassiker" bis hin zu Schlüsselwerken des 21. Jahrhunderts. Dabei wird der Klassik-Neuling ebenso fündig wie der Klassikliebhaber oder -sammler. International bekannte Künstler wie das Kodály Quartet, die Geigerin Tianwa Yang, der Pianist Eldar Nebolsin und die Dirigenten Marin Alsop, Antoni Wit, Leonard Slatkin und Jun Märkl werden von NAXOS betreut. Darüber hinaus setzt NAXOS modernste Aufnahmetechniken ein, um höchste Klangqualität bei seinen Produktionen zu erreichen und ist Vorreiter in der Produktion von hochauflösenden Blu-ray Audios - Grund genug für das renommierte britische Fachmagazin "Gramophone", NAXOS zum "Label of the Year" 2005 zu küren. Auch im digitalen Bereich nimmt NAXOS eine Vorreiterrolle ein: Bereits seit 2004 bietet das Label mit der NAXOS MUSIC LIBRARY ein eigenes Streamingportal mit inzwischen über 1 Million Titel an und unterhält mit ClassicsOnline zudem einen eigenen Download-Shop.


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