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Donnerstag, 24. Mai 2018

Prokofjew, Sergei - Romeo und Julia

Klassiker


Label/Verlag: EuroArts
Detailinformationen zum besprochenen Titel


MacMillans 'Romeo und Julia' ist ein Klassiker; und wie bei so vielen Klassikern überzeugt die Qualität nicht in jeder Hinsicht.

Kenneth MacMillan (1929-1992) gehörte zu den bedeutendsten Choreographen des 20. Jahrhunderts. 1946 wurde er Mitglied des Ensembles des damaligen Sadler’s Wells Theatre Ballet. Schon 1953 trat er erstmals als Choreograph in Erscheinung, 1956 entstand seine Originalchoreographie 'Solitaire' auf Musik von Malcolm Arnold. 1965 wurde er Hauschoreograph des Royal Ballet. Aus demselben Jahr stammt seine Choreographie von Prokofjeffs 'Romeo und Julia', die 1966 von Paul Czinner mit der Premierenbesetzung Rudolf Nureyev und Margot Fonteyn verfilmt wurde. In diesem Jahr begann die internationale Karriere MacMillans, er wurde Leiter der Choreographie an der Deutschen Oper Berlin und kehrte 1970 als Nachfolger von Frederick Ashton als Direktor zum Royal Ballet zurück. Bis zu seinem Lebensende blieb er dem Ensemble als Chefchoreograph verbunden; 2009 erschien seine Biografie.

Mehrere Fernsehfassungen von MacMillans Choreographie von 'Romeo und Julia' liegen vor, allen voran die Verfilmung von 1966 mit dem Orchester der Covent Garden Opera unter der musikalischen Leitung von John Lanchbery, an der sich jede neue Fassung messen lassen muss. Monica Parker, Georgina Parkinson und Julie Lincoln haben MacMillans Choreographie für die Bühne der Mailänder Scala adaptiert, wo der hier zu besprechende Mitschnitt im Januar 2000 entstand. Prinzipiell ist zu sagen, dass von der hochgradig stilisierten Choreographie MacMillans nicht mehr viel übrig ist – an ihre Stelle ist eine charmante, aber keineswegs mehr epochemachende Deutung getreten.

Alessandra Ferri (geb. 1963) und Angel Corella (geboren 1975) tanzen die Titelrollen und sind in der vorliegenden Produktion erstmals gemeinsam zu erleben. Die aus Mailand stammende Ferri war 1980 bis 1984 Mitglied des Royal Ballet – aus dem Jahr ihres Abschieds von diesem Ballett gibt es einen Mitschnitt ihrer Julia unter MacMillan selbst; von 1992 bis 2007 gehörte sie dem Ensemble des Balletts der Mailänder Scala an. Der aus Madrid gebürtige Corella erwarb sich früh höchste Auszeichnungen im internationalen Ballettgeschäft, schloss sich aber nicht exklusiv einer Kompanie an; vielmehr gründete er selbst im April 2008 das Corella Ballet Castilla y Leon.

Musikalisch steht, wie so oft bei Ballettaufführungen, nicht alles zum Besten. Insbesondere die Streicher des Orchesters der Mailänder Scala zeigen nicht jene Sorgfalt und Raffinesse, die Prokofjeffs Partitur fordert. David Garforth war als Ballettdirigent in Mailand häufig zu hören, seine Einfühlung in die Choreographie ist ein wichtiger Bestandteil zum Gelingen der gesamten Choreographie. 2002 wurde Garforth als erstem Dirigenten überhaupt der Italienische Tanzpreis – insbesondere für seine Verdienste an der Scala – überreicht. Und in der Tat ist jeden Moment zu spüren, wie exakt Garforth die tänzerische Handlung begleitet. Leider lässt er dem Orchester gelegentlich die Zügel schleifen, obwohl es für mangelnde Sorgfalt bekannt ist, wenn man es nicht hart an die Kandare nimmt.

Die Bildregie Tina Protasonis hingegen ist von erfreulicher Sorgfalt, und ähnliche Sorgfalt hätte man sich von der DVD-Produktion gewünscht. Außer einem Tracklisting, einer allzu knappen Inhaltsangabe und einer nicht wirklich erschöpfende, nur eine knappe Seite lange Einführung in die vorliegende Produktion bleibt man auf dem Trockenen sitzen, auch auf der DVD gibt es keinerlei Extras.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:
Features:
Regie:







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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Prokofjew, Sergei: Romeo und Julia

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
EuroArts
1
11.01.2010
EAN:

880242505781


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EuroArts

EuroArts Music International ist im Bereich audio-visueller Klassikproduktionen eine der weltweit führenden Produktions- und Distributionsfirmen. Das 1979 gegründete Unternehmen produziert jährlich 10-15 hochwertige Klassik-Programme – darunter Konzertaufzeichnungen in aller Welt sowie aufwändige Dokumentationen.

Renommierte, preisgekrönte Programme und Events haben EuroArts Music zu einem exzellenten internationalen Ruf verholfen. Eine intensive und langjährige Partnerschaft verbindet EuroArts Music mit führenden Klangkörpern wie den Berliner Philharmonikern, dem Mariinsky Theater Orchester, dem Lucerne Festival Orchestra, der Staatskapelle Berlin, dem Gewandhausorchester Leipzig und vielen anderen.

Die alljährlichen Aufzeichnungen des EUROPAKONZERTs, des Waldbühnen- und Silvester-Konzerts der Berliner Philharmoniker sind erfolgreiche und weltweit etablierte Musikprojekte von EuroArts Music. Im August 2005 produzierte und übertrug EuroArts Music live das weltweit beachtete Ramallah-Konzert des West-Eastern Divan Orchestra unter Daniel Barenboim. Im Januar 2006 produzierte EuroArts Music die erste Klassik-Live-Übertragung von Peking nach Europa (u.a. mit Lang Lang). Die weltweit einmaligen Musik-TV-Formate 24hoursBach und 24hoursMozart wurden zu zwei international erfolgreichen Musikevents dieses Unternehmens.

In 2012 wurde ein kompletter Prokofiev-Zyklus mit sämtlichen Sinfonien und Klavierkonzerten aufgezeichnet.

Seit vielen Jahren verbindet EuroArts Music eine enge Zusammenarbeit mit herausragenden Künstlern wie Daniel Barenboim, Sir Simon Rattle, Valery Gergiev, Claudio Abbado, Martha Argerich, Yuja Wang und András Schiff sowie renommierten Regisseuren Bruno Monsaingeon, Frank Scheffer und Peter Rosen. Das Ergebnis sind Gesamtaufnahmen wie „The Beethoven Symphonies“ (Abbado/Berliner Philharmoniker) und preisgekrönte Dokumentationen wie Claudio Abbado – Hearing the Silence“ oder „Multiple Identities – Encounters with Daniel Barenboim“. 2006 wurde die EuroArts Music Produktion „Knowledge is the Beginning“ mit dem International Emmy Award (Arts Programming) ausgezeichnet. Der Dokumentarfilm wurde 2007 mit weiteren Preisen geehrt, darunter der FIPA D'OR Grand Prize 2007 (Kategorie „Performing Arts”) sowie als „Best Arts Documentary„ bei dem renommierten 2007 Banff World Television Festival.

Innovation und Qualität bildeten von Anfang an die Grundpfeiler der Firma. Zahlreiche internationale Auszeichnungen bestätigen dies, darunter:

Oscar® für die Koproduktion von „Journey of Hope”

Grammy Award für „Kurt Weill’s: Rise and Fall of the City of Mahagonny”

Emmy Award und ECHO Klassik für „Knowledge is the Beginning”

2 weitere ECHOs für „A Surprise in Texas” (ECHO Klassik) und

„Django Reinhardt- Three-fingered Lighnting” (ECHO Jazz)

Peabody Award für „Blue Note – A Story of Modern Jazz”

National Education Award (USA) für „Sir Peter Ustinov: Celebrating Haydn”

 

Sowie folgende Nominierungen:

 

Emmy Award für „Robbie Robertson”

Rocky und Grammy Award für „Blue Note – A Story of Modern Jazz”

 

Der Katalog von EuroArts Music umfasst rund 1.800 Musikprogramme, darunter gehören neben EuroArts Eigenproduktionen auch Programme von zahlreichen unabhängigen Produktionsfirmen.
Das in Berlin ansässige Unternehmen vertreibt seine Programme weltweit selbst. EuroArts Music gehört auch im Vertrieb von audio-visuellen Musikproduktionen (TV und DVD/Blu-ray) zu den weltweit führenden Distributoren.

Viele eigene Produktionen werden weltweit auf dem eigenen Label EuroArts als DVD und Blu-ray, sowie als digitales Produkt vermarktet.

Seit 2016 werden die physischen Produkte durch Warner Music vertrieben.


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