> > > Respighi: Concerto All'antica, Airs and Dances: Davide Alogna, Chamber Orchestra of New York, Salvatore di Vittorio
Mittwoch, 17. August 2022

Respighi: Concerto All'antica, Airs and Dances - Davide Alogna, Chamber Orchestra of New York, Salvatore di Vittorio

Respighi von seiner schwachen Seite


Label/Verlag: Naxos
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Schwache Werke, schwache Interpretationen: Der Gesamteindruck dieser Respighi-CD ist sehr ungünstig.

Ottorino Respighi, Schöpfer beeindruckender orchestraler Tongemälde, hat auch einige hörenswerte Instrumentalkonzerte geschrieben. Das 1908 entstandene 'Concerto all`antica' für Violine und Orchester gehört allerdings leider nicht dazu. Der Versuch des Italieners, gleichsam ein ‚Konzert im alten Stil‘ zu verfassen, hat zu einem bemerkenswert uninspirierten Stück geführt, in dem vor allem die starren Begleitakkorde der Streicher irritieren. Respighi sequenziert hier zu häufig, man wird das Gefühl nicht los, es sei ihm einfach nichts eingefallen. Auch der Solopart kann den Hörer nicht wirklich überzeugen, die Violine quält sich recht langatmig durch das insgesamt 30 Minuten dauernde Konzert.

Hörbare Unsauberkeiten

Keine günstigen Voraussetzungen also für Interpreten, die sich des Werkes dennoch annehmen – selbst erstklassige Musiker können ein Stück kaum besser machen, als es ist. In der vorliegenden Aufnahme wird man nun aber das Gefühl nicht los, dass die Interpreten genau das im Hinterkopf hatten: Dass sie nämlich mit diesem Werk ohnehin kaum etwas gewinnen können. Fast schon gelangweilt kratzt und schabt sich Solist Davide Alogna mit dürrem Ton und einigen hörbaren Unsauberkeiten durch den Solopart, als ob das alles nicht so schlimm wäre. Nur wenig besser wirkt die Leistung des New Yorker Kammerorchesters, das mit den teilweise fast trivialen Begleitfigurationen sicherlich nicht überfordert ist. Für die Überlänge zumal des ersten Satzes können die Musiker nichts, aber wie sie das Stück insgesamt angreifen, ist schon eine Enttäuschung – man wird als Konsument das Gefühl nicht los, dass diese Produktion vor allem schnell fertig werden musste und beim Label Naxos nicht viel kosten durfte. Daran hat auch das recht hallige Klangbild einen gewissen Anteil.

Allenfalls eine Spur gelungener wirken die 'Antiche danze ed arie per liuto', drei Suiten im alten Stil, die immerhin durch ihre Kompaktheit die Überlängen des Konzertes vermeiden. Die Kompositionen sind nette Gelegenheitswerke, die einigermaßen sauber musiziert werden, aber im Vergleich zu Respighis besten Werken stehen sie dennoch zurück. Dirigent Salvatore Di Vittorio, der im 'Concerto all‘ antica' wohl vor allem froh war, als das Ende erreicht war, blüht hier ein wenig auf – aber der Gesamteindruck bleibt trotzdem blass. Gut möglich, dass die eine oder andere Suite eine Chance als Zugabe im Konzertsaal hat. Für Hörer, die Respighi beispielsweise als Schöpfer der 'Römischen Triologie' kennen und schätzen, dürfte die Enttäuschung hier allerdings groß sein. Zu schwach sind die Werke selbst, und noch schwächer ist ihre Interpretation.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Bisherige Kommentare zu diesem Artikel

  1. Es geht deutlich besser
    Den Gegenbeweis, das die Musik nicht so schlecht klingen muss, haben vor mehr als 30 Jahren Ingolf Turban und das English Chamber Orchestra unter Marcello Viotti angetreten. Manchmal war es früher denn doch deutlich besser...

    bedford, 07.06.2021, 09:13 Uhr
    Registriert seit: 24.11.2008

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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Respighi: Concerto All'antica, Airs and Dances: Davide Alogna, Chamber Orchestra of New York, Salvatore di Vittorio

Label:
Anzahl Medien:
Naxos
1
Medium:
EAN:

CD
747313390175


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Respighi, Ottorino


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Naxos

Als der Unternehmer Klaus Heymann 1982 für seine Frau, die Geigerin Takako Nishizaki in Hongkong das Plattenlabel Marco Polo gründete, war dies der Beginn einer beispiellosen Erfolgsgeschichte. Fünf Jahre später rief Heymann das Label NAXOS ins Leben, das in der Klassikwelt längst zur festen Größe geworden ist und es bis heute versteht, hohe Qualität zu günstigen Preisen anzubieten. Der einzigartige und sich ständig erweiternde Katalog des Labels umfasst mittlerweile über 8.000 CDs mit mehr als 130.000 Titeln - von Kostbarkeiten der Alten Musik über sämtliche berühmten "Klassiker" bis hin zu Schlüsselwerken des 21. Jahrhunderts. Dabei wird der Klassik-Neuling ebenso fündig wie der Klassikliebhaber oder -sammler. International bekannte Künstler wie das Kodály Quartet, die Geigerin Tianwa Yang, der Pianist Eldar Nebolsin und die Dirigenten Marin Alsop, Antoni Wit, Leonard Slatkin und Jun Märkl werden von NAXOS betreut. Darüber hinaus setzt NAXOS modernste Aufnahmetechniken ein, um höchste Klangqualität bei seinen Produktionen zu erreichen und ist Vorreiter in der Produktion von hochauflösenden Blu-ray Audios - Grund genug für das renommierte britische Fachmagazin "Gramophone", NAXOS zum "Label of the Year" 2005 zu küren. Auch im digitalen Bereich nimmt NAXOS eine Vorreiterrolle ein: Bereits seit 2004 bietet das Label mit der NAXOS MUSIC LIBRARY ein eigenes Streamingportal mit inzwischen über 1 Million Titel an und unterhält mit ClassicsOnline zudem einen eigenen Download-Shop.


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