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Mittwoch, 17. Oktober 2018

Werke von Cowen & Somervell - Klavierkonzerte

Musik aus dem Land ohne Musik


Label/Verlag: Hyperion
Detailinformationen zum besprochenen Titel


In der Reihe "The Romantic Piano Concerto" liegen zwei Beiträge von Frederic Hymen Cowen und Arthur Somervell vor. Sie werden von Martin Roscoe und dem BBC Scottish Symphony Orchestra unter der Leitung von Martyn Brabbins spannend dargeboten.

Zum achten Mal befasst sich die Reihe ‚The Romantic Piano Concerto‘ nunmehr mit britischer Musik, mit Musik aus einem Land, das sich selbst das Diktum – aus Zeiten des Ersten Weltkrieges – eines ‚Landes ohne Musik‘ angeeignet hat. Was allein schon dafür spricht, dass dieses Diktum entweder aus Ignoranz oder aus Propaganda geprägt wurde (ersteres ist der Fall). Zwar gehören die beiden Komponisten auf der vorliegenden CD nicht zu den bekanntesten Briten der Jahrhundertwende. Aber wer tut das schon? Wird wohl die einstündige posthum ‚ausgearbeitete Fassung‘ des Elgar-Klavierkonzerts jemals in der Reihe erscheinen (eine gekürzte Version wurde bei Dutton vorgelegt)?

Hier haben wir also Frederic Hymen Cowen und Arthur Somervell, zwei Komponisten, die heute zwar vergessen sind, die aber zu Lebzeiten immerhin in den Ritterstand erhoben wurden. Cowen (1852–1935) war nicht nur als Komponist, sondern auch als Dirigent äußerst erfolgreich. Immerhin einige seiner Sinfonien liegen mittlerweile auf CD vor. Cowen ist ein brillanter Komponist, sein Konzertstück aus dem Jahre 1897 ein ‚Showpiece‘ im besten Sinne, in der Nachfolge Griegs, Schumanns und Liszts, sehr ‚tuneful‘, musikalisch reich und äußerst dankbar – spätromantisch im allerbesten Sinne, gar nicht so fern Tschaikowsky oder Saint-Saëns. Dabei macht Cowen deutlich klar, dass er kein Konzert, sondern ein ‚Concertstück‘ vorlegt, ist es doch sowohl von der Konzeption als auch von der musikalischen Faktur her weniger schwer als die beiden folgenden Werke.

1912, kurz vor dem Ersten Weltkrieg entstand 'Normandy', ein substanzielles symphonisches Variationswerk von Arthur Somervell (1863–1937), das die ganz eigene Klangästhetik dieses Komponisten, der erst in den letzten Jahren wieder ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zurückkehrt, bestens hervorhebt (die Uraufführung 1913 spielte Donald Tovey). Orchester- und Klavierpart sind bestens ausgearbeitet, auch wenn auch hier der Klaviersatz teilweise noch klar (für manchen vielleicht allzu klar) in der Schumann-Nachfolge steht. Effektvolle, den Konzertsaal bereichernde Kompositionen sind sowohl 'Normandy' als auch das 1921 uraufgeführte 'Highlands'-Klavierkonzert a-Moll. Das Werk ist von ähnlich schottischem Geist wie Kompositionen Hamish MacCunns, Granville Bantocks oder anderer, voller Charme und Spielfreude – damals noch mit dem Hintergrundwissen, Musik möge nicht hässlich klingen (eine entsprechende Diskussion gab es im Musikleben der Zeit ab 1906 für rund zwanzig Jahre – dass man von den Ergebnissen heute nur noch eine Handvoll Komponisten kennt, zeugt von der Ungerechtigkeit der Musikgeschichte).

Martin Roscoe und das BBC Scottish Symphony Orchestra unter der Leitung von Martyn Brabbins finden exakt den rechten Ton für die Kompositionen. Ihre Rehabilitation lange vergessener Werke ‚von der Insel‘ ist allemal eine Empfehlung wert. In manchen Momenten könnten ihre Interpretationen noch mehr Schwung vertragen ('Normandy'), doch ist zu vermuten, dass sie den Vorgaben der Partitur folgen und die Musik nicht mit in damaliger Zeit gewiss unangemessener Verve überdecken wollen. Wohltuend klar die musikalischen Strukturen, die orchestrale Balance, der architektonische Aufbau der Interpretationen. Vorbildlich, wie fast immer in der Reihe, Aufnahmetechnik und Booklettext. Mehr davon!

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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    Werke von Cowen & Somervell: Klavierkonzerte

Label:
Anzahl Medien:
Hyperion
1
EAN:

034571178370


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Hyperion

Founded in 1980, Hyperion is an independent British classical label devoted to presenting high-quality recordings of music of all styles and from all periods from the twelfth century to the twenty-first. We have been described as 'Britain’s brightest record label'. In January 1996 we were presented with the Best Label Award by MIDEM's Cannes Classiques Awards. The jury was made up of the editors of most of the leading classical CD magazines in the world - Classic CD (England), Soundscapes (Australia), Répertoire (France), FonoForum (Germany), Luister (Holland), Musica (Italy), Scherzo (Spain), and In Tune (USA & Japan).

We named our label after an altogether splendid figure from Greek mythology. Hyperion was one of the Titans, and the father of the sun and the moon - and also of the Muses, so we feel we are fulfilling his modern role by giving the art of music to the world.

The repertoire available on Hyperion, and its subsidiary label Helios (Helios, the sun, was the son of Hyperion), ranges over the entire spectrum of music - sacred and secular, choral and solo vocal, orchestral, chamber and instrumental - and much of it is unique to Hyperion. The catalogue currently comprises nearly 1400 CDs and approximately 80 new titles are issued each year. We have won many awards.

Our records are easily available throughout the world in those countries served by our distributors. A list of the world's top Hyperion dealers, listed by country and city, can be found on our homepage. But if you have any difficulty please get in touch with the distributor in your territory. In Germany that is Note 1 Music Gmbh.


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