> > > Enescu: Complete works for Cello & Piano: Rudolf Leopold, Raluca Stirbat
Sonntag, 5. Dezember 2021

Enescu: Complete works for Cello & Piano - Rudolf Leopold, Raluca Stirbat

Mehr Expertise geht kaum


Label/Verlag: Paladino
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Raluca Stirbat und Rudolf Leopold spielen George Enescus Werke für Klavier und Cello.

Bei ihr ist Enescus Musik sicher in den besten Händen: Die Pianistin Raluca Stirbat hat bereits eine Gesamtaufnahme aller seiner Klavierwerke vorgelegt – und sie ist die einzige, die das bisher getan hat. Außerdem hat sie über Enescus Klavierschaffen ihre Dissertation verfasst und gründete die George Enescu Gesellschaft. Mehr Expertise geht kaum.

Nun hat Raluca Stirbat eine Platte mit dem gesamten Schaffen Enescus für Klavier und Cello aufgenommen, zusammen mit Rudolf Leopold, einem äußerst erfahrenen Cellisten und Kammermusiker. Das Ergebnis kann sich hören lassen: Den beiden ist eine klanglich opulente, überaus lebhafte und energische Interpretation gelungen. Dabei ist es beeindruckend, wie genau die beiden Musiker die teilweise äußerst komplexen Strukturen der Musik deutlich machen – nur mit dem häufig vorgeschriebenen Portamento oder Glissando, dem gleiten zwischen zwei Tönen, das Enescu häufig verlangt, ist Rudolf Leopold doch sehr zurückhaltend.

Stilistische Unterschiede

Der Cellist hat außerdem die Coda für ein unvollendetes Allegro in f-Moll komponiert, das ursprünglich für eine Cellosonate gedacht war. Davon gibt es bei Enescu zwei, eine frühe von 1898 und eine wesentlich spätere von 1935. Kurioserweise hat Enescu sie beide als op. 26 zusammengefasst, obwohl die stilistischen Unterschiede enorm sind, ist die Tonsprache im späteren Werk doch um Längen herber.

Enescu hat einen ganz eigenen Stil entwickelt, der von den Traditionen des 19. Jahrhunderts, aber auch von Bezügen zur Barockmusik, die man in seinen Jugendwerken noch deutlich hören kann, ziemlich weit entfernt ist und folkloristische Elemente zumindest stark verfremdet. Deshalb sind die frühen Werke natürlich viel leichter zu hören, zumal sie überhaupt nicht unreif und sehr reizvoll daherkommen. Außer der ziemlich umfangreichen frühen Sonate handelt es sich dabei um das bereits erwähnte Allegro sowie um zwei kurze Sätze mit dem Titel 'Nocturne et Saltarello'. Man muss sich vor Augen halten, dass diese Werke in Brahms’ Todesjahr bzw. dem Jahr darauf entstanden, der Teenager Enescu hat den alten Brahms wohl sogar noch persönlich getroffen, als er in Wien ausgebildet wurde.

Raluca Stirbat hat auch zwei einführende Artikel für das Beiheft geschrieben und betont darin die Wiener Einflüsse in Enescus Cello-Werken. Möglicherweise hat sie sich daher auch bewusst für einen ‚wienerischen‘ Flügel entschieden, einen Bösendorfer. Nach den Fotos könnte man auf ein älteres Instrument schließen, tatsächlich spielt sie aber ein ganz neues Modell, das sich klanglich sehr gut macht.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





Dieser Beitrag hat Ihnen gefallen? Empfehlen Sie ihn weiter!

Ihre Meinung? Kommentieren Sie diesen Artikel

Jetzt einloggen, um zu kommentieren.
Sind Sie bei klassik.com noch nicht als Nutzer angemeldet, können Sie sich hier registrieren.



Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



Cover vergrößern

    Enescu: Complete works for Cello & Piano: Rudolf Leopold, Raluca Stirbat

Label:
Anzahl Medien:
Paladino
1
Medium:
EAN:

CD
9120040732028


Cover vergössern

Enescu, George


Cover vergössern

Paladino

Das CD-Label paladino music wurde 2009 von dem Cellisten Martin Rummel gegründet und ist sozusagen die Keimzelle von paladino media, wozu mittlerweile neben paladino music auch Orlando Records, KAIROS und Austrian Gramophone gehören. Inzwischen bei einem Durchschnitt von 15 Veröffentlichungen pro Jahr angekommen, hat paladino music sich zu einem anerkannten Boutique-Independentlabel entwickelt. Die Veröffentlichungen sind zumeist auf einen Komponisten fokussiert, aber auch Rezitalprogramme und aufsehenerregende Debütaufnahmen sind neben Ersteinspielungen von Komponisten wie Franz Krommer, David Popper, Johann Joachim Quantz, Thomas Daniel Schlee, Robert Stark und Johann Wenzel Tomaschek entstanden. Herausragende Interpreten aller Generationen, von jungen Künstlern bis hin zu internationalen Stars wie Vladimir Ashkenazy garantieren, dass die künstlerische Qualität der Einspielungen außer Frage steht. Ursprünglich auf Kammermusik fokussiert, veröffentlicht paladino music in jüngster Zeit auch zunehmend Solokonzert- und andere Orchesteraufnahmen.

Zahlreiche Veröffentlichungen haben Auszeichnungen bekommen oder sind zumindest dafür nominiert worden, und Kritiker in internationalen Medien loben nicht nur die Aufnahmen und das Repertoire selbst, sondern auch die strikt durchgezogene Eleganz des Designs, dass aus dem Firmendesign von paladino media entwickelt ist. paladino music wird von Martin Rummel kuratiert, der von einem kleinen Team an Fachleuten in der Umsetzung, Fabrikation und Distribution unterstützt wird. Das Lager wird von Naxos Global Logistics verwaltet, und ein Netzwerk von über 50 internationalen Vertrieben garantieren, dass jede Aufnahme weltweit über den Fach- und Internethandel sowie über alle wesentlichen Streaming- und Downloadplattformen verfügbar ist.


Mehr Info...


Cover vergössern
Jetzt kaufen bei...


Weitere Besprechungen zum Label/Verlag Paladino:

  • Zur Kritik... Farbenreich: Eine wichtige Wiederauflage zum Clara-Schumann-Bizentenarium. Weiter...
    (Dr. Jürgen Schaarwächter, )
  • Zur Kritik... Dodekaphone Tour de force: Nikos Skalkottas' Drittes Klavierkonzert ist ein komplexes Meisterwerk für hochbegabte Musiker. Weiter...
    (Dr. Jürgen Schaarwächter, )
  • Zur Kritik... Ehrenwertes Handwerk: Louise Farrenc war eine veritable Klavierkomponistin, doch Aufnahmen ihrer Solo-Werke bleiben eine Seltenheit. Biliana Tzinlikova schließt einerseits diskographische Lücken und liefert zudem zwei gute Alternativ-Einspielungen. Weiter...
    (Dr. Hartmut Hein, )
blättern

Alle Kritiken von Paladino...

Weitere CD-Besprechungen von Jan Kampmeier:

blättern

Alle Kritiken von Jan Kampmeier...

Weitere Kritiken interessanter Labels:

  • Zur Kritik... Nebenschauplatz: Als Klavierkomponist hat Edward Gregson nur bedingt nachhaltige Bedeutung. Weiter...
    (Dr. Jürgen Schaarwächter, )
  • Zur Kritik... Brahms ohne Schrei – aber als Trost im Lockdown: Emmanuel Despax realisiert mit engen Vertrauten seinen Jugendtraum, Brahms' 1. Klavierkonzert aufzunehmen. Und liefert eine im Lockdown entstandene Interpretation von 16 vierhändigen Walzern mit Ehefrau Miho Kawashima hinterher. Weiter...
    (Dr. Kevin Clarke, )
  • Zur Kritik... Very British: Die Ballette von Lord Berners sind in der Einspielung durch David Lloyd-Jones ein Vergnügen. Weiter...
    (Karin Coper, )
blättern

Alle CD-Kritiken...

IMMA

Anzeige

Magazine zum Downloaden

NOTE 1 - Mitteilungen (11/12 2021) herunterladen (3500 KByte)

Anzeige

Empfehlungen der Redaktion

Die Empfehlungen der klassik.com Redaktion...

Diese Einspielungen sollten in keiner Plattensammlung fehlen

weiter...


Portrait

"Wir gehen auf eine Reise mit dem Publikum, eine Reise in ein phantastisches Land"
Das Klavierduo Silver-Garburg über Leben und Konzertieren im Hier und Heute und eine neue CD mit Werken von Johannes Brahms

weiter...
Alle Interviews...


Sponsored Links

Hinweis:

Mit Namen oder Initialen gekennzeichnete Beiträge geben die Meinung des Verfassers, nicht aber unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.

Die Bewertung der klassik.com-Autoren:

Überragend
Sehr gut
Gut
Durchschnittlich
Unterdurchschnittlich