> > > Johann Nepomuk David: Five String Trios: David-Trio
Montag, 17. Mai 2021

Johann Nepomuk David: Five String Trios - David-Trio

Vorzüglich ausgearbeiteter Trialog


Label/Verlag: cpo
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Auch die Streichtrios von Johann Nepomuk David zeigen den kontrapunktischen Meister.

Die Zahl der Komponisten, die sich auf dem Gebiet des Streichtrios nachhaltig profiliert haben, ist nicht allzu groß. Die fünf Gattungsbeiträge von Johann Nepomuk David entstanden in den Jahren 1928/29, 1945 und 1948 – jeweils als Geschwisterpaare (das erste ‚Doppelopus‘ wurde 1931 zu einem veröffentlichungswürdigen Werk überarbeitet), wobei die letzten vier Trios unter der ‚Werkzahl‘ (David schreibt nicht Opuszahl) 33 zusammengefasst wurden – sie sind dem Gedächtnis vier unterschiedlicher historischer Geigenbauer gewidmet. Keines der Einzelwerke ist zwanzig Minuten lang, die beiden kürzesten keine 13 Minuten, doch ist dies dem dem neoklassischen Charakter der Musik durchaus gemäß. Im Grunde erweisen sich die vier Nachkriegstrios als nahtlose Fortsetzung der Musik der ‚Neuen Sachlichkeit‘ der Vorkriegszeit. Die Werke strahlen nicht nur musikantische Freude aus (doch auch diese), sondern auch Charme, Eleganz und – nicht zuletzt in ihrer kontrapunktischen Faktur und den sanglichen und empfindungsreichen langsamen Sätzen – schöpferische Tiefe.

Der Bezug auf die vier erwähnten Geigenbauer (Nicolò Amati, Antonio Stradivari, Giuseppe Guarneri, Jacobo Steiner) mag sich nicht in einer spezifischen Klanglichkeit der vier Einzelwerke realisieren, vielmehr wohl in dem jeweils einzelnen Werkcharakter, so dass die formal durchgehaltene Dreisätzigkeit auf jeweils eigene Weise mit neuem Charakter gefüllt wird. Gleichzeitig wird in unterschiedlicher Weise auf die Musikgeschichte Bezug genommen – man kann Anklänge an Hindemith, Reger und andere hören, und doch behält die Musik eine durchaus eigenständige Persönlichkeit; das fassettenreiche vierte Trio der Tetralogie öffnet abermals neue Türen und zeigt den Komponisten von einer weiteren Seite. Das frühe Trio weist bereits viele der späteren Eigenschaften von Davids Streichtrios auf, hat aber noch eine stärkere tonale Basis (G-Dur).

Das 2002 gegründete oberösterreichische (abgekürzt OÖ.) David-Trio widmet sich der Musik mit hörbarer Liebe und tiefem Verständnis. Das harmonische Miteinander der drei Musiker Sabine Reiter, Peter Aigner und Andreas Pözlberger resultiert in einer eng verzahnten interpretatorischen Einheit, einem vorzüglich ausgearbeiteten ‚Trialog‘. Das verhalten beginnende Adagio des zweiten Trios aus Werk 33 ist von beeindruckender Innenspannung. Die Aufnahmetechnik ist von vorzüglicher Klarheit und natürlicher Wärme, die nicht nur die Interpretationen, sondern auch die Werke in bestmöglicher Weise präsentieren. Sehr gut, wie die feinen Klangvaleurs über die Lautsprecher ankommen, der Einsatz von Flageoletts ist in großer Differenziertheit auditiv zu erleben.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Johann Nepomuk David: Five String Trios: David-Trio

Label:
Anzahl Medien:
cpo
1
Medium:
EAN:

CD
761203541225


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David, Johann Nepomuk
 - String Trio op.33 No.1 - Allegro deciso
 - String Trio op.33 No.1 -
 - String Trio op.33 No.1 -
 - String Trio op.33 No.2 -
 - String Trio op.33 No.2 -
 - String Trio op.33 No.2 -
 - String Trio op.33 No.3 -
 - String Trio op.33 No.3 -
 - String Trio op.33 No.3 -
 - String Trio op.33 No.4 -
 - String Trio op.33 No.4 -
 - String Trio op.33 No.4 -
 - String Trio in G major -
 - String Trio in G major -
 - String Trio in G major -


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cpo

Wohl kaum ein zweites Label hat in letzter Zeit soviel internationale Aufmerksamkeit erregt wie cpo. Die Fachwelt rühmt einhellig eine überzeugende Repertoirekonzeption, die auf hohem künstlerischen Niveau verwirklicht wird und in den Booklets eine geradezu beispielhafte Dokumentation erfährt. Der Höhepunkt dieser allgemeinen Anerkennung war sicherlich die Verleihung des "Cannes Classical Award" für das beste Label (weltweit!) auf der MIDEM im Januar 1995 und gerade wurde cpo der niedersächsische Musikpreis 2003 in "Würdigung der schöpferischen Leistungen" zuerkannt.
Besonders stolz macht uns dabei, daß cpo - 1986 gegründet - in Rekordzeit in die Spitze vorgestoßen ist. Das Geheimnis dieses Erfolges ist einfach erklärt, wenn auch schwierig umzusetzen: cpo sucht niemals den Kampf mit den Branchenriesen, sondern füllt mit Geschick die Nischen, die von den Großen nicht besetzt werden, weil sie dort keine Geschäfte wittern. Und aus mancher Nische wurde nach einhelliger Ansicht der Fachwelt mittlerweile ein wahres Schmuckkästchen.
Am Anfang einer Repertoire-Entscheidung steht bei uns noch ganz altmodisch das Partituren-lesen, denn nicht alles, was noch unentdeckt ist, muß auch auf die Silberscheibe gebannt werden. Andererseits gibt es - von der Renaissance bis zur Moderne - noch sehr viele wahre musikalische Schätze zu heben, die oft näher liegen, als man meint. Unsere großen Werk-Editionen von Pfitzner, Korngold, Hindemith oder Pettersson sind nicht umsonst gerühmt worden. In diesem Sinne werden wir fortfahren.
Letztendlich ist unser künstlerisches Credo ganz einfach: Wir machen die CDs, die wir schon immer selbst haben wollten. Seien Sie herzlich zu dieser abenteuerlichen Entdeckungsfahrt eingeladen!


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