> > > Platti: Harpsicord Concertos, Violin Concerto: Roberto Loreggian, L'Arte dell'Arco, Federico Guglielmo
Freitag, 22. Januar 2021

Platti: Harpsicord Concertos, Violin Concerto - Roberto Loreggian, L'Arte dell'Arco, Federico Guglielmo

Erfolgreicher Migrant


Label/Verlag: cpo
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Ein überzeugendes Plädoyer für einen italienischen Wahlfranken.

Giovanni Benedetto Platti (1697–1763) stammte aus Padua, trat aber 1722 in den Dienst der Fürstbischöfe von Bamberg und Würzburg; schon in Italien hatte er sich als Komponist von Cembalosonaten profiliert, sein weiteres Œuvre ist ausgesprochen reich, enthält nicht nur drei Messen und ein Requiem, sondern Sonaten für Cembali und mit Soloinstrumenten (mit Opuszahl in Nürnberg veröffentlicht), zwanzig Triosonaten, 28 Cellokonzerte, neun Cembalokonzerte und vieles mehr (zwölf Cellosonaten haben Francesco Galligioni und Roberto Loreggian, mithin zwei Mitwirkende der vorliegenden Produktion 2018 für Brilliant Classics eingespielt). Stilistisch gehört Platti zumeist schon der Zeit nach Bach an, die hier vorgestellten fünf Konzertwerke zeigen die Spannung zwischen barockem Kontrapunkt und ‚galanter‘ Melodie- und Harmoniegestaltung. Die Werke scheinen auf den ersten Blick formal traditionell, bieten aber eine durchaus eigene stilistische Farbe sowohl in die fränkische als auch die norditalienische Musik ein.

Nur ein Violinkonzert Plattis (in A-Dur) ist bislang bekannt, stilistisch Mauro d’Alays Concerto op. 1 Nr. 1 verwandt. Stärker als die Cembalokonzerte hören wir hier noch einen starken italienischen Ton, der bei Federico Guglielmi, dem Leiter von L’Arte dell’Arco, in allerbesten Händen ist. Das starke ‚Concertante‘-Element, das das Soloinstrument häufig eng mit dem Continuo verzahnt, zeigt eine besondere Eigenheit Plattis.

Stilistisch ausgereift

Drei der vier hier eingespielten Cembalokonzerte wurden um das Jahr 1740 komponiert, nur das eröffnende G-Dur-Konzert entstand früher – ist aber dennoch stilistisch schon voll ausgereift. Roberto Loreggian, den man im Violinkonzert als Continuospieler hörte, übernimmt hier den Cembalopart, drängt sich nie in den Vordergrund, sondern konzertiert vielmehr gleichberechtigt mit seinen Partnern (dem ‚Streichquartett‘ Federico Guglielmi, Elisa Imbalzano, Mario Paladin und Francesco Galligioni – im Violinkonzert tritt als Tuttiviolinistin Alessia Pazzaglia hinzu). Die Aufnahmetechnik – bei mancher Produktion von L’Arte dell’Arco für andere Labels gelegentlich etwas problematisch – sorgt hier für vorzügliche Balance, und auch die Raumakustik der Marienabtei in Carceri südwestlich von Padua harmoniert gut mit der Musikwiedergabe.

Das CD-Booklet hält das hohe Niveau der vorliegenden Produktion, und es steht zu hoffen, dass L’Arte dell’Arco auch die weiteren Cembalokonzerte Plattis einspielt – gefolgt möglicherweise von den Cellokonzerten.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Platti: Harpsicord Concertos, Violin Concerto: Roberto Loreggian, L'Arte dell'Arco, Federico Guglielmo

Label:
Anzahl Medien:
cpo
1
Medium:
EAN:

CD
761203521920


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Platti, Giovanni Benedetto
 - Harpsicord Concerto in G (I 54) - Allegro assai
 - Harpsicord Concerto in G (I 54) - Largo
 - Harpsicord Concerto in G (I 54) - Allegro assai
 - Harpsicord Concerto in C (I 48) - Allegro
 - Harpsicord Concerto in C (I 48) - Adagio
 - Harpsicord Concerto in C (I 48) - Tempo di menuet
 - Violin Concerto in A (I 18) - Non tanto allegro
 - Violin Concerto in A (I 18) - Adagio
 - Violin Concerto in A (I 18) - Presto
 - Harpsicord Concerto in F (I 52) - Allegro
 - Harpsicord Concerto in F (I 52) - Adagio
 - Harpsicord Concerto in F (I 52) - Allegro
 - Harpsicord Concerto in A (I 57) - Allegro ma non tanto
 - Harpsicord Concerto in A (I 57) - Largo
 - Harpsicord Concerto in A (I 57) - Allegro


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Dirigent(en):Guglielmo, Federico


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cpo

Wohl kaum ein zweites Label hat in letzter Zeit soviel internationale Aufmerksamkeit erregt wie cpo. Die Fachwelt rühmt einhellig eine überzeugende Repertoirekonzeption, die auf hohem künstlerischen Niveau verwirklicht wird und in den Booklets eine geradezu beispielhafte Dokumentation erfährt. Der Höhepunkt dieser allgemeinen Anerkennung war sicherlich die Verleihung des "Cannes Classical Award" für das beste Label (weltweit!) auf der MIDEM im Januar 1995 und gerade wurde cpo der niedersächsische Musikpreis 2003 in "Würdigung der schöpferischen Leistungen" zuerkannt.
Besonders stolz macht uns dabei, daß cpo - 1986 gegründet - in Rekordzeit in die Spitze vorgestoßen ist. Das Geheimnis dieses Erfolges ist einfach erklärt, wenn auch schwierig umzusetzen: cpo sucht niemals den Kampf mit den Branchenriesen, sondern füllt mit Geschick die Nischen, die von den Großen nicht besetzt werden, weil sie dort keine Geschäfte wittern. Und aus mancher Nische wurde nach einhelliger Ansicht der Fachwelt mittlerweile ein wahres Schmuckkästchen.
Am Anfang einer Repertoire-Entscheidung steht bei uns noch ganz altmodisch das Partituren-lesen, denn nicht alles, was noch unentdeckt ist, muß auch auf die Silberscheibe gebannt werden. Andererseits gibt es - von der Renaissance bis zur Moderne - noch sehr viele wahre musikalische Schätze zu heben, die oft näher liegen, als man meint. Unsere großen Werk-Editionen von Pfitzner, Korngold, Hindemith oder Pettersson sind nicht umsonst gerühmt worden. In diesem Sinne werden wir fortfahren.
Letztendlich ist unser künstlerisches Credo ganz einfach: Wir machen die CDs, die wir schon immer selbst haben wollten. Seien Sie herzlich zu dieser abenteuerlichen Entdeckungsfahrt eingeladen!


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