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Montag, 28. September 2020

Two - Elisabeth Kufferath, Violine und Viola

Bis in die feinsten Arterien


Label/Verlag: CAvi-music
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Elisabeth Kufferath erweist sich mit dieser Tour de Force als eine der bedeutendsten Violininterpreten unserer Zeit.

Ein intelligentes Programm wird uns hier geboten, ein anspruchsvolles Programm, anspruchsvoll für die Interpretin wie für den Hörer. Werke für Violine oder Viola von Komponisten des späteren 20. und des frühen 21. Jahrhunderts versprechen keine leichte Kost. Die wohl berühmteste Komposition auf der vorliegenden CD ist die Sonate für Violine allein (1951) von Bernd Alois Zimmermann. Zimmermann war sich der Musik der Vergangenheit zutiefst bewusst, und dieses Bewusstsein hat trotz der konsequenten Atonalität klar hörbar Eingang in sein Schaffen gefunden – in der Violinsonate in Bezugnahme auf die Tonfolge BACH (allerdings in der chromatischen Abwandlung BA-Cis-C).

Emotionale Tiefe

Auch Zimmermanns Sonate für Viola allein (1955) bezieht sich in gewisser Weise auf Bach, der Choral 'Gelobet seist du, Jesu Christ' zieht sich als zentrales Element durch die gesamte Komposition; die Komposition der Sonate war überschattet durch den Tod von Zimmermanns Tochter Barbara kurz nach ihrer Geburt. Die Violasonate ist noch konsequenter expressiv, virtuosem Denken abgewandter als die Violinsonate, und der Hörer kann nur begeistert sein über die Intensität der vorliegenden Einspielung aus dem Sendesaal Bremen. Vom fragilen vierfachen Piano bis zum emotionalen Ausbruch sind Kufferaths intensives Engagement und absolute Beherrschung ihrer Materie jederzeit unzweifelhaft, und die emotionale Tiefe und der Nuancenreichtum ihrer Interpretation zeugt von ihrer Bedeutung als eine der bedeutendsten Violinist*innen unserer Zeit.

Mit Thorsten Encke hat Kufferath die beiden hier vorgestellten Werke erarbeitet, 'Outline' für Violine (2017, Kufferath gewidmet) und 'Inner Voice' für Viola (2015) gehören zusammen und präsentieren gleichermaßen äußeren Umriss und innere Bewegung; beiden gemein ist ein scheinbar improvisatorischer Charakter, der das detailliertest Ausgearbeitete spontan klingen lässt. 'Inner Voice' wurde als Prolog auch Enckes Violakonzert beigefügt. Auch 'Patheia. Epilogue' für Viola (2015/17) von Johannes X. Schachtner ist Elisabeth Kufferath gewidmet. 'Epitaph' für Violine entstand 2007, als der Komponist gerade Anfang zwanzig war. Beide Kompositionen sind eng miteinander verzahnt, beide nehmen in unterschiedlicher Weise Bezug auf Bach, sind aber dennoch ganz jetztzeitig.

Intensivste Hingabe

Peter Eötvös war Schüler von Zimmermann gewesen, seinen 'Désaccord 2' (2018) für zwei Violen (2018) bezeichnet er als Porträt seines Lehrers. 'Para Paloma' (2015) für Violine ist auf zwei Systemen notiert, aber als Solo zu spielen. Während 'Para Paloma' der Gründerin der Reina Sofia School of Music in Madrid gewidmet ist, landete 'Désaccord 2' (mit Referenzen auf Frescobaldi) schon unmittelbar nach Kompositionsabschluss auf dem Pult Elisabeth Kufferaths, die beide Partien sukzessive eingespielt hat, in enger Abstimmung mit dem Komponisten. In ihrer teilweise aphoristischen Dichte fordern sie vollste Konzentration und tiefstes Verständnis. Die Verschmelzung beider Stimmen in 'Désaccord 2' gelingt der Interpretin beängstigend perfekt – als spiele sie mit ihrem eigenen Zwilling. Dass Kufferath den Partien restlos gewachsen ist, sie mit intensivster Hingabe und feinnervig farbiger Kontur jeden Ton, jede Phrase, jede Pause zu uns sprechen lässt, kann am Ende dieser CD nicht mehr überraschen. Eine vorbildliche, eine vielleicht sogar epochal zu nennende Produktion, die auch durch das kluge Interview im Booklet sehr für sich einnimmt.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:






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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Two: Elisabeth Kufferath, Violine und Viola

Label:
Anzahl Medien:
CAvi-music
1
Medium:
EAN:

CD
4260085531097


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Encke, Thorsten
Eötvös, Péter
Zimmermann, Bernd Alois


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CAvi-music

"Es muss nicht viel sein, wenn's man gut ist" heißt die Devise für das Label, das stets den Künstler in den Vordergrund stellt, das partnerschaftlich Projekte realisiert, das persönliche Wünsche und Ideen der Künstler unterstützt, das sich vorwiegend auf Kammermusik konzentriert, das handverlesen schöne Musik in hervorragender Interpretation anbietet, mit einer Künstlerliste, die sich sehen lassen kann. Eine sehr persönliche Sache, die von Herzen kommt !! Außerdem kommen neben dem Label CAvi-music auch die Labels "SoloVoce" und "CAvi-Autentica" aus dem Hause Avi-Service for music.


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