> > > Le Jardin de Plaisance: Lieder aus französischen Handschriften des späten 15. Jahrhunderts
Samstag, 25. November 2017

Le Jardin de Plaisance - Lieder aus französischen Handschriften des späten 15. Jahrhunderts

Basler Lustwandeln


Label/Verlag: Raumklang
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Edel wie der Adel, aus dessen Kreisen die Musik dieser CD stammt, ist diese Aufnahme mit Liedern aus französischen Handschriften des späten 15. Jahrhunderts. In der ?schola cantorum edition? gibt das junge Basler Ensemble ?La Morra? Einblicke in die Musik an den Höfen rund um die Loire und Burgund.
Ockeghem, Busnois, Dufay, Binchois, Delahaye ? die Liste der auf dieser Aufnahme vertretenen Komponisten liest sich wie ein ?who is who? dieses musikalisch so fruchtbaren Zeitalters. Was diese Aufnahme zu einer besonderen macht, ist das Unprätentiöse, mit der diese Musik interpretiert wird. Es gibt genügend Aufnahmen mit dem hier gebotenen Repertoire, bei denen zu viel gewollt und zuviel gemacht wird. Hier wird Musik gemacht im Dienste der Musik und im Dienste handschriftlichen Quellen. So wird auch der musikwissenschaftlich Vorbelastete nichts zu mäkeln haben angesichts der restriktiven Tendenzen in Bezug auf die Verwendung eines abgespeckten Instrumentariums und der Art des einfachen Liedvortrags. Gleichwohl muss gesagt werden, dass die Stücke allesamt in Bearbeitungen erklingen und keinesfalls die originalen Kompositionen darstellen. Man ließ jedoch meist genügend wissenschaftlichen Sachverstand walten, um die Bearbeitungen nicht allzu abwegig anachronistisch klingen zu lassen. Schließlich steht das 1998 gegründete Ensemble in engem Kontakt zum renommierten ?Lehr- und Forschungsinstitut für alte Musik?.

Rosa Dominguez und Raphael Boulay interpretieren die Lieder mit sauber timbriertem Ton und einer ungekünstelten Simplizität, während das Begleitinstrumentarium stets den Hintergrund wählt, um den sanglichen Strukturen Priorität einzuräumen. Die Instrumentalistinnen und Instrumentalisten bilden ein optimal aufeinander abgestimmtes Ensemble, das ein äußerst reifes Klangbild entwirft. Sowohl im Vokalen als auch im Instrumentalen bleibt die Faktur der Stücke immer hörbar erhalten und die Binnenspannung zwischen den Anteilen wird durch reich gestaltete Phrasierung ausgereizt. Überinterpretation ist dem Ensemble fremd. Der geistesgeschichtlichen Haltung der Zeit entsprechend wird noble Zurückhaltung geübt und das Können in den Dienst der Sache gestellt. Vokale und instrumentale Partien sind auch von der Aufnahmetechnik akustisch begünstigt worden. Es wurden lediglich ein einziges Stereo-Kugelflächenmikrophon verwendet und die Aufnahmen klanglich nicht nachbereitet. Mustergültig.
Verweise auf detailliert bibliographierte aktuelle Forschungsliteratur und die benutzten Handschriftenquellen machen das Booklet, das darüber hinaus auch fundiert den heutigen Forschungsstand widerspiegelt, zu einem Eigenwert.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:




Erik Daumann Kritik von Erik Daumann,


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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Le Jardin de Plaisance: Lieder aus französischen Handschriften des späten 15. Jahrhunderts

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Spielzeit:
Aufnahmejahr:
Veröffentlichung:
Raumklang
1
15.10.2003
58:55
2002
2003
EAN:
BestellNr.:

4018767023015
RK 2301


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Interpret(en):La Morra,


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Raumklang

Das Label RAUMKLANG wurde 1993 von Sebastian Pank in Leipzig gegründet. Nach wie vor steht der Name Raumklang für ein authentisches Klangerlebnis. Die Aufnahmen entstehen überwiegend mit nur einem Stereo-Kugelflächen-Mikrophon (One-Point-Recording).
Den Schwerpunkt aller RAUMKLANG-Veröffentlichungen bildet die Alte Musik. In jüngster Zeit ergänzt neben experimenteller/zeitgenössischer Musik eine Reihe mit Weltmusik das RAUMKLANG-Programm. Für seine aufwendig produzierten und anspruchsvoll gestalteten CDs mit ausführlichem Begleitheft erhielt RAUMKLANG bereits zahlreiche begehrte Auszeichnungen, darunter "Grand Prix de l'Académie Charles Cros" und den "Diapason 5".
Seit 1998 liegt der Hauptsitz des Labels auf Schloss Goseck in Sachsen Anhalt, auf dem sich in den letzten Jahren das "Europäsiche Musik- und Kulturzentrum" sowie ein Zentrum für Archäologie (7000 Jahre altes Sonnenobservatorium) etabliert haben. Nicht zuletzt aus dieser Verknüpfung ergeben sich zahlreiche Kontakte zu renommierten Künstlern der Alten Musik im In- und Ausland.
Seit 2003 veröffentlicht RAUMKLANG verschiedene Editionen. Jede Edition wird von einem anderen Produzenten herausgegeben und erweitert damit die Vielfalt des Labelrepertoires. So erscheint neben edition raumklang von Sebastian Pank (Schloss Goseck) die marc aurel edition in Köln, gegründet von Aurelius Donath. Aus der Zusammenarbeit mit der berühmten Schola Cantorum Basiliensis (SCB) in Basel hat sich die schola cantorum basiliensis edition ergeben. In dieser Reihe stellt der Produzent Thomas Drescher (stellv. Direktor der SCB) viel versprechende Absolventen aus Basel vor. 2005 entstand aus den engen Kontakten zur Musikstadt Leipzig eine weitere neue Edition: Unter dem Namen edition apollon veröffentlicht nun das international bekannte Vokalesemble "amarcord" seine CDs.


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