> > > Jacques Offenbach: Pomme d'Api, Sur un volcan: Kölner Akademie, Michael Alexander Willens
Donnerstag, 1. Oktober 2020

Jacques Offenbach: Pomme d'Api, Sur un volcan - Kölner Akademie, Michael Alexander Willens

Offenbach im Doppelpack


Label/Verlag: cpo
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Zum Ende des Offenbachjahrs kredenzt Michael Alexander Willens mit der Kölner Akademie und einem Gesangstrio die Weltpremiere des Einakters 'Sur un volcan'.

Das Offenbach-Jahr 2019 hat so manche Entdeckung hervorgebracht. Im Mittelpunkt des Interesses standen große Bühnenwerke, Gesellschafts- und Politiksatiren wie 'Roi Karotte', 'Die Prinzessin von Trapezunt' oder 'Barkouf oder Ein Hund an der Macht'. Doch gibt es neben ihnen auch zahlreiche hörenswerte Petitessen des französischen Operettenmeisters. Beispielsweise die beiden Einakter 'Pomme d‘Api' und 'Sur un volcan', die das Label cpo am Ende der Feierlichkeiten auf CD veröffentlicht hat.

Harmlos und aberwitzig

'Pomme d‘Api', zu Deutsch ‚rotes Äpfelchen‘, ist eine inhaltliche Harmlosigkeit aus dem Jahr 1874. Ein Pensionär will seinem Neffen die Geliebte, mit Spitznamen Pomme d‘Api, abwerben. Die aber arbeitet bereits bei ihm inkognito als Dienstmagd. Ein gemeinsames Festmahl bringt alles ins rechte Liebeslot. Aberwitzig hingegen ist der Plot der halbstündigen Komödie 'Sur un volcan', die 1855 nach nur einer Aufführung vom Spielplan verschwand und erst kürzlich vom Offenbachforscher Jean-Christophe Keck wiederentdeckt wurde. Im irischen Dublin haben sich zwei Marineoffiziere aus Napoleons geschlagenen Truppen in einem Haus verbarrikadiert und drohen die Stadt in die Luft zu sprengen, um dadurch den Ausbruch eines unterirdischen Vulkans auszulösen. Eine Schauspielerin flüchtet just dorthin und bringt die Soldaten zur Vernunft, in dem sie dem einen den Ertrag einer Hamlet-Aufführung, in der sie mitspielt, und dem anderen ihre Hand verspricht.

Offenbach im Kleinformat

Musikalisch sind beide Einakter waschechter Offenbach, nur eben in Kleinformat. Da gibt es charmante Romanzen, witzige Couplets und pikante Ensembles, etwa ein absurdes Trio über das Grillen von Koteletts in 'Pomme d’Api'. Ganz so recht überspringen will der Funke allerdings in der Neuaufnahme nicht. Denn Michael Alexander Willens am Pult der Kölner Akademie dirigiert insgesamt zu pauschal und dynamisch wenig differenziert. Das Gesangstrio Magali Léger, Florian Laconi und Marc Barrad macht es ihm nach, nicht so sehr in den pointierten Dialogen als in den Gesangsnummern, die mehr vokale Akzentuierung vertragen könnten. So wie es im Vergleich Mady Mesplé, Jean-Philippe Lafont und Léonard Pezzino 1983 in einer von Manuel Rosenthal dirigierten 'Pomme d’Api'-Einspielung exemplarisch demonstriert haben.

Das klanglich ausgewogene Album ist wegen der Premiere von 'Sur un volcan' ein Gewinn. Wie sich die Recherche und die komplizierten Umstände des Revivals gestalteten, davon gibt Keck im Booklet detailliert Auskunft. Auf den Abdruck der Libretti und die Sängerbiographien wurde hingegen verzichtet.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Jacques Offenbach: Pomme d'Api, Sur un volcan: Kölner Akademie, Michael Alexander Willens

Label:
Anzahl Medien:
cpo
1
Medium:
EAN:

CD
761203521821


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Offenbach, Jacques
 - Pomme d'Api - Ouverture
 - Pomme d'Api -
 - Pomme d'Api -
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Dirigent(en):Willens, Michael Alexander
Orchester/Ensemble:Kölner Akademie


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cpo

Wohl kaum ein zweites Label hat in letzter Zeit soviel internationale Aufmerksamkeit erregt wie cpo. Die Fachwelt rühmt einhellig eine überzeugende Repertoirekonzeption, die auf hohem künstlerischen Niveau verwirklicht wird und in den Booklets eine geradezu beispielhafte Dokumentation erfährt. Der Höhepunkt dieser allgemeinen Anerkennung war sicherlich die Verleihung des "Cannes Classical Award" für das beste Label (weltweit!) auf der MIDEM im Januar 1995 und gerade wurde cpo der niedersächsische Musikpreis 2003 in "Würdigung der schöpferischen Leistungen" zuerkannt.
Besonders stolz macht uns dabei, daß cpo - 1986 gegründet - in Rekordzeit in die Spitze vorgestoßen ist. Das Geheimnis dieses Erfolges ist einfach erklärt, wenn auch schwierig umzusetzen: cpo sucht niemals den Kampf mit den Branchenriesen, sondern füllt mit Geschick die Nischen, die von den Großen nicht besetzt werden, weil sie dort keine Geschäfte wittern. Und aus mancher Nische wurde nach einhelliger Ansicht der Fachwelt mittlerweile ein wahres Schmuckkästchen.
Am Anfang einer Repertoire-Entscheidung steht bei uns noch ganz altmodisch das Partituren-lesen, denn nicht alles, was noch unentdeckt ist, muß auch auf die Silberscheibe gebannt werden. Andererseits gibt es - von der Renaissance bis zur Moderne - noch sehr viele wahre musikalische Schätze zu heben, die oft näher liegen, als man meint. Unsere großen Werk-Editionen von Pfitzner, Korngold, Hindemith oder Pettersson sind nicht umsonst gerühmt worden. In diesem Sinne werden wir fortfahren.
Letztendlich ist unser künstlerisches Credo ganz einfach: Wir machen die CDs, die wir schon immer selbst haben wollten. Seien Sie herzlich zu dieser abenteuerlichen Entdeckungsfahrt eingeladen!


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