> > > Johann Kuhnau: Complete Sacred Works Vol.5: Opella Musica camerata lipsiensis, Gregor Meyer
Donnerstag, 1. Oktober 2020

Johann Kuhnau: Complete Sacred Works Vol.5 - Opella Musica camerata lipsiensis, Gregor Meyer

Gerechtigkeit für Kuhnau


Label/Verlag: cpo
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Johann Kuhnau widerfährt mit dieser Reihe zweifellos Gerechtigkeit. Die Musik steht, das zeigt auch die fünfte Folge der cpo-Reihe mit Opella Musica, ganz für sich, voller Qualität und Kraft.

In der fünften Folge der Reihe der überlieferten geistlichen Werke des vormaligen Thomaskantors Johann Kuhnau, gelehrter Künstler und Vorgänger Bachs im Amt, werden fünf interessante Stücke geboten – wiederum im fließenden Übergang vom 17. Jahrhundert und der Prägung vom Geistlichem Konzert oder Psalmkonzert mit kontrapunktischen Grundlagen hin zur Kantate des 18. Jahrhunderts. Es ist dies bis heute kaum geschätzte Musik, eines, wie oben apostrophiert, eher als gelehrter Musikus und vor allem als Vorgänger Bachs ungnädig in die Archive der Musikgeschichte Verschubladeten, der aber, das zeigen bislang alle Teile der Reihe der von Gregor Meyer geleiteten Opella Musica verlässlich, ein Schöpfer geistvoller, formal flexibler, affektiv entschiedener Musik war. Musik, die der Kantate, wie sie der Gegenwart ein Begriff ist, zur Ausformung verhalf und doch selbst schon meisterlich gesetzt war. Kompositionen, die das Solistische deutlich fordern und zugleich das Singen im Ensemble als immanente Richtschnur in sich tragen.

Ein famoses Ensemble

Musik also, die wie gemacht ist für eine aus Solisten bestehende Formation wie Opella Musica, die sich der Musik des deutschen Barock verpflichtet sieht und dieses Projekt beim Label cpo seit einigen Jahren voranbringt. Sopran singen Isabel Schicketanz und Heidi Maria Taubert, Altus ist David Erler, der zugleich die Edition der Kuhnau-Werke bei Breitkopf & Härtel als Herausgeber betreut, Tenor singt Tobias Hunger, Bass Friedemann Klos. Und sie beweisen sich hier so eindrucksvoll wie auf den vier Platten zuvor: Ein feines Ensemble, das diesen Namen wirklich verdient. Es wird gemeinsam geatmet, artikuliert und phrasiert – so muss es wohl klingen, wenn man sich einem Idiom vertraut fühlt und sich mit Können und Leidenschaft für die Musik eines Komponisten in die Bresche wirft.

Unter den fünf Kantaten, die sämtlich zwischen zehn und zwanzig Minuten umgreifen, sind neben den Ensemblewerken mit 'Erschrick, mein Herz, vor dir' und 'Weicht, ihr Sorgen, aus dem Herzen' auch veritable Solo-Nummern verborgen: Im ersten Fall brilliert Friedemann Klos in einer schönen Bass-Kantate, die zweite Vorlage greift Isabel Schicketanz kongenial auf. Die Intonation des Ensembles ist im allerbesten Sinne unproblematisch zu nennen, die Artikulation ist auf natürliche Weise beredt – übrigens nicht nur bei den Vokalisten. Denn die unter dem Titel camerata lipsiensis firmierenden Instrumentalisten spielen gleichfalls sprechend und behände, bringen viel musikantischen Schwung ein, vor allem dank eines reich variierten Tableaus der Tempi. Und auch sie formen in solistischer Besetzung ein frisches Ensemble, das größere Wirkungen kennt und sucht – ein wesentlicher Beitrag zu einer erstaunlich kompletten Wirkung der Musik, zu einer ungemein reifen interpretatorischen Leistung.

Kräftige Färbung

Noch ein Wort zur Wirkung: Die wird wie in den vorangegangenen Folgen entscheidend mitgeprägt von der für die Aufnahmen verwendeten Silbermann-Orgel der Georgenkirche in Rötha, die, von Kuhnau 1721 selbst geprüft und abgenommen, eben nicht nur matt tönt wie es die üblicherweise verwendeten Truhen tun, sondern kräftig färbt und Eigenständigkeit für sich beansprucht: So muss es klingen, wenn es den historischen Vorbildern folgen soll. Das Klangbild integriert das Volumen der Orgel gelungen, ist hoch konzentriert, substanzreich, plastisch gestaffelt und bietet ein sehr schönes Porträt der Musik wie des Ensembles.

Johann Kuhnau widerfährt mit dieser Reihe zweifellos Gerechtigkeit. Die Musik steht, das zeigt auch die fünfte Folge der cpo-Reihe mit Opella Musica, aber ganz ohne diesen Gedanken für sich, voller Qualität und Kraft.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Johann Kuhnau: Complete Sacred Works Vol.5: Opella Musica camerata lipsiensis, Gregor Meyer

Label:
Anzahl Medien:
cpo
1
Medium:
EAN:

CD
761203526024


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Kuhnau, Johann
 - Gott sei mir gnädig nach deiner Güte -
 - Gott sei mir gnädig nach deiner Güte -
 - Gott sei mir gnädig nach deiner Güte -
 - Gott sei mir gnädig nach deiner Güte -
 - Gott sei mir gnädig nach deiner Güte -
 - Gott sei mir gnädig nach deiner Güte -
 - Ich habe Lust abzuscheiden -
 - Ich habe Lust abzuscheiden -
 - Ich habe Lust abzuscheiden -
 - Ich habe Lust abzuscheiden -
 - Ich habe Lust abzuscheiden -
 - Ich habe Lust abzuscheiden -


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Dirigent(en):Meyer, Gregor


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cpo

Wohl kaum ein zweites Label hat in letzter Zeit soviel internationale Aufmerksamkeit erregt wie cpo. Die Fachwelt rühmt einhellig eine überzeugende Repertoirekonzeption, die auf hohem künstlerischen Niveau verwirklicht wird und in den Booklets eine geradezu beispielhafte Dokumentation erfährt. Der Höhepunkt dieser allgemeinen Anerkennung war sicherlich die Verleihung des "Cannes Classical Award" für das beste Label (weltweit!) auf der MIDEM im Januar 1995 und gerade wurde cpo der niedersächsische Musikpreis 2003 in "Würdigung der schöpferischen Leistungen" zuerkannt.
Besonders stolz macht uns dabei, daß cpo - 1986 gegründet - in Rekordzeit in die Spitze vorgestoßen ist. Das Geheimnis dieses Erfolges ist einfach erklärt, wenn auch schwierig umzusetzen: cpo sucht niemals den Kampf mit den Branchenriesen, sondern füllt mit Geschick die Nischen, die von den Großen nicht besetzt werden, weil sie dort keine Geschäfte wittern. Und aus mancher Nische wurde nach einhelliger Ansicht der Fachwelt mittlerweile ein wahres Schmuckkästchen.
Am Anfang einer Repertoire-Entscheidung steht bei uns noch ganz altmodisch das Partituren-lesen, denn nicht alles, was noch unentdeckt ist, muß auch auf die Silberscheibe gebannt werden. Andererseits gibt es - von der Renaissance bis zur Moderne - noch sehr viele wahre musikalische Schätze zu heben, die oft näher liegen, als man meint. Unsere großen Werk-Editionen von Pfitzner, Korngold, Hindemith oder Pettersson sind nicht umsonst gerühmt worden. In diesem Sinne werden wir fortfahren.
Letztendlich ist unser künstlerisches Credo ganz einfach: Wir machen die CDs, die wir schon immer selbst haben wollten. Seien Sie herzlich zu dieser abenteuerlichen Entdeckungsfahrt eingeladen!


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