> > > Offenbach, Jacques: Folies symphoniques: Brandenburgisches Staatsorchester Frankfurt, Howard Griffiths
Freitag, 23. August 2019

Offenbach, Jacques: Folies symphoniques - Brandenburgisches Staatsorchester Frankfurt, Howard Griffiths

Raffinierter Witz


Label/Verlag: cpo
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Das Brandenburgische Staatsorchester Frankfurt unter Howard Griffiths präsentiert Offenbach-Vorspiele in mitreißenden Interpretationen.

Sollte man die Leichte Muse ernst nehmen? Auf jeden Fall! Aber ohne sie schwer zu nehmen. Howard Griffiths hat sich von Frankfurt an der Oder unter anderem mit der vorliegenden Orchester-CD mit zwölf Ouvertüren und Vorspielen aus eher weniger bekannten Opéra-bouffes verabschiedet. Da wird nicht jedem möglichen Effekt nachgelaufen – das ist auch gar nicht nötig: Jacques Offenbach wirkt auch gerade durch den raffinierten Witz, durch sorgfältige Instrumentation, durch das unerwartete Umschlagen ins Skurrile. Aber auch durch die ruhigeren Momente, das Auskosten unterschiedlicher Stimmungen und musikalischer und lokaler Couleurs.

Nur ganz wenige der berücksichtigten Werke finden angelegentlich den Weg zurück auf die Bühne ('Les Brigands' etwa oder 'Monsieur Choufleuri'), und diverse der hier zu hörenden Werke haben eigentlich keine richtigen Ouvertüren, vielmehr kurze, Appetit machende Vorspiele, die unmittelbar in die Handlung führen; um hier eine musikalische Logik abbilden zu können, wurden aus dem weiteren musikalischen Verlauf der Werke abschließende Abschnitte ergänzt, teilweise auch substanzieller Art. Wir finden da Pastorales, Elegantes, Dramatisches, ‚Exotisches‘, aber auch Skizzenhaftes. Die Ouvertüren der sogenannten Offenbachiaden waren zumeist, wenn auch in sich geschlossen, extrem kurz und eher potpourriartig (d. h. eine knappe Zusammenfassung der kommenden Melodien).

Meister des Melodienreichtums

Wir erleben Offenbach als Meister des Melodienreichtums, nie seicht, nur ganz selten (und dann mit Absicht) platt-aufdringlich, harmonisch nie langweilig, instrumentatorisch vielfältig. Die Musiker des Brandenburgischen Staatsorchesters Frankfurt und ihr scheidender Chefdirigent haben hörbar ihren Spaß an der Musik, zelebrieren Offenbachs Doppelbödigkeit, erfreuen sich aber auch an schlichter Melodik, dramatischen Steigerungen und dem ‚interplay‘ untereinander. Wenn auf so hohem Niveau dargeboten, kann Offenbach eigentlich für jeden etwas bieten. Und vor allem können unnötige und/oder peinliche ‚Updates‘ der musikalischen Substanz, die auf der Bühne nicht selten unvermeidbar zu sein scheinen, nichts anhaben.

Der Spaß, den der Hörer hat, hätte auch der Bookletleser gerne in ähnlichem Maß und Umfang gehabt; bei dem Versuch, Information, Charme und Faktenwissen zu verbinden, sind leider alle Bereiche ein wenig zu kurz gekommen. Sehr erfreulich die umfassenden Informationen zu den Interpreten. Nach Nikos Athinäos hat auch Howard Griffiths in Frankfurt an der Oder Epochales geleistet – wollen wir hoffen, dass auch sein Nachfolger die Erfolgsstory des Orchesters ungemindert weiterschreiben kann.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Offenbach, Jacques: Folies symphoniques: Brandenburgisches Staatsorchester Frankfurt, Howard Griffiths

Label:
Anzahl Medien:
cpo
1
Medium:
EAN:

CD
761203527526


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Offenbach, Jacques
 - Ouvertures des opéras bouffes et comiques - Les Bavards
 - Ouvertures des opéras bouffes et comiques - Les Bergers
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 - Ouvertures des opéras bouffes et comiques - Les Brigands
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 - Ouvertures des opéras bouffes et comiques - La Créole
 - Ouvertures des opéras bouffes et comiques - La Princesse de Trébizonde
 - Ouvertures des opéras bouffes et comiques - Madame Favart
 - Ouvertures des opéras bouffes et comiques - L'ile de Tulipatan


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Dirigent(en):Griffiths, Howard
Orchester/Ensemble:Brandenburgisches Staatsorchester Frankfurt


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cpo

Wohl kaum ein zweites Label hat in letzter Zeit soviel internationale Aufmerksamkeit erregt wie cpo. Die Fachwelt rühmt einhellig eine überzeugende Repertoirekonzeption, die auf hohem künstlerischen Niveau verwirklicht wird und in den Booklets eine geradezu beispielhafte Dokumentation erfährt. Der Höhepunkt dieser allgemeinen Anerkennung war sicherlich die Verleihung des "Cannes Classical Award" für das beste Label (weltweit!) auf der MIDEM im Januar 1995 und gerade wurde cpo der niedersächsische Musikpreis 2003 in "Würdigung der schöpferischen Leistungen" zuerkannt.
Besonders stolz macht uns dabei, daß cpo - 1986 gegründet - in Rekordzeit in die Spitze vorgestoßen ist. Das Geheimnis dieses Erfolges ist einfach erklärt, wenn auch schwierig umzusetzen: cpo sucht niemals den Kampf mit den Branchenriesen, sondern füllt mit Geschick die Nischen, die von den Großen nicht besetzt werden, weil sie dort keine Geschäfte wittern. Und aus mancher Nische wurde nach einhelliger Ansicht der Fachwelt mittlerweile ein wahres Schmuckkästchen.
Am Anfang einer Repertoire-Entscheidung steht bei uns noch ganz altmodisch das Partituren-lesen, denn nicht alles, was noch unentdeckt ist, muß auch auf die Silberscheibe gebannt werden. Andererseits gibt es - von der Renaissance bis zur Moderne - noch sehr viele wahre musikalische Schätze zu heben, die oft näher liegen, als man meint. Unsere großen Werk-Editionen von Pfitzner, Korngold, Hindemith oder Pettersson sind nicht umsonst gerühmt worden. In diesem Sinne werden wir fortfahren.
Letztendlich ist unser künstlerisches Credo ganz einfach: Wir machen die CDs, die wir schon immer selbst haben wollten. Seien Sie herzlich zu dieser abenteuerlichen Entdeckungsfahrt eingeladen!


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