> > > Lee, Young Jo: Das Koreanische Kunstlied: Yoora Lee-Hoff, Michael Schütze, Marie-Luise Kahle
Dienstag, 23. Juli 2019

Lee, Young Jo: Das Koreanische Kunstlied - Yoora Lee-Hoff, Michael Schütze, Marie-Luise Kahle

Kunstlied auf Koreanisch


Label/Verlag: Genuin
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Die kompetenten Interpreten stellen Kunstlieder von Young Jo Lee vor – eine spannende Fusion aus koreanischen und westlichen Kompositionsformen.

Als ‚Schubert Koreas‘ wurde Heung Ryul Lee (1909–1980) in Anbetracht seines reichhaltigen Œuvres und seiner Verdienste um die Entwicklung des koreanischen, aus westlichen Einflüssen heraus weiterentwickelten Kunstlieds bezeichnet. Gewissermaßen dessen Erbe hat sein zweiter Sohn Young Jo Lee (*1943) angetreten, ausgestattet mit einer umfassenden Ausbildung in Europa und den USA und seither dekoriert mit zahlreichen nationalen Preisen nebst hohen Ämtern in musikalischen Gremien. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, inmitten der Sphären zwischen koreanischer Tradition und westlichen Anleihen einen eigenen Kompositionsstil zu finden. Davon, wie das klingt, kann man sich auf dieser beim Label Genuin erschienenen CD 'Das koreanische Kunstlied' ein Bild machen.

Strahlende Führungsrolle

Stimmlich in Szene gesetzt wird die aus unterschiedlichen Schaffensperioden zusammengestellte Auswahl seiner Lieder von der jungen Sopranistin Yoora Lee-Hoff, die eine ganz besondere musikalische Biographie vorweisen kann: Ursprünglich im Fach Klavier ausgebildet, setzte sie noch ein Violinstudium oben drauf, um erst anlässlich dessen als herausragendes Stimmtalent entdeckt zu werden. Ausgehend von diesem Anknüpfungspunkt absolvierte sie zusätzlich noch ein komplettes Gesangsstudium, das ihr schließlich zum Durchbruch in diesem Fach auf den großen Bühnen der Musikwelt verhalf. Ausgestattet mit einer entsprechend feinen Technik, verleiht sie der Singstimme eine strahlende Führungsrolle. Geschmeidiges, natürliches Timbre gestattet es ihr, sich sowohl in agiler Bewegung und crescendohaft aufsteigenden Höhen ('Sae zot-gi norae/Vogelscheuchenlied', 'Ongheya/Macht Spaß') als auch in bedächtig wogender Poesie ('Kyoung sang do Arirang') problemlos auszudrücken. Ihre Koloraturstimme wird regelrecht lautmalerisch anmutenden, sprachgestischen Elementen ('Zeong seon yeok-geom Arirang') spielerisch gerecht. Begleitet wird sie von Michael Schütze (Klavier) und Marie-Luise Kahle (Horn) – allein schon diese Besetzungsform sorgt für ein interessantes Klangbild. Speziell Schütze versteht es als international vielfach erprobter Begleiter seines Fachs, für einen atmosphärisch illustrativen Background zu sorgen.

Solides Handwerk

Young Jo Lee zeigt sich mit der effektiven Verwendung kompositorischer Stilmittel bestens vertraut: Stringente Linienführung, einfallsreiche Harmonik, rhythmische Finessen und kreative Themenverarbeitung zeugen von solidem Handwerk und führen zu den durchaus abwechslungsreichen Charakteren der insgesamt 18 Lieder. Die (selbstredend koreanisch gesungenen) Texte klingen in der deutschen Übersetzung ein wenig kryptisch – nicht immer ist man sich sicher, wo im Dunstkreis zwischen teils geistlich, teils weltlich geprägten Inhalten man sich thematisch gerade befindet. Einen spannenden Eindruck von der Gattung des koreanischen Kunstlieds im Spiegel stilprägend übernommener westlicher Strömungen vermittelt diese CD aber allemal.


Dieser Beitrag hat Ihnen gefallen? Empfehlen Sie ihn weiter!

Ihre Meinung? Kommentieren Sie diesen Artikel

Jetzt einloggen, um zu kommentieren.
Sind Sie bei klassik.com noch nicht als Nutzer angemeldet, können Sie sich hier registrieren.



Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



Cover vergrößern

    Lee, Young Jo: Das Koreanische Kunstlied: Yoora Lee-Hoff, Michael Schütze, Marie-Luise Kahle

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Genuin
1
08.06.2018
Medium:
EAN:

CD
4260036256024


Cover vergössern

Genuin

Im Jahr 2002 standen die jungen Tonmeister von GENUIN vor einer wichtigen Entscheidung: Sollte man sich weiterhin lediglich auf das Aufnehmen und Produzieren konzentrieren, oder auf die zahlreichen Nachfragen und positiven Rückmeldungen von Musikern und Fachzeitschriften eingehen und ein eigenes Label ins Leben rufen? In einer Zeit, in der praktisch alle großen Klassik-Label ihre Produktion eingestellt oder zumindest stark gedrosselt hatten, fiel die Entscheidung nicht leicht – aber sie fiel einstimmig aus: zugunsten einer offiziellen Vertriebsplattform für die GENUIN-Aufnahmen. Und der Erfolg hat nicht lange auf sich warten lassen.

Das Label GENUIN hat sich in seinem zwölfjährigen Bestehen zu einem Geheimtipp unter Musikern und Musikliebhabern entwickelt. Schon vor dem Leipzig-Debüt im Oktober 2004, einem Antrittskonzert im Robert-Schumann-Haus mit Paul Badura-Skoda, wurden die CDs in den deutschlandweiten Vertrieb gebracht und von Fachpresse und Musikerwelt hochgelobt. Inzwischen werden GENUIN-CDs in den meisten Ländern Europas sowie in Japan, Süd-Korea, Hongkong und den USA vertrieben.

Das Erfolgsrezept von GENUIN: Die gesamte Produktion, also die Beratung der Künstler bei Aufnahmeraum und Repertoire, die Vorbereitung und Durchführung der Aufnahme selbst, der Schnitt mit allen notwendigen Korrekturen, generelle Entscheidungen beim Cover- und Bookletentwurf bis hin zur fertigen Veröffentlichung liegen in der Hand der Tonmeister. Nur so haben die Musiker den größtmöglichen Entfaltungsspielraum bei der Einspielung und Gestaltung ihrer CDs. Und gleichzeitig kann bis zuletzt eine gleichbleibend hohe Qualität garantiert werden.

GENUIN bietet auch abseits ausgetretener Pfade etablierten Künstlern genauso wie der Nachwuchsgeneration die Möglichkeit, Musik nach eigenen Vorstellungen zu verwirklichen. Das macht sich positiv bemerkbar für die Hörer der mittlerweile mehr als 300 GENUIN-CDs mit Interpreten wie Paul Badura-Skoda, Nicolas Altstaedt oder der Dresdner Philharmonie.


Mehr Info...


Cover vergössern
Jetzt kaufen bei...
Titel bei JPC kaufen


Weitere Besprechungen zum Label/Verlag Genuin:

  • Zur Kritik... Steiler Weg nach oben: Dieses Album zeichnet den Weg des Pianisten Yekwon Sunwoo zu seinem 'Cliburn'-Sieg vor. Weiter...
    (Thomas Gehrig, )
  • Zur Kritik... Weite und Ruhe: Der junge isländische Tenor Benedikt Kristjánsson kombiniert auf seiner ersten Solo-CD isländische Volkslieder mit Liedern von Franz Schubert. Weiter...
    (Silke Meier-Künzel, )
  • Zur Kritik... Sensibles Vorspiel: Karim Shehata interpretiert 15 kurze Charakterstücke mit großer Sensibilität und schafft so ein abwechslungsreiches und in sich stimmiges Programm. Weiter...
    (Silke Meier-Künzel, )
blättern

Alle Kritiken von Genuin...

Weitere CD-Besprechungen von Thomas Gehrig:

  • Zur Kritik... Akzentfrei Französisch: Aleksey Semenenko und Inna Firsova landen mit ihrem Debüt-Album einen Volltreffer. Weiter...
    (Thomas Gehrig, )
  • Zur Kritik... Referenzcharakter: Mozarts symphonisches Vermächtnis in einer ganz großen Interpretation. Weiter...
    (Thomas Gehrig, )
  • Zur Kritik... Doppelfunktion: Nikolaj Szeps-Znaider als Solist und als Dirigent - dieses Mozart-Konzept geht voll auf. Weiter...
    (Thomas Gehrig, )
blättern

Alle Kritiken von Thomas Gehrig...

Weitere Kritiken interessanter Labels:

  • Zur Kritik... Britische Chorkunst: Diese Sammlung zeigt: Für britische Kirchenmusik ist der britische Kathedralchor immer noch die erste Wahl. Weiter...
    (Dr. Jürgen Schaarwächter, )
  • Zur Kritik... Rauschhafte Entmystifizierung: Nach dem Genuss dieser Doppel-DVD ist man restlos erledigt, aber selig. Weiter...
    (Benjamin Künzel, )
  • Zur Kritik... Klangliche Wärme: Die beiden Brahms-Streichquintette in einer Einspielung mit großer klanglicher Wärme. Weiter...
    (Dr. Aron Sayed, )
blättern

Alle CD-Kritiken...

Magazine zum Downloaden

NOTE 1 - Mitteilungen (7/2019) herunterladen (2731 KByte)

Anzeige

Jetzt im klassik.com Radio

Georg Druschetzky: Quartet in F major - Andante del Sign

CD kaufen


Empfehlungen der Redaktion

Die Empfehlungen der klassik.com Redaktion...

Diese Einspielungen sollten in keiner Plattensammlung fehlen

weiter...


Portrait

Isabelle van Keulen im Portrait "Mir geht es vor allem um Zwischentöne"
Isabelle van Keulen im Gespräch mit klassik.com über ihre Position als Artist in Residence der Deutschen Kammerakademie Neuss am Rhein, historische Aufführungspraxis und das Spielen ohne Dirigent.

weiter...
Alle Interviews...


Hinweis:

Mit Namen oder Initialen gekennzeichnete Beiträge geben die Meinung des Verfassers, nicht aber unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.

Die Bewertung der klassik.com-Autoren:

Überragend
Sehr gut
Gut
Durchschnittlich
Unterdurchschnittlich