> > > Edita Gruberová - Unreleased recordings: Münchner Rundfunksinfonieorchester
Mittwoch, 18. September 2019

Edita Gruberová - Unreleased recordings - Münchner Rundfunksinfonieorchester

Unveröffentlichtes zum Jubiläum


Label/Verlag: BR-Klassik
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Der Bayerische Rundfunk hat in den Archiven gewühlt und neben den zu erwartenden Donizetti- und Bellini-Dauerbrennern auch wirkliche Gruberová-Raritäten ans Licht befördert.

Zum 50-jährigen Bühnenjubiläum von Edita Gruberová hat der Bayerische Rundfunk bislang unveröffentlichte Liveaufnahmen mit dem Stimmwunder aus Bratislava auf CD beim hauseigenen Label herausgebracht. Bei der Etikettierung 'Unreleased Recordings' steigt natürlich die Spannung, was da aus den Archiven ans Licht geholt wurde – und tatsächlich bietet die ordentlich gefüllte Silberscheibe neben den zu erwartenden Donizetti- und Bellini-Dauerbrennern auch wirkliche Gruberová-Raritäten, allesamt begleitet vom routinierten Münchner Rundfunkorchester.

Gleich zu Beginn stehen drei geistliche Werke von Wolfgang Amadeus Mozart und Michael Haydn, die bei einem Konzert im Dezember 1995 in der Münchner Philharmonie mitgeschnitten wurden. Das komplette 'Exsultate, jubilate' zeigt, weshalb Edita Gruberová eine gefeierte Mozart-Interpretin war. Die lupenreine Intonation und die Erhabenheit über jegliche technische Schwierigkeiten machen noch heute staunen. Und es ist eben nicht nur das halsbrecherische 'Alleluia', mit dem die Künstlerin glänzt, sondern gerade der erste, ruhigere Teil der Motette, den sie beseelt und nuancenreich vorträgt. Aus demselben Konzert unter der Leitung von Leopold Hager gibt es anschließend wirkliches Gruberová-Randrepertoire: Michael Haydns weihnachtliche Kantate 'Lauft, ihr Hirten, allzugleich' und gemeinsam mit den Regensburger Domspatzen ein wunderbares 'Laudate Dominum' aus Mozarts 'Vesperae solennes de confessore'.

Ungewöhnlich für die Sängerin ist auch die Arie der Alcina aus Händels gleichnamiger Oper, die Silvester 1997 im Prinzregententheater aufgezeichnet wurde. Der Dirigent Mark Elder pflegt ein äußerst rasches, fast gehetztes Tempo, das leider den Zauber dieser Arie erheblich mindert. So ist die Gruberová gezwungen, das 'Ah! mio cor, schernito sei' recht oberflächlich zu absolvieren, obwohl sie zu den notwendigen Farbspielen und Schattierungen, zu den langen Vokalbögen und effektvollen ätherischen Klängen durchaus in der Lage gewesen wäre.

Interpretatorische Meisterleistungen

Nach dieser kleinen Enttäuschung folgen aber interpretatorische Meisterleistungen, die – obwohl schon oft von Gruberová gehört – dem Hörer noch immer den Atem verschlagen. Unangefochtener Höhepunkt der CD ist die Wahnsinnsarie der Lucia unter Lamberto Gardelli vom Oktober 1983. Diese Intensität, die bis ins kleinste Detail ausgeklügelte stimmliche Darstellung dieser Szene bei zugleich überirdischer Tonschönheit, das macht Edita Gruberová so schnell keiner nach. Und dass ihre Stimme über Jahrzehnte ihre Qualität behalten hat, ja, sogar in manchen Punkten immer besser und überzeugender wurde, das zeigen die beiden Arien aus Donizettis 'Linda di Chamounix' und Bellinis 'Beatrice di Tenda' vom November 1996. Gruberovás Messa di voce versetzt in Begeisterung, ihre Pianokultur ist meisterhaft und die entwaffnenden Höhenpiani bewirken sogar auf Tonträger, dass man sich kaum traut, zu atmen. Ja – so mancher lang gehaltene, hohe, attackierte Schlusston schwankt ein wenig in der intonatorischen Punktgenauigkeit. Aber was macht das schon, wenn die Gestaltung der vorhergehenden Szene so zwingend und kunstvoll ist? Der Jubel des Publikums spricht hier für sich.

Von ihrer komischen Seite zeigt sich Edita Gruberová als Rosina in Rossinis 'Barbiere di Siviglia' aus dem Jahr 1997 und final als Adele in der 'Fledermaus' vom Juni 2000 bei einer Gala im Stadttheater Lindau. Die Rosina war 1968 Gruberovás Debüt-Rolle und man hört, wie vertraut sie mit der Partie ist. Die ‚Unschuld vom Lande‘ beherrscht sie ebenso traumwandlerisch, wenngleich die Humorlage ihrer kokett gedachten Interpretation durchaus Geschmackssache bleiben dürfte. Stimmlich gelingen ihr beide Arien schlicht phänomenal.

Vielleicht finden sich in den kommenden Jahren noch weitere Gruberová-Schätze in den Archiven. Aus der Wiener Staatsoper gäbe es noch einige Partien dieser Ausnahmekünstlerin wiederzuentdecken. Jetzt aber erstmal: Alles Gute zum Bühnenjubiläum und danke an den BR!


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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Edita Gruberová - Unreleased recordings: Münchner Rundfunksinfonieorchester

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Spielzeit:
BR-Klassik
1
06.07.2018
074:48
Medium:
EAN:
BestellNr.:
Booklet
CD
4035719003253
900325


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Bellini, Vincenzo
Donizetti, Gaetano
Händel, Georg Friedrich
Haydn, Joseph
Mozart, Wolfgang Amadeus
Rossini, Gioacchino
Strauß, jun., Johann


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Interpret(en):Gruberová, Edita


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"Edita Gruberova – allein ihr Name ist bereits ein sinnlicher Wohlklang. Die slowakische Koloratursopranistin ist unbestritten eine der bekanntesten Interpretinnen des verzierten Operngesangs der heutigen Zeit, vor allem des italienischen Belcanto. Ihr Debüt gab sie als Königin der Nacht in Mozarts „Zauberflöte“ an der Wiener Staatsoper (1970); seit ihren Auftritten mit der gleichen Partie bei den Festspielen in Glyndebourne und Salzburg (1974) ist sie von den bedeutendsten internationalen Musiktheaterbühnen und Konzertpodien nicht mehr wegzudenken. Schmeichelhafte Beinamen wie „Königin der Koloratur“, „slowakische Nachtigall“ oder „prima donna assoluta“ sind kaum übertrieben; sie stehen wörtlich und wahrhaft für das, was Edita Gruberova seit nahezu einem halben Jahrhundert verkörpert, für was sie in aller Welt gefeiert wird: ihre vollkommene Beherrschung der Gesangstechnik, die schlafwandlerische Sicherheit, schwierigste Koloraturen und höchste Spitzentöne zu meistern, eine eindeutige und klare Intonation und dazu, alles überstrahlend und verklärend: das verführerische, betörende Timbre ihrer Stimme. Die von BR-KLASSIK anlässlich ihres 50jährigen Bühnenjubiläums veröffentlichte CD (am 19. Februar 1968 debütierte die 21jährige Gruberova als Rosina in Rossinis „Barbier von Sevilla“ am Nationaltheater ihrer Heimatstadt Bratislava) präsentiert neun zwischen Oktober 1983 und Juni 2000 bei Konzerten des Bayerischen Rundfunks mitgeschnittene Aufnahmen. Außerdem feiern wir 40 Jahre künstlerische Verbundenheit mit ihr, die seit ihrer Aufnahme der „Entführung aus dem Serail“ im Jahre 1978 besteht. Neben bekannten und weniger geläufigen Arien aus Opern von Händel („Alcina“), Rossini („Il barbiere di Siviglia“), Donizetti („Lucia di Lammermoor“ und „Linda di Chamounix“) und Bellini („Beatrice di Tenda“) sowie dem Couplet der Adele aus Johann Strauß‘ Operette „Die Fledermaus“ ist Edita Gruberova in Interpretationen von Mozarts „Exsultate, jubilate“ und – zusammen mit den Regensburger Domspatzen – seinem „Laudate Dominum“ aus den „Vesperae solennes de confessore“ sowie Michael Haydns viel zu selten musizierter Weihnachtskantate „Lauft, ihr Hirten, allzugleich“ auf der neuen CD zu erleben. Diese CD ist mehr als ein historisches Portrait; sie bietet einen repräsentativen musikalischen Querschnitt durch das breitgefächerte Repertoire von Edita Gruberova mit einigen Überraschungen, die ihre reichhaltige Diskographie ergänzen und bereichern. Ein perfektes Geschenk für jeden Liebhaber schöner Stimmen – nicht nur zur Weihnachtszeit oder zum 50jährigen Bühnenjubiläum von Edita Gruberova. Edita Gruberová Sopran Regensburger Domspatzen Münchner Rundfunkorchester Mark Elder, Lamberto Gardelli, Leopold Hager, Pinchas Steinberg, Marcello Viotti Dirigenten "


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BR-Klassik

Herausragende Musikaufnahmen der drei Klangkörper des Bayerischen Rundfunks werden unter einer gemeinsamen Marke den Musikfreunden angeboten. Das Label heißt BR-KLASSIK. Zum Start sind acht Tonträger sowie eine DVD am 18. September 2009 veröffentlicht worden. Mittlerweile umfasst der gesamte Katalog über 70 Aufnahmen.

Das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, das Münchner Rundfunkorchester und der Chor des Bayerischen Rundfunks genießen sowohl in der Region als auch international einen außergewöhnlichen Ruf in Bezug auf Qualität, künstlerische Kreativität und die Vermittlung von klassischer Musik. Im Konzertsaal und in Hörfunk- und Fernsehübertragungen sind die drei Klangkörper regelmäßig zu hören. Herausragende Konzerte, besonders gelungene Interpretationen und selten zu hörende Werke werden nun unter der gemeinsamen Marke BR-KLASSIK auf dem hauseigenen Label dokumentiert.

Das CD-Label BR-KLASSIK ist organisatorisch bei der BRmedia Service GmbH angesiedelt, dem für die Zweitverwertungen zuständigen Tochterunternehmen des Bayerischen Rundfunks, und wird von Stefan Piendl als Label-Manager geleitet. Mit ihm und Peter Alward als A&R-Consultant konnte der Bayerische Rundfunk zwei erfolgreiche, externe Experten mit umfassender, internationaler Erfahrung für die Mitwirkung an seinem neuen Label BR-KLASSIK gewinnen.

Als logische und konsequente Fortsetzung der Surround-Sound-Offensive im Hörfunkprogramm von Bayern 4 Klassik, das ausgewählte Sendungen im Mehrkanalton und mit erhöhter Datenrate überträgt, werden auch die Tonträger-Veröffentlichungen des Öfteren als audiophile SACD produziert. Die Hybrid-SACD-Tonträger lassen sich als herkömmliche CD abspielen, enthalten aber auch eine Stereo-Spur im hochauflösenden DSD-Format sowie eine Mehrkanal-Fassung in 5.0 bzw. 5.1-Surround.

In der Reihe BR-KLASSIK ARCHIVE bringt das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks historische Aufnahmen des Labels zu Gehör. Z.B. war an zwei denkwürdigen Konzertabenden die Pianistin Martha Argerich zu Gast, 1973 unter Leitung von Eugen Jochum mit Mozarts Klavierkonzert KV 456 sowie zehn Jahre später mit Beethovens Klavierkonzert Nr. 1 unter Seiji Ozawa.

Im Vertrieb werden die Neuerscheinungen von BR-KLASSIK weltweit durch NAXOS betreut. Damit ist eine bestmögliche Präsenz auf allen wichtigen internationalen Märkten gewährleistet. Neue Aufnahmen werden im Highprice-Segment veröffentlicht, die CDs der ARCHIVE- und WISSEN-Serie auf Midprice. Zu einer modernen Vertriebsstruktur gehört selbstverständlich auch die Möglichkeit des digitalen Downloads über Musikportale wie iTunes, Musicload u.a.. Auch dieser Vertriebsweg wird über die Firma NAXOS erschlossen. Die Naxos Music Library präsentiert zudem für Universitäten und öffentliche Bibliotheken via Internet einen ständig wachsenden Katalog mit Tausenden von Titeln weltweit führender Labels. Studenten, Lehrpersonal und andere Benutzer können sich jederzeit einloggen und in der Bibliothek, im Hörsaal, im Studentenwohnheim, im Büro oder zu Hause das komplette Repertoire abrufen - auch die Aufnahmen von BR-KLASSIK.


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