> > > The Bach Mono Tapes : Friedrich Gulda, Clavichord
Freitag, 23. August 2019

The Bach Mono Tapes - Friedrich Gulda, Clavichord

Gulda auf dem Clavichord


Label/Verlag: Berlin Classics
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Friedrich Gulda, Klassiker des modernen Klavierspiels und des Jazz, überrascht mit dieser CD als Clavichordspieler: eine faszinierende und problematische Aufnahme.

Die vorliegende CD mit Werken Johann Sebastian Bachs auf dem Clavichord sind ein spätes Vermächtnis Friedrich Guldas. Sie entstanden nebenbei aus Tonbandaufnahmen, die der Pianist anfertigte, um sein Spiel zu kontrollieren. Um es vorweg zu sagen: Die enormen pianistischen Fähigkeiten des Musikers werden vollständig auf seine beiden Clavichorde übertragen. Die Werke Bachs werden mit einem Furor musiziert, das an den Beinahe-Namensvetter Gould erinnert. Dadurch gewinnt Guldas Bach an Plastizität und thematische Zusammenhänge werden ohrenfällig, die beim langsameren Spiel so nicht in Erscheinung treten. Auch wenn dies mittlerweile ein Allgemeinplatz ist: Bei Gulda fängt der alte Bach an zu swingen. Besonders gefällt, dass Gulda die spezielle Eigenschaft des Clavichords ausgiebig nutzt: Die sogenannte Bebung, die dann ensteht, wenn man die gedrückte Taste etwas auf und ab bewegt. Dadurch gewinnt der Klang gegenüber dem Cembalo oder dem Klavier sehr an Lebendigkeit. Insofern haben wir es mit mustergültigen Interpretationen der eingespielten Werke zu tun, deren Feuer auch 18 Jahre nach dem Tod des Pianisten nicht erloschen ist.

Die Problematik der Aufnahmen besteht in der Technik, und zwar in zweierlei Hinsicht. Beim ersten Anhören verwundert der hohe Aufsprechpegel in der ersten Hälfte des Porgramms. Ein Clavichord ist ein sehr leises Instrument; wenn es in der Aufnahme hoch ausgesteuert wird, müssten sehr viel mehr Nebengeräusche auftreten. Das Geheimnis lüftet sich, wenn man liest, dass Gulda seine Clavichorde elektronisch verstärkte. Was sich also geriert wie eine historisch informierte Aufführungspraxis, entpuppt sich als Produkt technischen Raffinements. Die zweite Hälfte des Programms klingt hingegen topfig, fast wie hinter einer geschlossenen Tür gespielt. Es ist ein anderes Cembalo und offensichtlich eine andere Aufnahmesituation.

Trotz der technischen Fragezeichen empfiehlt sich diese CD selbstverständlich für alle Gulda-Freunde. Aber auch Liebhaber der Musik Bachs kommen auf ihre Kosten. Obwohl also die elektronsiche Verstärkung und die Aufnahmetechnik Fragen aufwerfen: Fünf Sterne für die Interpretation.


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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    The Bach Mono Tapes : Friedrich Gulda, Clavichord

Label:
Anzahl Medien:
Berlin Classics
1
Medium:
EAN:

CD
885470010632


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Bach, Johann Sebastian


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Berlin Classics

Berlin Classics (BC) ist das Klassik-Label der Edel Germany GmbH. Es ist das Forum für zahlreiche bedeutende historische Aufnahmen, wichtige Beiträge der musikalischen Zentren Leipzig, Dresden und Berlin sowie maßgebliche Neuproduktionen mit etablierten und aufstrebenden jungen Klassik-Künstlern. Dazu zählen etablierte Stars, wie z.B. die Klarinettistin Sharon Kam, die Pianisten Ragna Schirmer, Sebastian Knauer, Matthias Kirschnereit, Anna Gourari und Lars Vogt, die Sopranistin Christiane Karg oder auch die Ensembles Concerto Köln, Pera Ensemble, sowie der Dresdner Kreuzchor und das Vocal Concert Dresden. Mehrfach wurden Produktionen mit einem Echo-Preis ausgezeichnet. Im Katalog von Berlin Classics befinden sich Aufnahmen mit Kurt Masur, Herbert Blomstedt, Kurt Sanderling, Franz Konwitschny, Hermann Abendroth, Günther Ramin, Peter Schreier, Ludwig Güttler, Dietrich Fischer-Dieskau, die Staatskapellen Dresden und Berlin, das Gewandhausorchester Leipzig, die Dresdner Philharmonie, die Rundfunkchöre Leipzig und Berlin, der Dresdner Kreuzchor und der Thomanerchor Leipzig. Sukzesssive wird dieses historische Repertoire für den interessierten Hörer auf CD wieder zugänglich gemacht, wobei die künstlerisch hochrangigen Analogaufnamen mit größter Sorgfalt unter Anwendung der Sonic Solutions NoNoise-Technik bearbeitet werden, um sie an digitalen Klangstandard anzugleichen.


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