> > > Goldberg, Johann Gottlieb: Cembalokonzerte (Musica Baltica Vol. 5)
Donnerstag, 21. Juni 2018

Goldberg, Johann Gottlieb - Cembalokonzerte (Musica Baltica Vol. 5)

Berühmter Unbekannter


Label/Verlag: MDG
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Goldberg ist hinreichend bekannt, doch bislang nicht als Komponist. Die umfangreichen und vor allem auch im Orchester fein gearbeiteten Cembalokonzerte sind allerdings ein Quell der Freude.

Wer kennt Johann Gottlieb Goldberg? Jeder – aber eigentlich doch niemand. Goldberg (1727-1756) war eben jener, Komponist, der das Thema zu Bachs berühmten Variationen geschaffen haben soll (sollte die Legende war sein, hätte Goldberg das Thema im Alter von fünfzehn Jahren bereitgestellt). Eigene Kompositionen des Frühverstorbenen sind aber weidlich unbekannt – und die hier vorgelegten Cembalokonzerte in d-Moll und Es-Dur zeigen einen begabten jungen Musiker, der auf der Höhe seiner Zeit steht. Leider erfahren wir aus dem Booklet nicht, wann die beiden Konzerte entstanden, die der Musik Carl Philipp Emanuels nahe stehen (auch bleibt unklar, was Goldberg sonst alles geschaffen hat), so wenden wir uns umso freudiger der Musik zu. Die beiden dreisätzigen Werke sind für ihre Zeit ausgesprochen umfänglich, aber ohne dass es gefühlt zu unnötigen Längen käme. Großen Anteil daran hat vor allem das Goldberg Baroque Ensemble (augenscheinlich ein unglücklich gewählter Name, wo Goldberg doch zumindest hier eher dem Galanten Stil zuzuordnen ist), das voller Frische und Emotion aufspielt. Die langsamen Mittelsätze sind ebenso sorgsam ausgearbeitet wie die lebhaften Ecksätze, und vor allem werden erfreulicherweise keine Überextreme historisch informierter Aufführungspraxis bemüht.

Nicht ganz so glücklich ist der Rezensent mit der Solistin der Produktion, der Cembalistin Alina Ratkowska, deren agogische Flexibilität ein wenig über das, was in Sachen Klangrede der Musik gut tut, hinaus geht. Immer wieder wird die klare Melodieführung durch agogische Schwankungen mehr unterminiert denn belebt, so dass das Ergebnis nicht in voller Gänze überzeugt. Da aber der orchestrale Anteil an den Kompositionen ein beachtlicher ist, bleibt die Produktion – nicht zuletzt wegen der ausgezeichneten Aufnahmetechnik – ein fast ungetrübter Freudenquell. Für alle, die den Komponisten hinter dem Thema der berühmten Bach-Variationen kennenlernen wollen, ist diese SACD ein Muss.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Goldberg, Johann Gottlieb: Cembalokonzerte (Musica Baltica Vol. 5)

Label:
Anzahl Medien:
MDG
1
EAN:

760623206165


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MDG

Die klangrealistische Tonaufnahme

»Den beim Sprechen oder Musizieren entstehenden Schall festzuhalten, um ihn zu konservieren und beliebig reproduzieren zu können, ist eine Idee, die seit langem die Menschen beschäftigte. Waren zunächst eher magische Aspekte im Spiel, die die Phantasie beflügelten wie etwa bei Giovanni deila Porta, der 1598 den Schall in Bleiröhren auffangen wollte, so führte mit fortschreitender Entwicklung naturwissenschaftlichen Denkens ein verhältnismäßig gerader Weg zur Lösung...« (Riemann Musiklexikon)

Seit Beginn der elektrischen Schallaufzeichnung ist der Tonmeister als »Klangregisseur« bei der Aufnahme natürlich dem Komponisten und dem Interpreten, aber auch dem Hörer verpflichtet. Die Mittel zur Tonaufzeichnung sind hinlänglich bekannt. Die Kriterien für ihren Einsatz bestimmt das Ohr. Deshalb für den Hörer hier eine Beschreibung unserer Hörvorstellung.

Lifehaftigkeit

In der Gewißheit, daß der Konzertsaal im Wohnzimmer (leider) nicht realisierbar ist, konzentriert sich unser Bemühen darauf, die Illusion einer Wirklichkeit zu vermitteln. Die Musik soll im Hörraum so wiedererstehen, daß spontan der Eindruck der Unmittelbarkeit entsteht, das lebendige Klanggeschehen mit der ganzen Atmosphäre der »Lifehaftigkeit« erlebt wird. Da wir praktisch ausschließlich menschliche Stimmen und »klassische« Instrumente - auch sie haben ihren Ursprung im Nachahmen der Stimme - aufnehmen, konzentriert sich unsere Klangvorstellung auf natürliche Klangbalance und tonale Ausgeglichenheit im Ganzen, und instrumentenhafte Klangtreue im Einzelnen. Darüber hinaus natürliche, ungebremste Dynamik und genaueste Auflösung auch der feinsten Spannungsbögen. Weitestgehend bestimmend für die Illusion der Lifehaftigkeit ist auch die Ortbarkeit der Klangquellen im Raum: freistehend, dreidimensional, realistisch.

Musik entsteht im Raum

Um diesen »Klangrealismus« einzufangen, ist bei den Aufnahmen von MDG eine natürliche Akustik unbedingte Voraussetzung. Mehr noch, für jede Produktion wird speziell in Hinblick auf die Besetzung und den Kompositionsstil der passende Aufnahmeraum ausgesucht. Anschließend wird »vor Ort« die optimale Plazierung der Musiker und Instrumente im Raum erarbeitet. Dieser ideale »Spielplatz« ermöglicht nun nicht nur die akustisch beste Aufnahme, sondern inspiriert durch seine Rückwirkung die Musiker zu einer lebendigen, anregenden Musizierlust und spannender Interpretation. Können Sie sich die Antwort des Musikers vorstellen auf die Frage, ob er lieber in einem trockenen Studio oder in einem Konzertsaal spielt?

Die Aufnahme

Ist der ideale Raum vorhanden, entscheidet sich der gute Ton an den Mikrofonen - verschiedene Typen mit speziellen klanglichen Eigenheiten stehen zur Auswahl und wollen mit dem Klang der Instrumente im Raum in Harmonie gebracht werden. Ebenso wichtig für eine natürliche Abbildung ist die Anordnung der Mikrofone, damit etwa die richtigen Nuancen in der solistischen Darstellung oder die Kompensation von Verdeckungseffekten realisierbar werden. Das puristische Ideal »nur zwei Mikrofone« kann selten den komplexen Anforderungen einer Aufnahme mit mehreren Instrumenten gerecht werden. Aber egal wie viele Mikrofone verwendet werden: Stellt sich ein natürlicher Klangeindruck ein, ist die Frage nach dem Zustandekommen des »Lifehaftigen« zweitrangig. Entscheidend ist, es klingt so, als wären nur zwei Mikrofone im Spiel.

Ohne irgendwelche »Verschlimmbesserer« wie Filter, Limiter, Equalizer, künstlichen Hall etc. zu benutzen, sammeln wir die Mikro-Wellen übertragerlos in einem puristischen Mischpult und geben das mit elektrostatischem Kopfhörer kontrollierte Stereosignal linear und unbegrenzt an den AD-Wandler und zum digitalen Speicher weiter. Dadurch bleiben auch die feinsten Einschwingvorgänge erhalten. Auf der digitalen Ebene wird dann ohne klangmanipulierende Eingriffe mit dem eigenen Editor in unserem Hause das Band zur Herstellung der Compact Disc für den Hörer erstellt, für Ihr hoffentlich großes Hörvergnügen.


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