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Mittwoch, 14. November 2018

Mahler, Gustav - Sinfonie Nr. 5

Souveräner Überblick


Label/Verlag: BR-Klassik
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Mariss Jansons und das BR-Symphonieorchester mit Mahlers Fünfter: ein Ausschnitt aus einem Zyklus, der Lust auf mehr macht.

Seit 2003 ist Mariss Jansons nun schon als Chefdirigent in München tätig, so gut wie zwangsläufig bringt eine solch lange Amtszeit an der Spitze eines so renommierten Klangkörpers wie dem Symphonieorchester des BR die Auseinandersetzung mit Mahler mit sich. Die Neunte und die Siebte Sinfonie liegen als Einspielungen bereits vor, vom 10./11. März 2016 in der Münchner Philharmonie im Gasteig datiert die beim hauseigenen Label erschienene Aufnahme von Mahlers Fünfter.

Fein ausbalanciert

Zu Lebzeiten Mahlers noch weitestgehend mit Unverständnis rezipiert, hat die Fünfte Sinfonie bis heute nach und nach einen ungleich höheren Popularitätsstellenwert bis hin zur Verwendung als Filmmusik erreicht. Strahlend klar wird das Fanfaren-Motiv des Trauermarschs eingeführt, energetisch aufgeladen erklingen die dazwischen auf und ab wogenden Streicherbewegungen. Die im weiteren Verlauf in thematischer Anlehnung an den Eingangsabschnitt immer wieder gesetzten markanten Blech-Spitzen könnten in den Folgesätzen schärfer artikuliert werden. Kontrapunktische Elemente – wie innerhalb des Kopfsatzes, zum Ende des Finales und im Scherzo – gelingen stimmlich transparent. Der motivisch wechselhaften und charakterlich extrem sprunghaften Vielfalt des letzteren könnte man allerdings mit durchaus lebendigerer Agogik Rechnung tragen. Zumindest das Walzerthema besitzt aber Grazie und Eleganz, die in sich gekehrten Passagen werden mit klanglich sensiblen Samthandschuhen angefasst. Das Adagietto ruht mit fein ausbalanciertem Streicher-Timbre in sich.

Authentisch abgebildet

Mit den dezidierten Anweisungen der Partitur geht die Interpretation generell unterschiedlich um: Wo Mahler verschiedentlich ‚größte Vehemenz‘ fordert, ist Jansons‘ Dirigat mit stringent zulaufenden Crescendi und raumgreifender Geste zur Stelle. Die im Finale detailliert lautende Vortragsbezeichnung ‚bis zum Schluss beschleunigend‘ wird nicht konsequent genug umgesetzt, um das dramaturgische Potential voll auszuloten. Dennoch: Man muss zwar nicht jede einzelne Dosierung von Jansons‘ Klangrezeptur teilen, alles in allem behält er aber abteilungsübergreifend einen souveränen Überblick über die komplexe Werkarchitektur und setzt die musikalischen Impulse meist zur richtigen Zeit am richtigen Ort.

Das Booklet informiert nach BR-bewährtem Prinzip fundiert, die Klangqualität bildet das Gasteig-Live-Erlebnis authentisch ab. Ein (sehr zu empfehlender) vollständiger Beethoven-Zyklus des Klangkörpers unter Jansons existiert bereits. Eine komplette Mahler-Box ebenfalls – allerdings unter verschiedenen Dirigenten. Man darf gespannt sein, ob eine in sich geschlossene, die vorliegende Produktion fortsetzende Gesamtausgabe unter dem amtierenden Chef in der Zukunft noch realisiert wird.


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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Mahler, Gustav: Sinfonie Nr. 5

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
BR-Klassik
1
25.08.2017
EAN:

4035719001501


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Pizzicato: "Vehement und mit gewaltigen Klangmassen, die dennoch mit großer Transparenz hörbar gemacht werden, so führt uns Mariss Jansons die ersten drei Sätze aus Mahlers Fünfter vor. Er pflegt das Detail, verliert sich aber nicht darin, er sorgt für Kontraste und Stimmungsumbrüche, welche die Gefühlswallungen zwischen Theatralik, Pathos und einer kontrollierten Tiefe zum Ausdruck bringen und letzten Endes dennoch nicht so bewegen, wie das bei anderen Dirigenten der Fall ist. Hier ist es vor allem der Klang des Orchesters der fasziniert, denn das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks bleibt seinem Ruf als Eliteorchester wirklich nichts schuldig. Ein zartes und sehr differenziert gestaltetes Adagietto führt zum alert und verspielt dargebotenen Finale, in dem die Münchner Streicher mit sehr beweglichem Spiel letztlich sehr wienerisch klingen. Auch in diesem Satz ist die Liebe zum Detail Jansons wichtiger als der übergreifende Spannungsbogen. Die Aufnahme entspricht technisch dem gängigen Niveau des Hauses. "


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BR-Klassik

Herausragende Musikaufnahmen der drei Klangkörper des Bayerischen Rundfunks werden unter einer gemeinsamen Marke den Musikfreunden angeboten. Das Label heißt BR-KLASSIK. Zum Start sind acht Tonträger sowie eine DVD am 18. September 2009 veröffentlicht worden. Mittlerweile umfasst der gesamte Katalog über 70 Aufnahmen.

Das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, das Münchner Rundfunkorchester und der Chor des Bayerischen Rundfunks genießen sowohl in der Region als auch international einen außergewöhnlichen Ruf in Bezug auf Qualität, künstlerische Kreativität und die Vermittlung von klassischer Musik. Im Konzertsaal und in Hörfunk- und Fernsehübertragungen sind die drei Klangkörper regelmäßig zu hören. Herausragende Konzerte, besonders gelungene Interpretationen und selten zu hörende Werke werden nun unter der gemeinsamen Marke BR-KLASSIK auf dem hauseigenen Label dokumentiert.

Das CD-Label BR-KLASSIK ist organisatorisch bei der BRmedia Service GmbH angesiedelt, dem für die Zweitverwertungen zuständigen Tochterunternehmen des Bayerischen Rundfunks, und wird von Stefan Piendl als Label-Manager geleitet. Mit ihm und Peter Alward als A&R-Consultant konnte der Bayerische Rundfunk zwei erfolgreiche, externe Experten mit umfassender, internationaler Erfahrung für die Mitwirkung an seinem neuen Label BR-KLASSIK gewinnen.

Als logische und konsequente Fortsetzung der Surround-Sound-Offensive im Hörfunkprogramm von Bayern 4 Klassik, das ausgewählte Sendungen im Mehrkanalton und mit erhöhter Datenrate überträgt, werden auch die Tonträger-Veröffentlichungen des Öfteren als audiophile SACD produziert. Die Hybrid-SACD-Tonträger lassen sich als herkömmliche CD abspielen, enthalten aber auch eine Stereo-Spur im hochauflösenden DSD-Format sowie eine Mehrkanal-Fassung in 5.0 bzw. 5.1-Surround.

In der Reihe BR-KLASSIK ARCHIVE bringt das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks historische Aufnahmen des Labels zu Gehör. Z.B. war an zwei denkwürdigen Konzertabenden die Pianistin Martha Argerich zu Gast, 1973 unter Leitung von Eugen Jochum mit Mozarts Klavierkonzert KV 456 sowie zehn Jahre später mit Beethovens Klavierkonzert Nr. 1 unter Seiji Ozawa.

Im Vertrieb werden die Neuerscheinungen von BR-KLASSIK weltweit durch NAXOS betreut. Damit ist eine bestmögliche Präsenz auf allen wichtigen internationalen Märkten gewährleistet. Neue Aufnahmen werden im Highprice-Segment veröffentlicht, die CDs der ARCHIVE- und WISSEN-Serie auf Midprice. Zu einer modernen Vertriebsstruktur gehört selbstverständlich auch die Möglichkeit des digitalen Downloads über Musikportale wie iTunes, Musicload u.a.. Auch dieser Vertriebsweg wird über die Firma NAXOS erschlossen. Die Naxos Music Library präsentiert zudem für Universitäten und öffentliche Bibliotheken via Internet einen ständig wachsenden Katalog mit Tausenden von Titeln weltweit führender Labels. Studenten, Lehrpersonal und andere Benutzer können sich jederzeit einloggen und in der Bibliothek, im Hörsaal, im Studentenwohnheim, im Büro oder zu Hause das komplette Repertoire abrufen - auch die Aufnahmen von BR-KLASSIK.


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