> > > Brauss, Elisabeth spielt: Klavierwerke von Beethoven, Chopin u.a.
Samstag, 21. September 2019

Brauss, Elisabeth spielt - Klavierwerke von Beethoven, Chopin u.a.

Starke Präsenz


Label/Verlag: OehmsClassics
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Auf ihrem Debüt-Album lässt Elisabeth Brauß großes pianistisches Potential und stilistische Wandelbarkeit erkennen.

Debuts sind immer eine spannende Sache – für den Hörer einerseits, als wichtiger Meilenstein in der jungen Karriere eines Interpreten andererseits. Ihr erstes Album hat die junge aus Hannover stammende Pianistin Elisabeth Brauß bei Oehms Classics in Co-Produktion mit dem Sender hr2 Kultur vorgelegt.

So geht Beethoven!

Eine stilistisch breit gefächerte Werkauswahl hat sie dabei getroffen, den Anfang macht Beethovens D-Dur-Sonate op. 10/3. Von den ersten Takten an lässt sie durch hochkonzentriertes, agogisch äußerst lebendiges Spiel aufhorchen. Entsprechend statisch aufgeladen gelingt ihr der Kopfsatz, auch Menuett und finales Rondo vibrieren voller Vitalität und musikalischer Impulse. Begünstigend hinzu kommt Brauß’ dynamisch variabler Anschlag; im 'Largo e mesto' lässt sie den Flügel mit warmem Timbre singen. Alles in allem eine Interpretation, die das Niveau von Referenz-Exegeten wie Alfred Brendel oder – speziell, was diese Sonate betrifft – auch Grigory Sokolov zwar nicht ganz erreicht, es aber beachtlich oft streift – kurz gesagt: So geht Beethoven!

Musikalische Übersicht

Von der Wiener Klassik wagt sie den Sprung zu Prokofjews früher Zweiter Sonate d-Moll op. 14. Auch hier kommen ihr die Impulsivität und spontane Wandlungsfähigkeit ihres Spiels zugute. In den raschen Sätzen überzeugt sie durch kraftvollen Zugriff, scharfkantige Artikulation und technische Sicherheit in den schwer zu spielenden perkussiv angelegten Passagen. Auch gestalterisch wird sie der Darstellung der konträren Elemente aus harmonischen und rhythmischen Spannungsfeldern gerecht und behält die Übersicht über die vielgestaltigen Konturen. Im 'Andante' unterstreicht sie wirkungsvoll das lyrische Element.

In Chopins b-Moll-Sonate überzeugt sie eingangs mit vollgriffigem Volumen und spürbar starker musikalischer Präsenz. Der Beginn des Kopfsatzes besitzt klare, dramaturgisch stringente Linie – in der Durchführung unterläuft ihr allerdings ein stilistischer Bruch, hier gerät das Tempo inkohärent und wirken die geballten Akkordfolgen etwas träge. Auch das Scherzo bleibt hinter der vergleichsweise üblichen ‚Durchschnittsgeschwindigkeit’ zurück und büßt dadurch etwas an Wirkung ein. Eine absolute Rarität hat sie sich für den Schluss aufgehoben: Die vierhändige 'Etude de couleurs' op. 115 ist ein vom Kulturkreis der Deutschen Wirtschaft im BDI e.V. in Auftrag gegebenes Werk des 1955 geborenen Komponisten Michael Denhoff. Gemeinsam mit Partner Fabian Müller gelingt ihr eine im besten Sinne des Titels farbenreiche Deutung, die virtuose Fähigkeiten, klangliche Sensibilität und präzise Diktion zu einem den Hörer unmittelbar ansprechenden Ganzen verbindet.


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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Brauss, Elisabeth spielt: Klavierwerke von Beethoven, Chopin u.a.

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
OehmsClassics
1
28.04.2017
Medium:
EAN:

CD
4260034864603


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OehmsClassics

Ein erfülltes Leben ist ohne Musik kaum denkbar. Musik spiegelt unsere Wahrnehmung der Umwelt und die Realität heutiger wie vergangener Zeiten. Gute Musik ist immer neu, immer frisch, immer wieder entdeckenswert. Deshalb bin ich überzeugt: Es gibt nicht -die- eine, definitive, beste Interpretation der großen Werke der Musikgeschichte. Und genau das macht klassische Musik so spannend: Jede Musikergenerationen experimentiert, entdeckt neue Blickwinkel, setzt unterschiedliche Schwerpunkte - derselbe Notentext wird immer wieder von anderen Strömungen belebt.

Deshalb ist ein Musikstück, egal aus welchem Jahrhundert, auch immer Neue Musik. OehmsClassics hat es sich zur Aufgabe gemacht, am Entdecken der neuen Seiten der klassischen Musik mitzuwirken.

Unser Respekt vor den künstlerischen Leistungen der legendären Interpreten ist gewiss. Unser Ziel als junges CD-Label sehen wir jedoch darin, den interpretatorischen Stil der Gegenwart zu dokumentieren. Junge Künstler am Anfang einer internationalen Karriere und etablierte Künstler, die neue Blickwinkel in die Interpretationsgeschichte einbringen - sie unterstützen wir ganz besonders und geben ihnen ein Forum, um auf dem Tonträgermarkt präsent zu sein.

Sie, liebe Musikhörer, bekommen damit die Gelegenheit, heute die Musikaufführung zu Hause nachzuvollziehen, die Sie gestern erst im Konzertsaal oder Opernhaus gehört haben. Wir laden Sie ein, gemeinsam mit uns die neuen Seiten der klassischen Musik zu erleben!


Ihr
Dieter Oehms


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