> > > Chant d'Automne: Trompetenwerke von Hartmann, Grunelius, Hindemith und Fischer
Mittwoch, 15. Juli 2020

Chant d'Automne - Trompetenwerke von Hartmann, Grunelius, Hindemith und Fischer

In expressiver Steigerung


Label/Verlag: Channel Classics
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Wim Van Hasselt steht im Mittelpunkt einer durchaus disparaten Sammlung von Werken mit Trompete.

Das 20. Jahrhundert brachte der Konzert- und Kammermusikliteratur für Trompete neue reiche Früchte – die Möglichkeiten der freieren Instrumentennutzung nach dem Ersten Weltkrieg führte zu Werken unterschiedlichster Couleur und Stimmungslage. Die Ecksätze von Karl Amadeus Hartmanns neoklassisch-ironischem 'Concertino' für Trompete und sieben Soloinstrumenten aus dem Jahr 1933 kommen übermütig-spritzig daher, wie ein sarkastischer Kommentar zu den Nationalsozialisten. Nach der Uraufführung im August desselben Jahres in Straßburg galt das Werk bis 2000 als verschollen, hat aber in der vorliegenden Einspielung mit Wim Van Hasselt (zusammen mit Solisten der Amsterdam Sinfonietta) nichts von seiner Frische verloren. Paul Hindemiths Sonate für Trompete und Klavier (mit einem Choralzitat aus 'Alle Menschen müssen sterben' im Schlusssatz) entstand 1939 im Schweizer Asyl. Wim Van Hasselt überdeckt durch häufig etwas zu offenen Ton die unterschwellige Melancholie der Komposition – Eriko Takezawa ist (wohl auch aufnahmetechnisch bedingt) eine vielleicht zu dezente Klavierpartnerin.

Wilhelm von Grunelius‘ 'Chant d‘automne' für Flügelhorn, Pauken und Streicher (2016) ist ein stimmungsstarkes Konzertwerk, in dem Van Hasselt die ganze Farbvielfalt seines Instruments einbringt, perfekt unterstützt durch das Budapest Festival Orchestra. Dasselbe Orchester, diesmal unter der Leitung Iván Fischers, ist Van Hasselts Partner bei Iván Fischers 'Deutsch-Jiddische Kantate' (2005) für Sopran, Trompete und Streicher (auch auf einer Porträt-CD des Komponisten Fischer vorgelegt). Van Hasselt bietet hier eine nicht geringere Farbvielfalt als in der Grunelius-Komposition. Die Sopranistin Nora Fischer (Tochter des Komponisten) bietet gleichfalls vielfältige Facetten. So gerät die Kantate zum natürlichen Höhepunkt einer CD, in der einzig die Hindemith-Sonate nicht ganz optimal präsentiert ist.


Dieser Beitrag hat Ihnen gefallen? Empfehlen Sie ihn weiter!

Ihre Meinung? Kommentieren Sie diesen Artikel

Jetzt einloggen, um zu kommentieren.
Sind Sie bei klassik.com noch nicht als Nutzer angemeldet, können Sie sich hier registrieren.



Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



Cover vergrößern

    Chant d'Automne: Trompetenwerke von Hartmann, Grunelius, Hindemith und Fischer

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Channel Classics
1
09.09.2016
Medium:
EAN:
CD
723385377160

Cover vergössern

Channel Classics

Channel Classics Records is a quality record label based in Holland. Director, producer and recording engineer is C. Jared Sacks. Having grown up in Boston Massachusetts, schooled at Oberlin Conservatory and the Amsterdam Conservatory of music with 15 years experience playing French Horn, Jared decided to make his hobby of recording a profession in 1987. The label started in 1990 with the name Channel Classics coming from the street he lived on in Amsterdam. (Kanaalstraat).
Jared and his Dutch wife Lydi Groenewegen together with a group of assistants work closely with distributors in 37 countries to promote the artists through the CD?s.


Mehr Info...


Cover vergössern
Jetzt kaufen bei...


Weitere Besprechungen zum Label/Verlag Channel Classics:

  • Zur Kritik... Von der Einheit des differenzierten Zusammenspiels: Drei Kammermusikprofis begeistern mit der dialogisch geführten Emotionalität der Extreme in Schuberts Klaviertrio op. 100. Weiter...
    (Christiane Franke, )
  • Zur Kritik... Eine freigeistige Einzelkämpferin: Die niederländische Geigerin Rosanne Philippens bricht auf ihrer neuen CD 'Insight' mit Konventionen und verleiht verschiedenen Solowerken ihre ganz persönliche Note. Weiter...
    (Susanna Morper, )
  • Zur Kritik... Faszination des Tragischen: Paolo Giacometti und Thomas Oliemans gelingt es, Schuberts 'Winterreise' trotz ihres hohen Bekanntheitsgrades eine neue, in faszinierenden Farben schillernde Interpretation zu geben, bei der der Spannungsbogen von Anfang bis Ende aufrechterhalten wird. Weiter...
    (Dr. Uta Swora, )
blättern

Alle Kritiken von Channel Classics...

Weitere CD-Besprechungen von Dr. Jürgen Schaarwächter:

  • Zur Kritik... Zwischen Haydn und Mozart: Der Kontrabassist Johannes Matthias Sperger war auch ein beachtlicher Sinfoniker. Weiter...
    (Dr. Jürgen Schaarwächter, )
  • Zur Kritik... Teamarbeit: Die Gesamtleistung der Musiker von Il gardellino überzeugt in zwei großen geistlichen Chorwerken von Niccolò Jommelli ebenso wie ihre Einzelleistungen. Weiter...
    (Dr. Jürgen Schaarwächter, )
  • Zur Kritik... Unterschiedlich historisch: Diese Hommage an Clara Schumann bietet voll ausgereifte Interpretationen. Weiter...
    (Dr. Jürgen Schaarwächter, )
blättern

Alle Kritiken von Dr. Jürgen Schaarwächter...

Weitere Kritiken interessanter Labels:

  • Zur Kritik... Loreleys Klangzauber: Schöner und inniger als Julia Kleiter kann man diese Lieder kaum singen – inhaltlich ist aber noch deutlich Luft nach oben. Weiter...
    (Benjamin Künzel, )
  • Zur Kritik... Rhythmisches Einerlei: Francesco Corti und Il pomo d'oro widmen sich Bachs Cembalo-Konzerten. Weiter...
    (Daniel Krause, )
  • Zur Kritik... Teamarbeit: Die Gesamtleistung der Musiker von Il gardellino überzeugt in zwei großen geistlichen Chorwerken von Niccolò Jommelli ebenso wie ihre Einzelleistungen. Weiter...
    (Dr. Jürgen Schaarwächter, )
blättern

Alle CD-Kritiken...

Magazine zum Downloaden

NOTE 1 - Mitteilungen (7/8 2020) herunterladen (3000 KByte)

Anzeige

Jetzt im klassik.com Radio

Leopold Kozeluch: Piano Trio P.IX:11 in C minor - Allegro

CD kaufen


Empfehlungen der Redaktion

Die Empfehlungen der klassik.com Redaktion...

Diese Einspielungen sollten in keiner Plattensammlung fehlen

weiter...


Portrait

Isabelle van Keulen im Portrait "Mir geht es vor allem um Zwischentöne"
Isabelle van Keulen im Gespräch mit klassik.com über ihre Position als Artist in Residence der Deutschen Kammerakademie Neuss am Rhein, historische Aufführungspraxis und das Spielen ohne Dirigent.

weiter...
Alle Interviews...


Sponsored Links

Hinweis:

Mit Namen oder Initialen gekennzeichnete Beiträge geben die Meinung des Verfassers, nicht aber unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.

Die Bewertung der klassik.com-Autoren:

Überragend
Sehr gut
Gut
Durchschnittlich
Unterdurchschnittlich