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Donnerstag, 21. September 2017

Verdelot & Ganassi - Madrigali diminuiti

Klangvolle Madrigale des 16. Jahrhunderts


Label/Verlag: Ricercar
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Die Madrigalkunst des frühen 16. Jahrhunderts führt das Ensemble Doulce Mémoire auf dieser CD vor. Unter Leitung von Denis Raisin Dadre erklingt die Musik auf historisch nachempfundenen Instrumenten in einem Schloss des 16. Jahrhunderts.

Einen Einblick in die Welt der frühen Madrigalkomposition eröffnet die CD ‚Madrigali Diminuiti‘, die bei dem Label Ricercar erschienen ist. Das Ensemble Doulce Mémoire – Denis Raisin Dadre, Clara Coutouly, Pascale Boquet, Bérengère Sardin und Sébastien Wonner – interpretiert unter der Leitung von Denis Raisin Dadre verschiedene Madrigale von Philippe Verdelot, Melchior De Barberis und anderen Komponisten. Dabei spielt das Ensemble auf mitteltönig gestimmten Instrumenten – Flöte, Renaissancelaute und verschiedenen Tasteninstrumenten –, die in ihrer Beschaffenheit der Bauweise des 16. Jahrhunderts nachempfunden sind. Dem Flötenspiel von Dadre liegt hier das Lehrwerk ‚Opera Intitulata Fontegara‘ (1535) von Silvestro Ganassi zugrunde.

Um den Eindruck eines Klangkörpers aus dem 16. Jahrhundert zu verstärken, fand die Aufnahme im Château de Chambord statt, welches in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts erbaut wurde und zu einem der prächtigsten Schlösser der Loire-Region gilt. Der leichte Hall des Schlosses verbindet sich sehr gut mit dieser klaren und fein ausdifferenzierten Musik.

Besonders hervorzuheben ist in dieser Interpretation das gekonnte Wechselspiel der einzelnen Instrumente, welches vor allem in der 'Padouana della Ragione' (Anonymous) sehr gut zum Vorschein kommt. Auch die Entscheidung des Ensembles, von einigen Werken sowohl eine Version mit Gesang als auch rein instrumental aufzunehmen (mit Flöte statt Gesang), trägt zur abwechslungsreichen Gestaltung der Aufnahme bei. Tatsächlich klingen manche Madrigale durch die Veränderung von Gesang zu Flöte wie eine völlig neue Komposition. Kunstvoll verziert Dadre an der Flöte auch Verdelots Madrigal 'In me cresce l’ardore' und schwebt leicht und locker über die Töne hinweg.

Insgesamt kreiert das Ensemble einen völlig natürlichen Klangeindruck, der die gesamte CD zu einem angenehmen Hörerlebnis machen könnte. Unglücklicherweise jedoch übersteuert das Mikrofon an einer Stelle deutlich hörbar und stört den Hörgenuss enorm. Auch in anderen Tracks ist die Gesangsstimme so laut aufgenommen bzw. gemischt, dass sie nah am Übersteuern zu sein scheint. Das Booklet wartet zwar mit ansprechendem Design und Wissenswertem zur Musik des 16. Jahrhunderts auf, Informationen zu den Interpreten enthält man bis auf deren Namen jedoch nicht.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Verdelot & Ganassi: Madrigali diminuiti

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Ricercar
1
04.11.2016
EAN:

5400439003712


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Ricercar

Von Haus aus Musikwissenschaftler und Gambist (und hier immerhin Schüler von Wieland Kuijken), gründete der Belgier Jérôme Lejeune 1980 sein Label RICERCAR, das schnell zu einem der wichtigsten im Bereich der Alten Musik wurde. Das war nicht nur durch die musikwissenschaftliche Arbeit Lejeunes nahe liegend, sondern auch dem Umstand geschuldet, dass Belgien von je her zu den führenden Nationen im Bereich der historischen Aufführungspraxis gehörte. Die Künstler, die für RICERCAR aufnehmen bzw. aufgenommen haben, lesen sich ohne Übertreibung wie das Who-is-Who der Alten Musik-Szene: Hier machte zum Beispiel Philippe Herreweghe genauso seine allerersten Aufnahmen wie das Ricercar Consort, Jos van Immerseel oder Mark Minkowski (sowohl als Fagottist als auch als Dirigent). Zu den Künstlern und Ensembles, die derzeit dem Label verbunden sind, gehören so prominente Namen wie der Organist Bernard Foccroulle, die Sopranistin Sophie Karthäuser sowie die Ensemble La Fenice und Continens Paradisi. Nach wie vor bietet Lejeune dabei jungen Künstlern und Ensembles eine künstlerische Plattform und er beweist dabei stets ein besonders glückliches Händchen. Viele der nicht weniger als 250 Aufnahmen, die hier veröffentlicht wurden, waren klingende Lektionen in Musikgeschichte, die in mehrteiligen Reihen solche Themen wie Bach und seine Vorgänger, die franko-flämische Polyphonie oder Instrumentenkunde behandelten und so etwas wie zu einem Markenzeichen des Labels wurden. Das erstaunliche dabei war auch, dass nahezu alle Produktionen des Labels von Lejeune sowohl wissenschaftlich als künstlerisch und technisch betreut wurden.


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