> > > Wanderer: Werke für Klavier von Mendelssohn, Schubert, Liszt, Chabrier, Schostakowitsch, Debussy
Mittwoch, 28. Juni 2017

Wanderer - Werke für Klavier von Mendelssohn, Schubert, Liszt, Chabrier, Schostakowitsch, Debussy

Überzeugungskraft


Label/Verlag: TYXart
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Mit ihrem Debütalbum gibt die junge Bonner Pianistin Jamina Gerl eine ausdrucksstarke Visitenkarte ab.

Den programmatischen Titel ‚Wanderer‘ trägt das beim Label Tyxart erschienene Debüt-Album der jungen Bonner Pianistin Jamina Gerl. Zugrunde liegt der thematischen Idee, wie sie in einem mit ihr Ende vergangenen Jahres geführten Rundfunkinterview erklärt hat, Schuberts gleichnamiges Lied, das u. a. in der Liszt-Transkription auf der CD enthalten ist. Verkörpert durch das Motiv der Wanderschaft möchte sie damit auch symbolisch verkörperte – nicht zuletzt auch aktuelle – Bezüge zur Suche nach Zugehörigkeit und Rückhalt in der Gesellschaft herstellen.

Großes Potential

Ausgewählt hat sie dafür schwerpunktmäßig Werke der deutschen Romantik, wiewohl sie explizit darauf hinweist, dass die Thematik sich gerade nicht in dieser Ära erschöpft, sondern epochenübergreifend in der Musik stets eine wichtige Rolle gespielt hat. Die erwähnte Liszt-Fassung spielt sie mit ausdruckstarker, klar strukturierender Überzeugungskraft. Gleiches gilt für dessen 'Waldesrauschen', auch das zweite Stück dieses Etüden-Paares S. 145, besser bekannt unter dem Namen 'Gnomenreigen', gelingt ihr für eine Debüt-Einspielung erstaunlich gut. Die virtuose Brillanz und Leichtigkeit der ebenfalls jüngst erschienenen Aufnahme Daniil Trifonovs erreicht sie freilich nicht – dessen Ausnahmefähigkeiten als Maßstab anzulegen, wäre allerdings auch ungerecht. An technische Grenzen stößt sie stellenweise auch in Schuberts 'Wanderer-Fantasie'; den Mittelteil könnte sie agogisch noch breiter auffächern. Insgesamt bewegt sie sich aber auch hier auf einem vielversprechenden Niveau und beweist, dass sie über großes pianistisches Potential verfügt.

Zufluchtsorte

Einen breiten Raum auf der Wanderschaft nimmt auch Felix Mendelssohn Bartholdy ein. In dessen fis-Moll-Fantasie, auch 'Schottische Sonate' genannt, sowie den 'Venezianischen Gondelliedern' op. 19/6, 30/6 und 62/5 wirkt ihr Spiel stilistisch bemerkenswert souverän. Mit viel dynamischer Zugkraft und poetischer Gestaltungskraft beweist sie, dass Mendelssohn als Klavierkomponist noch immer unterschätzt wird. Musikalisch feinfühlig erkundet sie Wege zu Zufluchtsorten der gedanklichen Fantasie und zu erschaffenen Traumwelten, die sie bewusst als thematischen Bestandteil des übergeordneten Mottos verstanden wissen will. Hierhin gehört auch Debussys 'L‘Isle joyeuse', mit der sie zeigt, dass sie sich auch auf impressionistischem Terrain stilsicher bewegt. Gleichzeitig repertoirebereichernd und in derselben programmatischen Kategorie zu verorten sind die 'Drei Phantastischen Tänze' des jungen Schostakowitsch und Chabriers 'Bourrée fantasque', in denen Gerl die Fantasie des Zuhörers ebenfalls mit hoher musikalischer Intensität anregt.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





Dieser Beitrag hat Ihnen gefallen? Empfehlen Sie ihn weiter!

Ihre Meinung? Kommentieren Sie diesen Artikel

Jetzt einloggen, um zu kommentieren.
Sind Sie bei klassik.com noch nicht als Nutzer angemeldet, können Sie sich hier registrieren.



Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



Cover vergrößern

    Wanderer: Werke für Klavier von Mendelssohn, Schubert, Liszt, Chabrier, Schostakowitsch, Debussy

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Spielzeit:
TYXart
1
07.10.2016
73:17
EAN:
BestellNr.:

4250702800828
TXA16082


Cover vergössern

Debussy, Claude
Liszt, Franz
Mendelssohn Bartholdy, Felix
Schostakowitsch, Dimitri
Schubert, Franz


Cover vergössern

"Das Wandern ist nicht nur des Müllers Lust, der leichten Fußes die Welt durchschreitet. Im Wandern spiegelt sich auch das Urbild romantischer Bewegung und Seelenqual: die Sehnsucht nach der fernen Geliebten, die Heimatlosigkeit des einsam verlorenen Menschen.
Franz Schubert hat dieses Bild entscheidend geprägt. Seine Wanderer-Fantasie ist gedanklicher Ausgangspunkt dieser Aufnahme, die indes bewusst auch die lichte Seite des romantischen Wanderns in den Blick nimmt. So führt das Programm von Felix Mendelssohn und seiner Reise durch Schottland zu musikalischen Stimmungsbildern von Liszt bis Debussy. Sie erzählen von Wäldern, der Welt der Gnome und Naturgeister sowie von fantastischen und exotischen Tänzen. Venezianische Gondellieder bringen uns hernach vom Land stimmungsvoll übers Wasser und leiten uns auf den verschlungenen Windungen des Canale Grande bis hin zur L'Isle joyeuse, jener Insel der Freude, die als Reich der Liebe und Glückseligkeit gilt.

Konzerte im In- und Ausland brachten der jungen deutschen Pianistin Jamina Gerl (geb. in der Beethoven-Stadt Bonn) stets beste Kritik. So betitelte die New Yorker Presse ihr Orchester-Debüt als "Triumph für alle Beteiligten" und "Klavierkonzert 'Rach 3' bezwungen." Neben ihren vielseitigen Konzertprogrammen wird stets poetisch inspiriertes Spiel, bemerkenswerte Virtuosität sowie ein reich schattiertes, differenziertes Ausdrucksvermögen betont, oft auch ihre künstlerische Tiefe, technische Souveränität und besonderes Gespür für Klangfarben. Gerl spielt neben vielen europäischen Ländern auch in Japan, China und in den USA. Dort trat sie u.a. mit Orchestern wie dem New York Concerti Sinfonietta Orchestra (Paul Hostetter), dem Arctic Chamber Orchestra, dem Fairbanks Youth Orchestra (George Rydlinsky) und dem Fairbanks Symphony Orchestra (Eduard Zilberkant) auf. Konzerte und zahlreiche Wettbewerbserfolge (zuletzt 1. Preis der International Shining Stars Rachmaninoff Piano Concerto Competition 2013 in New York) führten sie bereits in renommierte Konzertsäle wie die Carnegie Hall, Steinway Hall New York, Beethoven-Haus Kammermusiksaal, Illsley Ball Nordstrom Recital Hall, Mannes College Concert Hall, Tonhalle Düsseldorf und Munetsugu Hall Nagoya.


CD-Programm / Trackliste:

Felix Mendelssohn-Bartholdy (1809–1847)
Fantasie op. 28 (13:54)

Franz Liszt (1811–1886)
Waldesrauschen, Gnomenreigen (08:17)

Dmitri Shostakovich (1906–1975)
3 Phantastische Tänze op. 5 (03:50)

Emmanuel Chabrier (1841–1894)
Bourée Fantasque (06:04)

Felix Mendelssohn-Bartholdy
3 Venezianische Gondellieder
(g-Moll, fis-Moll, a-Moll) (07:25)

Claude Debussy (1862–1918)
L’Isle joyeuse (06:03)

Franz Schubert (1797–1828)
Der Wanderer (06:30)
Wanderer-Fantasie op. 15 D 760 (21:14)


Jamina Gerl, Klavier"


Cover vergössern

TYXart

TYXart - the musicART label

TYXart ist es ein besonderes Anliegen, die emotionalen, geistigen und intellektuellen Anforderungen von Musikliebhabern mit hochwertigen künstlerischen Einspielungen zu erfreuen - und dass Tiefsinn, Humor, Stille, Kraft, Nachdenklichkeit, aber auch Lebensfreude, Jubel oder Trauer, also alles, was die musikalischen Befindlichkeiten des Menschen erhebt und befriedigt, in unseren Veröffentlichungen enthalten ist.

Es geht uns dabei nicht in erster Linie nur um "Berühmtheit" oder "Perfektionismus", sondern ums Humane, Originelle, Individuelle und um die begeisternden und begeisterten Interpretationen ungewöhnlicher Musiker, auch der ganz jungen. Jede CD ein Unikat! Das soll unser Motto sein. Dass sich unserem Konzept bereits mehrere außergewöhnliche und berühmte Künstler spontan anschließen, beruht auf deren Überzeugung von der Richtigkeit unseres Anspruchs.

Herausragende Musiker und Ensembles der Veröffentlichungen: Giora Feidman (Klarinette), Elena Denisova (Violine), Yojo (Klavier), Liana Issakadze (Violine), Alexander Suleiman (Violoncello), Corinne Chapelle (Violine), Carmen Piazzini (Klavier), Franz Grundheber (Bariton), Matthias Veit (Klavier), Nathalia Prishepenko (Violine), Alexandra Sostmann (Klavier), Franz Hummel (Komponist), Masako Sakai (Klavier), Ensemble del Arte (Kammerorchester), Vardan Mamikonian (Klavier), Jakob David Rattinger (Viola da Gamba), Werner Schneyder (Musik-Kabarett), TRIO ZERO, Sojka Quartett, Deutsches Saxophon Ensemble, Moscow Symphony Orchestra ...

Wir stellen zusammen mit unseren Künstlern in Serien wie z.B. "Modern Classics", "Rising Stars" oder "Crazy Edition" Aufsehen erregende Musikaufnahmen unserer Zeit ungewöhnlichen Interpretationen aus mehreren Epochen gegenüber, um ein breites Publikum auf die Lebendigkeit, Schönheit und Kühnheit neuer Kompositionen im Fokus radikaler oder besonders individueller Interpretationen traditioneller Werke aufmerksam zu machen. Lassen Sie sich auch jenseits von Mainstream-Bewegungen begeistern von den sensationellen Einspielungen der Künstler bei TYXart!


Mehr Info...


Cover vergössern
Jetzt kaufen bei...
Titel bei JPC kaufen


Weitere Besprechungen zum Label/Verlag TYXart:

  • Zur Kritik... Starkes Debüt: Anne Rieglers Debüt-Album überzeugt sowohl durch das programmatische Konzept als auch durch gelungene Interpretationen. Weiter...
    (Thomas Gehrig, )
  • Zur Kritik... In Mannheim unterm Dach: Diese Zusammenstellung macht mit bislang weitgehend vernachlässigten Cellowerken bekannt - die Bekanntschaft lohnt sich. Sie ist nicht von langer Dauer, aber möglicherweise mit bleibenden Eindrücken. Weiter...
    (Dr. Jürgen Schaarwächter, )
  • Zur Kritik... Imperialistisch-emphatisch: Martin Ostertag und Oliver Triendl sind berufene Anwälte dieser ästhetisch eher rückwärts gewandten, aber deshalb keineswegs uninteressanten Kammermusik. Weiter...
    (Dr. Jürgen Schaarwächter, )
blättern

Alle Kritiken von TYXart...

Weitere CD-Besprechungen von Thomas Gehrig:

  • Zur Kritik... Starke Präsenz: Auf ihrem Debüt-Album lässt Elisabeth Brauß großes pianistisches Potential und stilistische Wandelbarkeit erkennen. Weiter...
    (Thomas Gehrig, )
  • Zur Kritik... Händel kompakt: Die Reihe 'BR-Klassik Wissen' fügt ihren bisherigen Folgen eine weitere hochwertige hinzu. Weiter...
    (Thomas Gehrig, )
  • Zur Kritik... Kein virtuoser Funkenflug: Auf Caroline Fischers drittem Album bleiben die virtuos angehauchten Stücke zu blass. Weiter...
    (Thomas Gehrig, )
blättern

Alle Kritiken von Thomas Gehrig...

Weitere Kritiken interessanter Labels:

  • Zur Kritik... Köstliche Nöstlinger-Sammlung: Das Duo Pianoworte bringt mit dieser Nöstlinger-Zusammenstellung eine weitere kurzweilige und durchweg gelungene Produktion heraus. Weiter...
    (Michaela Schabel, )
  • Zur Kritik... Würdigung eines wichtigen Komponisten: Pünktlich zum zehnten Todestag von Günther Becker veröffentlicht das Label Cybele eine Anthologie mit drei SACDs, die sich in Klang und Ton dem 2007 verstorbenen Komponisten und seiner Klaviermusik widmet. Weiter...
    (Prof. Dr. Stefan Drees, )
  • Zur Kritik... Frisch und gediegen: Johannes Moesus und das Süddeutsche Kammerorchester Pforzheim bereichern die Rosetti-Reihe bei cpo mit einer frischen und musikalisch-dramatischen Umsetzung der Werke. Insgesamt wirkt der Zugang jedoch ein wenig zu gediegen. Weiter...
    (Dr. Jürgen Schaarwächter, )
blättern

Alle CD-Kritiken...

Magazine zum Downloaden

NOTE 1 - Mitteilungen (6/2017) herunterladen (0 KByte)

Anzeige

Empfehlungen der Redaktion

Die Empfehlungen der klassik.com Redaktion...

Diese Einspielungen sollten in keiner Plattensammlung fehlen

weiter...


Portrait

 4442 im Portrait Musik ohne Grenzen
Programme abseits der Konventionen beim Festival Printemps des Arts de Monte-Carlo

weiter...
Alle Interviews...


Sponsored Links

Hinweis:

Mit Namen oder Initialen gekennzeichnete Beiträge geben die Meinung des Verfassers, nicht aber unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.

Die Bewertung der klassik.com-Autoren:

Überragend
Sehr gut
Gut
Durchschnittlich
Unterdurchschnittlich