> > > Aksel !-Arien: Werke von Mozart, Bach und Händel
Donnerstag, 6. August 2020

Aksel !-Arien - Werke von Mozart, Bach und Händel

Gesang der Unschuld


Label/Verlag: signum classics
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Der 12-jährige Aksel Rykkvin fasziniert mit einem Debüt, bei dem keinerlei Wünsche offen bleiben müssen. Schlichtweg grandios!

Dieser Junge wird einmal berühmt! Die neue Platte des zum Zeitpunkt der Aufnahme noch 12-jährigen norwegischen Sopransolisten Aksel Rykkvin, der gemeinsam mit dem Orchestera of the Age of Enlightenment Arien von Johann Sebastian Bach, Georg Friedrich Händel und Wolfgang Amadeus Mozart eigespielt hat, atmet den Geist der Unschuld und des jungen Genies.

Wer die Mozart-Arien (aus der 'Hochzeit des Figaro') 'Voi, che sapete che cosa e amor' oder 'Non so più cosa son, cosa faccio' hört, bricht rasch in Begeisterung aus, weil hier stimmliche Souveränität, unbeschwerte Lebensfreude und größtmögliche Natürlichkeit stimmig aufeinanderprallen. Als ‚Zugabe‘ singt der Norweger, der am 11. April 2003 geboren wurde, das 'Alleluja' aus der Bravourarie 'Exultate jubilate' – mit allem ihm zur Verfügung stehenden Feuer und stimmlicher Extravaganz, sauber, lieblich, glockenrein. Die Aufnahme ist viel zu schnell vorbei; die rund 58 Minuten verwehen wie im Fluge, und der Hörer muss lange nachdenken, wer in Deutschland diesem jungen Sänger ebenbürtig ist. Natürlich gibt es da die berühmten Knabenchöre aus Mitteldeutschland, allen voran die Thomaner, den Dresdner Kreuzchor, die Stuttgarter Hymnusknaben oder die Windsbacher beziehungsweise Tölzer Knabenchöre, doch – wenn überhaupt vorhanden – wagen sich deren Solisten nicht aus der Deckung, so wie Aksel es nun mithilfe zahlreicher Sponsoren und handfester Unterstützung einer illustren Crowdfunding-Gemeinde tat: Das Risiko wird in Deutschland doch eher gescheut, und die großen Plattenfirmen haben es schon längst aufgegeben, jugendliche Soprantalente zu unterstützen. Hier ging die Rechnung auf – und ein Riesentalent betritt die Weltbühne.

Aksel singt so frei, so ästhetisch, so selbstbewusst Bachs Arie 'Jauchzet Gott in allen Landen' BWV 51, dass selbst eingefleischten Profis die Tränen der Rührung herunter kullern. Und das ihm zur Seite stehende Barock-Ensemble Orchestera of the Age of Enlightenment unter der Leitung des stets frisch agierenden Nigel Short gibt sich alle Mühe, dem jungen Sopranisten den roten Teppich auszurollen. Da wird unglaublich farbenfroh und virtuos musiziert. Zum Beispiel kommuniziert das solistisch eingesetzte Violoncello piccolo in der Nr. 2 (Sopranarie 'Mein gläubiges Herze') aus BWV 68 wunderbar mit der Knabenstimme, die immer luftig und klar die Szene überstrahlt. Nur Aksels Textverständlichkeit (sprich: seine Deutschkenntnisse) darf er noch ein wenig kultivieren. Vielleicht bieten ihm die Thomaner oder Kruzianer mal ein Volontariat an. Ansonsten ist Aksels musikalischer Ausdruck fabelhaft; ein Konzert mit ihm in der Leipziger Thomaskiche wäre sicher ein kultureller Höhepunkt.

Die hier unter der Flagge des Labels Signum Records (Texte leider nur auf Englisch) vorbildlich eingespielten Arien von Händel singt der 12-jährige Knabe – zum Beispiel das berühmte 'Lascia ch‘io pianga' aus 'Rinaldo' – mit traumwandlerischer Finesse und der gebotenen Lieblichkeit. Orchester und Solist korrespondieren auch hier aufs Glücklichste miteinander. Sehr sympathisch sind auch Aksels eigene Worte im Booklet, in denen er seine Eindrücke der Aufnahmesitzung im Januar 2016 in der Londoner St. Augustines Church (Kilburn) festhält.

Blendend singt Aksel auch die bekannte Bach-Arie 'Ich folge dir gleichfalls mit freudigen Schritten' aus der Johannespassion (BWV 245). Genauso glänzt er in der königlich-strahlend genommenen 'Eternal Source of Light Divine' HWV 74. Hier zeigt sich sein großes Talent zur getragenen Musik, das genauso in ihm schlummert wie sein Vermögen zur innigsten Gefühlsäußerung, die er in 'Bist du bei mir' (BWV 508) an den Tag legt, eine Bach-Arie, die eigentlich aus Gottfried Heinrich Stölzels Oper 'Diomedes' stammt und zu den beliebtesten Arien der Barockzeit gehört. Richtig schwieriges Kost bewältigt Rykkvin mit der Arie 'Angenehmer Zephyrus' (BWV 205) und auch seine Koloraturen in 'Oh! Had I Jubal‘s lyre' aus 'Joshua' HWV 64 sind von atemberaubender Natürlichkeit.

Fazit: Diese Aufnahme ist exzeptionell. Sie sollten Sie ihrem Sohn oder ihrer Tochter kaufen oder einfach selber anhören. Aksel hat alle Voraussetzungen für eineWeltkarriere!

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:






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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Aksel !-Arien: Werke von Mozart, Bach und Händel

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
signum classics
1
02.09.2016
Medium:
EAN:

CD
635212043523


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Bach, Johann Sebastian
Händel, Georg Friedrich
Mozart, Wolfgang Amadeus


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signum classics

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