> > > Rubbra, Edmund: The Sixteen
Montag, 10. August 2020

Rubbra, Edmund - The Sixteen

Überkonfessionell


Label/Verlag: Coro
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Die geistlichen Chorwerke des immer noch zu wenig bekannten englischen Komponisten Edmund Rubbra sind bei dem Vokalensemble The Sixteen in den besten Kehlen.

Es ist dies nicht die erste CD, die sich exklusiv der geistlichen Chormusik Edmund Rubbras (1901-1986) widmet, einem der immer noch stark unterschätzten britischen Komponisten des 20. Jahrhunderts. Zum dreißigsten Todestag stürzen sich The Sixteen unter ihrem Leiter Harry Christophers auf mehrere anspruchsvolle und dankbare Chorwerke, neben der hinlänglich bekannten 'Missa Cantuariensis' op. 59 den Motettenzyklen opp. 37 und 76 (1934 bzw. 1952) und den neun 'Tenebrae'-Motetten op. 72 (1951/1961), die nach Rubbras Konversion zum Katholizismus 1947 entstanden und stilistisch eine ganz andere Sphäre seines musikalischen Stils erkunden. Die 'Tenebrae'-Motetten, von freierer Tonalität als die meisten anderen der hier vorgestellten Chorwerke und vor allem auch von ganz anderer musikalischer Spiritualität, sind denn auch der Kern der Produktion, sowohl wegen der ganz anderen Töne, die der Komponist anschlägt. Dem Rezensenten gar erschien es, als beeinträchtigte die Interpolation der beiden Motettenzyklen zwischen die drei Gruppen der 'Tenebrae'-Motetten die volle Wirkung derselben.

Die Motettenzyklen (die merkwürdigerweise bislang eher seltener in ihrer Gesamtheit auf Tonträger vorgelegt worden sind) zeigen Rubbra durchaus noch in der Tradition der anglikanischen Chormusik seiner Zeit, qualitativ sicher vergleichbar Herbert Howells oder William Walton. Vielleicht wird das Sopransolo in 'There is a spirit' op. 76 Nr. 2 etwas zu stark hervorgehoben, doch mag dies auch Geschmackssache sein. Ansonsten sind The Sixteen von erwarteter Perfektion, mit vorbildlicher Phrasierungs- und Dynamisierungskunst, vielfältigen Klangfarben und guter Textverständlichkeit. Vielleicht ein Höhepunkt der Platte ist 'A Hymn to God the Father' op. 37 Nr. 3, dargeboten mit starker Introspektion und musikalisch wie atmosphärisch starker Dichte.

Die 'Missa Cantuariensis' entstand 1945 für Canterbury Cathedral. Soweit die Möglichkeiten eines gemischten Chores gehen, sind die Leistungen der Sixteen sehr gut und auch von großer spiritueller Tiefe, doch bietet der St. John‘s College Choir Cambridge (Naxos) jenen zusätzlichen Gewinn an Aura, den ein Kathedralchor mit Chorknaben bieten kann.

Die Interpretationen werden durch sorgsame Aufnahmetechnik, die den Aufnahmeraum (St Alban the Martyr im Londoner Stadtteil Holborn) auf das Glücklichste mit einbezieht, stimmungsvoll und in großer Klarheit unterstützt (wer braucht SACD-Klang?). Das Booklet ist, wie beim Label üblich, nur auf Englisch, aber von beachtlicher Ausführlichkeit.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Rubbra, Edmund: The Sixteen

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Coro
1
02.09.2016
Medium:
EAN:

CD
828021614422


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Coro

CORO is the lively and successful record label of Harry Christophers and The Sixteen. Formed in 2001 Coro has re-mastered, re-packaged and re-issued recordings of The Sixteen that were for a short time available on Collins Classics and now releases most of the ensemble?s new recordings. The label also features artists such as The Hilliard Ensemble, Elin Manahan Thomas and Sarah Connolly as well as a ?Live? series and young artists focus. It has recently launched the Acoustic World series of discs which epitomize CORO?s values of excellence of performance, authentic instruments, brilliance of sound and world class musicians.

Celebrated releases include Allegri?s Mierere, Tallis?s Spem in Alium and the complete Eton Choirbook Collection. More recently CORO has released brand new recordings by The Sixteen of Handel?s Coronation Anthems and Fauré?s Requiem with the Academy of St Martin in the Fields. The ensemble?s recording of Handel?s celebrated oratorio, Messiah, with an all-star soloist line-up: Carolyn Sampson, Catherine Wyn-Rogers, Mark Padmore and Christopher Purves, was awarded the prestigious MIDEM Classical Award 2009.

The Sixteen is recognised as one of the world?s greatest ensembles. Comprising both choir and period instrument orchestra, The Sixteen's total commitment to the music it performs is its greatest distinction. A special reputation for performing early English polyphony, masterpieces of the Renaissance, bringing fresh insights into Baroque and early Classical music and a diversity of twentieth-century music, is drawn from the passions of conductor and founder, Harry Christophers.

At home in the UK, The Sixteen are "The Voices of Classic FM", TV Media Partner with Sky Arts, and Associate Artists of Southbank Centre, London. The group promotes an annual series at the Queen Elizabeth Hall as well as The Choral Pilgrimage, a tour of our finest cathedrals bringing music back to the buildings for which it was written. The Sixteen has recently featured in the highly successful BBC Four television series, Sacred Music, presented by actor Simon Russell Beale.

The Sixteen tours throughout Europe, Japan, Australia and the Americas and has given regular performances at major concert halls and festivals worldwide, including the Barbican Centre - London, Bridgewater Hall - Manchester, Concertgebouw - Amsterdam, Sydney Opera House, Tokyo Opera City and Vienna Musikverein and also at the BBC Proms, the festivals of Granada, Lucerne, Istanbul, Prague and Salzburg.

Bringing together live concerts and recording plans has allowed The Sixteen to develop a glittering catalogue of releases, containing music from the Renaissance and Baroque through to great works of our time.


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