> > > Ein Opernabend mit: Ute Trekel-Burckhardt
Samstag, 15. Dezember 2018

Ein Opernabend mit - Ute Trekel-Burckhardt

Ein Repertoirequerschnitt als Opernabend


Label/Verlag: Berlin Classics
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Die vorliegende Einspielung beinhaltet eine Reihe von Aufnahmen der Mezzosopranistin Ute Trekel-Burckhardt. Nicht weniger als sieben Komponisten aus zwei Jahrhunderten werden bemüht, um einen Einblick in das Repertoire dieser erfahrenen und gesangstechnisch eindrucksvollen Sängerin zu gewährleisten. Mozart, Tschaikowsky, Verdi, Saint-Saens, Janacek, Bizet und Wagner liefern das nötige Notenmaterial, die Staatskapelle Berlin unter der Leitung von Siegfried Kurz sorgt für ein akustisches Umfeld, das durch technische Genauigkeit und stilistische Professionalität zu überzeugen vermag. Voraussetzungen also, wie sie für guten Gesang und stimmungsvolle Interpretationen gebraucht werden.

Ute Trekel-Burckhardt ist ganz offensichtlich bemüht, möglichst effektvoll zu agieren und den einzelnen Rollen jenen Charakter zu geben, der ihnen von Dramaturgie und Handlung zugewiesen wird. Sie vermag mit ihrer Leistung auch zu überzeugen, allerdings treten stellenweise stimmliche Unebenheiten auf, die den an sich guten Gesamteindruck ein wenig trüben.
Die Einsätze kommen einwandfrei, die Töne werden genau getroffen. Die Mezzosopranistin verfügt über eine gute melodische Linienführung, die sie vor allem in den höheren Tonlagen gut einzusetzen vermag. Sie weiß sowohl Dynamik wie auch Timbre gut zu dosieren und mit dem Orchester abzustimmen. Allerdings wirkt ihre Interpretation in den tieferen Tonlagen stellenweise ein wenig farblos und geht gegenüber dem Orchestern ein wenig unter.

In Tschaikowskys Jeanne d´Arc, auf russisch gesungen, beweist sie gemeinsam mit dem Orchester musikalisches Einfühlungsvermögen. Der dunkle, tragische Charakter der Musik kommt ihren stimmlichen Qualitäten entgegen, vor allem wenn sie ihre klaren Höhenkraft zum Fortissimo erhebt.
In ?Samson und Dalila? von Saint-Saens vermag sie mit den beiden Arien ?Mon coeur s´ouvre a ta voix? und ?Samson, recherchant ma présence? eine ebenfalls überzeugende Leistung zu präsentieren. Jedoch vermisst man an manchen Stellen jenes Feuer in der Stimme und Interpretation, welche diese benötigen würden um den Zuhörer ganz zu vereinnahmen. Nahezu einwandfrei ist ihr Gesang in der Arie ?O don fatale? von Verdis ?Don Carlo?, in der sie die Rolle der Eboli zu singen hat.
Es folgen Ausschnitte aus ?Carmen?. Hier ist vor allem die gemeinsame Darbietung mit dem Tenor ?Peter-Jürgen Schmidt? hervorzuheben, dessen sonore und bodenständig-kräftige Stimme sich mit der lebhaften Interpretation seiner Bühnenpartnerin zu einem sehr hörenswerten Ergebnis verbindet. Als würde dadurch das Ende der CD vorbereitet, läuft die Mezzosopranistin mit dem Bariton Ekkehard Wlaschiha in Wagners ?Lohengrin? zu stimmlicher Hochform auf. Es ist jene Szene, in der Ortrud ihren von Lohengrin im Gottesurteil besiegten Gatten gegen den Gralsritter aufstachelt. Dieser habe nur durch Zauber den Kampf gewonnen. Äußerst stimmungsvoll wird diese Szene von beiden interpretiert, die düstere Atmosphäre, die aufkeimende Rachsucht sind, unterstützt vom Orchester, deutlich hör- und spürbar. Die beiden Interpreten geben sich hier keine Blöße.

Die Tochter eines Kapellmeisters und Pianisten studierte an der Hochschule ?Hanns Eisler? in Berlin. Ihren ersten Vertrag erhielt sie dort an der Komischen Oper Berlin im Jahr 1963. An diesem Haus wurde sie ins Walter Felsenstein Ensemble übernommen.
Danach wechselte sie an die Berliner Staatsoper, wo sie Gelegenheit hatte, alle großen Rollen ihres Faches zu singen. Zahlreiche Gastspiele im In- und Ausland, eine nicht unwesentliche Anzahl von Einspielungen und Fernsehproduktionen ergänzen zusammen mit Konzerten und Liederabenden ihr Repertoire.

Die im Booklet enthaltenen Informationen sind knapp gehalten. In Deutsch und Englisch erfährt man in nur wenigen Zeilen wichtige Details über die künstlerische Laufbahn der Sängerin und des Dirigenten. Hintergrundinformationen über die Werke sind nicht vorhanden. Wünschenswert wäre zumindest nähere Auskunft darüber gewesen, welchen Akten und Szenen der jeweiligen Oper die Ausschnitte entnommen wurden.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:




Kritik von Martin Kofler,


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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Ein Opernabend mit: Ute Trekel-Burckhardt

Label:
Anzahl Medien:
Spielzeit:
Aufnahmejahr:
Veröffentlichung:
Berlin Classics
1
55:54
1988
2003
BestellNr.:

0183742BC


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Bizet, Georges
Janácek, Leos
Mozart, Wolfgang Amadeus
Saint-Saens, Camille
Tschaikowsky, Peter
Verdi, Giuseppe
Wagner, Richard


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Dirigent(en):Kurz, Siegfried
Orchester/Ensemble:Staatskapelle Berlin
Interpret(en):Trekel-Burckhardt, Ute (Mezzosopran)


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Berlin Classics

Berlin Classics (BC) ist das Klassik-Label der Edel Germany GmbH. Es ist das Forum für zahlreiche bedeutende historische Aufnahmen, wichtige Beiträge der musikalischen Zentren Leipzig, Dresden und Berlin sowie maßgebliche Neuproduktionen mit etablierten und aufstrebenden jungen Klassik-Künstlern. Dazu zählen etablierte Stars, wie z.B. die Klarinettistin Sharon Kam, die Pianisten Ragna Schirmer, Sebastian Knauer, Matthias Kirschnereit, Anna Gourari und Lars Vogt, die Sopranistin Christiane Karg oder auch die Ensembles Concerto Köln, Pera Ensemble, sowie der Dresdner Kreuzchor und das Vocal Concert Dresden. Mehrfach wurden Produktionen mit einem Echo-Preis ausgezeichnet. Im Katalog von Berlin Classics befinden sich Aufnahmen mit Kurt Masur, Herbert Blomstedt, Kurt Sanderling, Franz Konwitschny, Hermann Abendroth, Günther Ramin, Peter Schreier, Ludwig Güttler, Dietrich Fischer-Dieskau, die Staatskapellen Dresden und Berlin, das Gewandhausorchester Leipzig, die Dresdner Philharmonie, die Rundfunkchöre Leipzig und Berlin, der Dresdner Kreuzchor und der Thomanerchor Leipzig. Sukzesssive wird dieses historische Repertoire für den interessierten Hörer auf CD wieder zugänglich gemacht, wobei die künstlerisch hochrangigen Analogaufnamen mit größter Sorgfalt unter Anwendung der Sonic Solutions NoNoise-Technik bearbeitet werden, um sie an digitalen Klangstandard anzugleichen.


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