> > > König Georg V. von Hannover und sein musikalischer Kreis: Werke von Marschner, Berlioz, Schumann, u.a.
Montag, 23. Juli 2018

König Georg V. von Hannover und sein musikalischer Kreis - Werke von Marschner, Berlioz, Schumann, u.a.

Der blinde König


Label/Verlag: Clavier
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Eine erste Annäherung an eine weithin unbeachtete, musikalisch spannende Facette der deutschen Fürstengeschichte.

Georg V. war der letzte König von Hannover; nach nur fünfzehnjähriger ungeliebter Regentschaft musste der vom Volk ungeliebte Cousin Königin Victorias 1866 ins österreichische Exil fliehen und starb 1878 in Paris. Schon 1833 vierzehnjährig vollständig erblindet, war er musikalisch hochinteressiert und ein eifriger Komponist von rund 200 Liedern und Klavierstücken. Seinen Hofkapellmeister Heinrich Marschner beauftragte der König, die bedeutendsten musikalischen Köpfe nach Hannover einzuladen, unter ihnen Robert Schumann, Johannes Brahms, Hector Berlioz und Richard Wagner; dennoch blieb die Situation nicht ungetrübt – Marschner wurde 1859 entlassen. In Paris lernte Georg V. gegen Ende seines Lebens Gabriel Fauré kennen.

Die vorliegende CD (Clavier) erkundet einerseits die höfische Musik und präsentiert den König als begabten Komponisten von Liedern und Klavierstücken, der seinen prominenten Gegenübern künstlerisch nicht völlig nachstand. Der Wechsel Lied – Klavierstück [– (Schumann-)Melodram] durchzieht die von Gerrit Zitterbart an vier verschiedenen Hammerflügeln geprägte Produktion mit Werken aller Genannten in außerordentlich spannender Programmierung. Nicht immer ist Zitterbarts Spiel von jener Poesie, die viele Stücke vertragen könnten – wohl mit dem Ziel, Sentimentalität um jeden Preis zu vermeiden. Auch die Sopranistin Heidrun Blase bleibt mit silbrig-instrumental geführter, auch im Forte sicherer Stimme etwas blass und textlich wenig verständlich; Rudolf Krieger lässt in den drei Schumann-Melodramen opp. 106 und 122 etwas zu sehr den Rundfunksprecher durchblitzen. Die ehrbaren Bemühungen des 'Ehrbar!'-Ensembles (benannt nach dem aus Hildesheim stammenden, in Wien tätigen Klavierbauer) bringen eine erste Annährung – nun wünscht man sich noch eine weitere Vertiefung.


Dieser Beitrag hat Ihnen gefallen? Empfehlen Sie ihn weiter!

Ihre Meinung? Kommentieren Sie diesen Artikel

Jetzt einloggen, um zu kommentieren.
Sind Sie bei klassik.com noch nicht als Nutzer angemeldet, können Sie sich hier registrieren.



Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



Cover vergrößern

    König Georg V. von Hannover und sein musikalischer Kreis: Werke von Marschner, Berlioz, Schumann, u.a.

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Clavier
1
21.03.2016
EAN:
4012652000105

Cover vergössern

Berlioz, Hector
Brahms, Johannes
Fauré, Gabriel
Marschner, Heinrich August
Schumann, Robert


Cover vergössern

Clavier

Auf dem Label Clavier werden ausschließlich Produktionen mit historischen Tasteninstrumenten - Originalen und Kopien - vorgestellt. Dies können Solo- oder Kammermusikproduktionen mit Clavichord, Orgel, Cembalo oder Hammerklavieren und frühen Flügeln zwischen 1700 und 1900 sein. Allen Produktionen gemeinsam ist, daß die Instrumente im Booklet genau vorgestellt und dokumentiert werden.


Mehr Info...


Cover vergössern
Jetzt kaufen bei...
Titel bei JPC kaufen


Weitere Besprechungen zum Label/Verlag Clavier:

  • Zur Kritik... Das Farbenklavier: Reicher kann kein Flügel klingen. Weiter...
    (Dr. Daniel Krause, )
  • Zur Kritik... Weit mehr als nur ein Klangwerkzeug: Gerrit Zitterbart ist mit dieser Schubert-Platte eine Sternstunde gelungen - nicht nur wegen des famos klingenden Hammerflügels, sondern ebenso wegen seines unaffektierten, intelligenten Spiels. Eine dringende Empfehlung! Weiter...
    (Dr. Tobias Pfleger, )

Alle Kritiken von Clavier...

Weitere CD-Besprechungen von Dr. Jürgen Schaarwächter:

blättern

Alle Kritiken von Dr. Jürgen Schaarwächter...

Weitere Kritiken interessanter Labels:

  • Zur Kritik... Eigenwillig: Das Russian National Orchestra präsentiert eine gelungene Einspielung der Vierten und Zehnten Sinfonie Schostakowitschs, die von hohem musikalischen Niveau und einer enormen Bandbreite im Ausdruck zeugt und interpretatorisch Mut zu neuen Wegen beweist. Weiter...
    (Dr. Uta Swora, )
  • Zur Kritik... Klingendes Faszinosum: Johannes Hämmerle spielt das gesamte Orgelwerk von Hugo Distler – eine wahre Bereicherung. Weiter...
    (Dr. Aron Sayed, )
  • Zur Kritik... Das Spinnrad läuft von alleine, die Symphonie nicht: Den Kreis aller neun Symphonien von Antonín Dvorak hat Marcus Bosch jetzt mit seiner Staatsphilharmonie Nürnberg geschlossen. Die frühe zweite Symphonie, ein Stiefkind im Repertoire, kommt aber nicht überzeugend daher. Weiter...
    (Dr. Hartmut Hein, )
blättern

Alle CD-Kritiken...

Magazine zum Downloaden

Class aktuell (2/2018) herunterladen (3463 KByte) NOTE 1 - Mitteilungen (7/2018) herunterladen (3001 KByte)

Anzeige

Empfehlungen der Redaktion

Die Empfehlungen der klassik.com Redaktion...

Diese Einspielungen sollten in keiner Plattensammlung fehlen

weiter...


Portrait

 4442 im Portrait Musik ohne Grenzen
Programme abseits der Konventionen beim Festival Printemps des Arts de Monte-Carlo

weiter...
Alle Interviews...


Sponsored Links

Anzeige

Hinweis:

Mit Namen oder Initialen gekennzeichnete Beiträge geben die Meinung des Verfassers, nicht aber unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.

Die Bewertung der klassik.com-Autoren:

Überragend
Sehr gut
Gut
Durchschnittlich
Unterdurchschnittlich