> > > Fuchs, Robert: Sinfonien Nr. 1 & 2
Sonntag, 17. November 2019

Fuchs, Robert - Sinfonien Nr. 1 & 2

Weg von Brahms


Label/Verlag: cpo
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Der Wiener Kompositionslehrer Robert Fuchs ist eher für seine Orchesterserenaden bekannt. Hier macht Karl-Heinz Steffens mit den Sinfonien Nr. 1 und 2 bekannt. Die Umsetzung ist ohne Tadel.

Die Kammermusik des Österreichers Robert Fuchs (1847–1927) hat sich längst als bleibende Größe etabliert, nicht so seine Sinfonien (deren dritte bei Thorofon vorliegt). 2011 wurden in der Kölner Philharmonie durch das WDR Sinfonieorchester unter der Leitung von Karl-Heinz Steffens die 1884 bzw. 1887 uraufgeführten Sinfonien C-Dur op. 37 und Es-Dur op. 45 eingespielt. Es sind dies Werke eines Komponisten, der zwar nicht an Brahms heranreichen mag, der aber durchaus eigene sinfonische Wege im späten 19. Jahrhundert fand, teilweise auf Beethoven, Brahms, Reinecke oder Raff aufbauend, teilweise aber auch auf durchaus eigenen Pfaden wandelnd. Vor allem harmonisch hat Fuchs‘ Sinfonik einiges zu bieten, während die Orchestrierung weitgehend konventionell gerät.

Interessant ist der Vergleich der beiden Scherzo-Sätze, einmal ein verhuschtes Intermezzo, einmal ein elegantes 'Andante'. In der Zweiten Sinfonie ist der langsame Satz ein tiefgründiges Menuett, in der ersten ein 'Poco lento', mit der Hauptvortragsbezeichnung 'Grazioso' (passend zum eleganten Scherzo); gelegentlich erklingen ferne (sehr ferne) Schumann-Eintrübungen. Beide Schlusssätze sind 'Allegro giusto' überschrieben, entsprechend den klar ausgearbeiteten eigenen Charakteren der beiden Sinfonien sind sie gleichwohl jeweils ganz eigener Faktur – die Erste Sinfonie mit verhaltener Frische, die Zweite kraftvoll-dramatischer. In beiden Fällen hätte man sich noch etwas mehr zupackenden Gestus von Seiten der Interpreten gewünscht, die so in beiden Fällen nicht ganz die mögliche musikalische Spannweite und Tiefe ausloten.

Eckhardt van den Hoogens ausführliche und einfühlsame Bookletausführungen vermitteln ein lebendiges Bild des Komponisten und seines Schaffens. Die WDR-Aufnahmetechnik ist tadellos. Insgesamt eine ansprechende, runde Sache, doch musikalisch noch nicht die absolute Referenz.


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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Fuchs, Robert: Sinfonien Nr. 1 & 2

Label:
Anzahl Medien:
Spielzeit:
cpo
1
69:59
Medium:
EAN:
BestellNr.:

CD
761203783021
777 830-2


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Fuchs, Robert
 - Sinfonie Nr. 1 C-Dur op. 37 - Allegro molto moderato
 - Sinfonie Nr. 1 C-Dur op. 37 - Intermezzo. Presto
 - Sinfonie Nr. 1 C-Dur op. 37 - Grazioso, ma molto lento, quasi adagio
 - Sinfonie Nr. 1 C-Dur op. 37 - Finale. Allegro giusto
 - Sinfonie Nr. 2 Es-Dur op. 45 - Allegro moderato, ma energico
 - Sinfonie Nr. 2 Es-Dur op. 45 - Andante
 - Sinfonie Nr. 2 Es-Dur op. 45 - Menuetto. Allegretto grazioso
 - Sinfonie Nr. 2 Es-Dur op. 45 - Finale. Allegro giusto


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Dirigent(en):Steffens, Karl-Heinz
Orchester/Ensemble:WDR Sinfonieorchester Köln


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cpo

Wohl kaum ein zweites Label hat in letzter Zeit soviel internationale Aufmerksamkeit erregt wie cpo. Die Fachwelt rühmt einhellig eine überzeugende Repertoirekonzeption, die auf hohem künstlerischen Niveau verwirklicht wird und in den Booklets eine geradezu beispielhafte Dokumentation erfährt. Der Höhepunkt dieser allgemeinen Anerkennung war sicherlich die Verleihung des "Cannes Classical Award" für das beste Label (weltweit!) auf der MIDEM im Januar 1995 und gerade wurde cpo der niedersächsische Musikpreis 2003 in "Würdigung der schöpferischen Leistungen" zuerkannt.
Besonders stolz macht uns dabei, daß cpo - 1986 gegründet - in Rekordzeit in die Spitze vorgestoßen ist. Das Geheimnis dieses Erfolges ist einfach erklärt, wenn auch schwierig umzusetzen: cpo sucht niemals den Kampf mit den Branchenriesen, sondern füllt mit Geschick die Nischen, die von den Großen nicht besetzt werden, weil sie dort keine Geschäfte wittern. Und aus mancher Nische wurde nach einhelliger Ansicht der Fachwelt mittlerweile ein wahres Schmuckkästchen.
Am Anfang einer Repertoire-Entscheidung steht bei uns noch ganz altmodisch das Partituren-lesen, denn nicht alles, was noch unentdeckt ist, muß auch auf die Silberscheibe gebannt werden. Andererseits gibt es - von der Renaissance bis zur Moderne - noch sehr viele wahre musikalische Schätze zu heben, die oft näher liegen, als man meint. Unsere großen Werk-Editionen von Pfitzner, Korngold, Hindemith oder Pettersson sind nicht umsonst gerühmt worden. In diesem Sinne werden wir fortfahren.
Letztendlich ist unser künstlerisches Credo ganz einfach: Wir machen die CDs, die wir schon immer selbst haben wollten. Seien Sie herzlich zu dieser abenteuerlichen Entdeckungsfahrt eingeladen!


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