> > > Werke von Brahms und Knorr: Klaviertrio c-Moll op. 101 u.a.
Donnerstag, 24. Mai 2018

Werke von Brahms und Knorr - Klaviertrio c-Moll op. 101 u.a.

Kein Geheimtipp


Label/Verlag: Thorofon
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Das Hyperion-Trio komplettiert mit vorliegender Einspielung den Zyklus der Klaviertrios von Johannes Brahms. Als interessante Zugang ist ein Variationswerk von Iwan Knorr zu hören. Die musikalische wie technische Umsetzung ist hervorragend.

In den letzten Jahren haben sich mehrere neue Klaviertrios im Musikleben etabliert, darunter auch das Hyperion-Trio. Der Geiger Oliver Kipp (Schüler unter anderen von Thomas Brandis), die Cellistin Katharina Troe (Schülerin von Martin Ostertag und Claus Kanngießer) und der Pianist Hagen Schwarzrock (unter anderen Schüler von Karl-Heinz Kämmerling) musizieren seit 1999 zusammen und haben bereits CDs mit Musik von Robert Schumann, Felix Mendelssohn Bartholdy, Max Reger, Atli Heimir Sveinsson und Paul Graener vorgelegt. Mit der nun veröffentlichten CD mit den beiden späten Klaviertrios von Johannes Brahms komplettiert das Ensemble eine zuvor bei Thorofon begonnene Gesamteinspielung der Brahms-Klaviertrios.

Mit erfreulicher Konsequenz erkundet das Ensemble das deutschsprachige Triorepertoire des 19. Jahrhunderts. Und so kommt es nicht von ungefähr, dass die Hyperions von Brahms’ H-Dur-Trio op. 8 beide Fassungen einspielen – jene von 1854 (2006 bei Thorofon vorgelegt) und die nahezu als Neukomposition zu bezeichnende zweite Fassung von 1889. Außerdem finden wir hier das Klaviertrio c-Moll op. 101. Beide Brahms’schen Trios sind traditionell viersätzig, doch in ihren Gestaltungsweisen immer wieder innovativ – man muss nicht laut sein, um Geschichte zu schreiben. Als weit mehr als einen Bonus-Track bietet das Ensemble Iwan Knorrs Variationen über ein Thema von Robert Schumann op. 1 aus dem Jahre 1887, ein an Fakturen und Variationsgestalten reiches viertelstündiges Werk, eine der raren selbstständigen Variations-Kompositionen für Klaviertrio überhaupt. Es ist die Initiative solcher Ensembles wie des Hyperion-Trios, die tatkräftig mithilft, die etablierte Musikgeschichtsschreibung zu korrigieren, die allzu lange nahezu blind auf viel zu wenige Werke reduziert wurde, wodurch zahlreiche Querverbindungen und Verwandtschaften übersehen wurden.

Mit ihrem makellosen, farbenreichen, bestens ausbalancierten warmen Trioklang mit feinsten dynamischen Schattierungen gelingen dem Ensemble auch bei bekannterem Repertoire Einspielungen, die sich nicht neben den großen Namen der Vergangenheit zu verstecken brauchen. Es ist immer schön, eine CD rückhaltlos empfehlen zu können, und die Vielfalt an Stimmungen, die die Hyperions zu vermitteln wissen, ist beeindruckend. Selbst im Kleinsten finden die drei Musiker großen Reichtum – ihre Liebe zur Musik und zu den eingespielten Werken ist nahezu mit Händen greifbar. Einzig eines mag man bei der Formation vergeblich suchen: sportiven Drive und rekordverdächtige Tempi. Das Hyperion-Trio verlässt sich auf die Überzeugungskraft der Musik und ihrer eigenen Leistungen. Und das ist nicht nur nicht wenig. Das ist sehr viel. Dazu die tadellose, ungemein durchsichtige Aufnahmetechnik (braucht da jemand SACD?) und ein absolut vorbildliches Booklet mit einem umfassenden, überaus kenntnisreichen Beitrag von Michael Struck – all dies lässt nur die Höchstwertung in allen Bereichen zu.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:






Dieser Beitrag hat Ihnen gefallen? Empfehlen Sie ihn weiter!

Ihre Meinung? Kommentieren Sie diesen Artikel

Jetzt einloggen, um zu kommentieren.
Sind Sie bei klassik.com noch nicht als Nutzer angemeldet, können Sie sich hier registrieren.



Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



Cover vergrößern

    Werke von Brahms und Knorr: Klaviertrio c-Moll op. 101 u.a.

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Thorofon
1
02.11.2011
EAN:

4003913125828


Cover vergössern

Thorofon

In der nunmehr über 40jährigen Tradition von THOROFON wurde ein respektabler, vielfach preisgekrönter Katalog aufgebaut. Eine Schatztruhe für besondere musikalische Raritäten, die die Lücken in der Überlieferung der musikalischen Tradition ein bisschen verkleinern, und außerdem jungen, talentierten Interpreten eine Chance geben. Zu unseren Schätzen gehören ebenfalls Gesamteinspielungen von Ludwig van Beethovens Klaviersonaten, sämtliche Werke für Klavier solo von Johannes Brahms, Gesamtausgabe der Kammermusik von Josef Rheinberger, das Gesamtwerk von Louis Ferdinand Prinz von Preussen, das komplette Klavierwerk von Robert Schumann, eine Gesamteinspielung der Max Reger Kompositionen auf 13 CD, die das abwechslungsreiche Repertoire von THOROFON abrunden.

Auszeichnungen wie der ECHO KLASSIK (17 mal!) oder der Preis der Deutschen Schallplattenkritik versinnbildlichen den Anspruch des Labels und unterstreichen die Qualität der Produkte.

THOROFON ist ein Label der BELLA M USICA EDITION JÜRGEN RINSCHLER.


Mehr Info...


Cover vergössern
Jetzt kaufen bei...
Titel bei JPC kaufen


Weitere Besprechungen zum Label/Verlag Thorofon:

  • Zur Kritik... Gesammelte Werke: Das Streichquartett war eine Gattung, die Beethoven sein ganzes Leben lang begleitete – und so widmete sich auch das Berliner Ensemble immer wieder Beethovens Streichquartetten. Weiter...
    (Sonja Jüschke, )
  • Zur Kritik... Schlicht unerträglich: So rettet man keinen Komponisten vor dem Vergessen: Johann Vesque von Püttlingen hat Besseres verdient. Weiter...
    (Simon Haasis, )
  • Zur Kritik... Mahler 2D: Thorofon leuchtet in verborgene Winkel des Kernrepertoires. Weiter...
    (Dr. Daniel Krause, )
blättern

Alle Kritiken von Thorofon...

Weitere CD-Besprechungen von Dr. Jürgen Schaarwächter:

  • Zur Kritik... Kammermusikalisch transparent: Rundum empfehlenswert: Telemann ohne orchestrale Opulenz, dafür in einer farbenreichen und hervorragend aufgenommene Interpretation. Weiter...
    (Dr. Jürgen Schaarwächter, )
  • Zur Kritik... Griffige Lesart: Eine attraktive Lesart von Händels Krönungsanthems, gekoppelt mit Auszügen aus der 1732er-Fassung seines Oratoriums 'Esther' Weiter...
    (Dr. Jürgen Schaarwächter, )
  • Zur Kritik... Aus dem Nachlass Leopold Stokowskis: Auf verschiedene Weise sind die drei Stokowski-Konzertmitschnitte aus den Jahren 1954 bis 1961 mit Großbritannien verbunden. Weiter...
    (Dr. Jürgen Schaarwächter, )
blättern

Alle Kritiken von Dr. Jürgen Schaarwächter...

Weitere Kritiken interessanter Labels:

blättern

Alle CD-Kritiken...

Magazine zum Downloaden

NOTE 1 - Mitteilungen (5/2018) herunterladen (2883 KByte)

Anzeige

Empfehlungen der Redaktion

Die Empfehlungen der klassik.com Redaktion...

Diese Einspielungen sollten in keiner Plattensammlung fehlen

weiter...


Portrait

Isabelle van Keulen im Portrait "Mir geht es vor allem um Zwischentöne"
Isabelle van Keulen im Gespräch mit klassik.com über ihre Position als Artist in Residence der Deutschen Kammerakademie Neuss am Rhein, historische Aufführungspraxis und das Spielen ohne Dirigent.

weiter...
Alle Interviews...


Sponsored Links

Anzeige

Hinweis:

Mit Namen oder Initialen gekennzeichnete Beiträge geben die Meinung des Verfassers, nicht aber unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.

Die Bewertung der klassik.com-Autoren:

Überragend
Sehr gut
Gut
Durchschnittlich
Unterdurchschnittlich