> > > Schostakowitsch, Dimitri: Symphonie Nr. 4
Mittwoch, 20. September 2017

Schostakowitsch, Dimitri - Symphonie Nr. 4

Glühend heiße Lava


Label/Verlag: CAvi-music
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Daniel Raiskins Einspielung der Vierten Sinfonie von Dmitrij Schostakowitsch gehört zu den packendsten klanglichen Darstellungen dieses Werks.

Zwei Elemente zu kombinieren kann dazu führen, dass sie sich gegenseitig weitgehend neutralisieren. Die andere Möglichkeit wäre, dass aus beiden Teilen etwas Eigenes und Neues wird. Diese beiden Optionen bestehen auch, wenn man zwei Ensembles zusammenführt. Nur selten addieren sich die künstlerischen Potentiale oder potenzieren sich gar. Im Falle der Zusammenarbeit des Staatsorchesters Rheinische Philharmonie und des Philharmonischen Staatsorchesters Mainz ist das aber eingetreten: Sie fanden, befeuert vom Elan Daniel Raiskins, nicht nur zu einer Einheit zusammen. Sie wuchsen bei zwei Konzerten, die März 2009 in Mainz stattfanden, gleichsam über sich hinaus.

Um die riesige Orchesterbesetzung von Dmitrij Schostakowitschs Vierter Sinfonie c-Moll op. 43 einlösen zu können, führte Raiskin die beiden Klangkörper zusammen – mit größtem Erfolg. Vielleicht ist gerade der Umstand, dass der so entstandene ‚Projekt-Klangkörper‘ in dieser Besetzung Schostakowitschs Vierte Sinfonie noch nie aufgeführt hat, entscheidend dafür gewesen, dass alle musikalischen Kräfte sich dem gemeinsamen Ziel mit Haut und Haaren verschrieben haben. In der Tat ist dieser Mitschnitt an schierer Energie und bezwingender Ausdruckskraft schwer zu überbieten. Der Dirigent Daniel Raiskin hat es offensichtlich geschafft, alle Kräfte zu bündeln, um sie in musikalische Expressivität zu überführen.

Das ist umso erstaunlicher, als man mit Schostakowitschs Vierter Sinfonie ein ungemein schwieriges Werk aufgeführt hat. Es stellt nicht nur höchste Ansprüche an jede einzelne Orchestergruppe, sondern fordert vom Dirigenten viel dramaturgisches Geschick ein. Die mehr als einstündige Sinfonie in drei Sätzen, entstanden zwischen 1934 und 1936, aber erst 1961 uraufgeführt, nachdem Schostakowitsch gedrängt wurde, auf die Parteilinie künstlerischer Produktion einzuschwenken, ist in jeder Hinsicht monumental: die Orchesterbesetzung, die zeitlichen Ausmaße, die Breite verschiedener Tonfälle der Musik. Dass die beiden gewaltigen Außensätze nicht in ihre Einzelteile zerfallen, ist nur schwer einzulösen. Daniel Raiskin aber ist es gelungen. Nicht nur, indem er dem halbstündigen Satz einen planvoll gestalteten Steigerungsverlauf – mit Höhepunkt nach der aktionistischen, irre schnellen Fuge – einschrieb, sondern auch dadurch, dass er die Musiker dazu motivierte, jeden einzelnen Moment mit berstender Energie aufzuladen.

So werden die kantigen, mitunter schrillen und schneidend scharfen Klänge des Kopfsatzes, der im Booklet als ‚feuriger Fluss, wie siedend heiße Lava aus einem Vulkankrater‘ beschrieben wird, wirklich zu musikalischen Feuerströmen, die einem beinahe die Kehle zuschnüren. Jede Orchestergruppe erfüllt die Musik mit einer Vehemenz, als ginge es ihm ihr Leben. Von punktgenau zustechenden Holzbläsern über schneidend scharfes Blech und fest zupackenden Streichern bis zu wuchtig gespieltem Schlagwerk – das Orchesterspiel ist allen Gruppen von ungestümer Ausdruckskraft. Besonders eindrucksvoll ist die Präsenz der Bässe und des Schlagwerks.

An manchen Stellen haben andere Orchester (vor allem bei Studioaufnahmen) diese Musik vielleicht noch präziser gespielt – etwa in der Kopfsatz-Fuge –, doch ist die musikalische Umsetzung nicht nur gemessen daran, dass es sich um Mitschnitte handelt, von erlesener Qualität. Mehr noch als die (an sich schon beachtliche) technische Leistung begeistert bei dieser Schostakowitsch-Einspielung aus dem Hause CAvi-Music die ergreifende Energie des Musizierens. Daniel Raiskin ist mit dieser CD eine der packendsten Aufnahmen von Schostakowitschs Vierter Sinfonie gelungen.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Schostakowitsch, Dimitri: Symphonie Nr. 4

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
CAvi-music
1
16.09.2011
EAN:

4260085532353


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CAvi-music

"Es muss nicht viel sein, wenn's man gut ist" heißt die Devise für das Label, das stets den Künstler in den Vordergrund stellt, das partnerschaftlich Projekte realisiert, das persönliche Wünsche und Ideen der Künstler unterstützt, das sich vorwiegend auf Kammermusik konzentriert, das handverlesen schöne Musik in hervorragender Interpretation anbietet, mit einer Künstlerliste, die sich sehen lassen kann. Eine sehr persönliche Sache, die von Herzen kommt !! Außerdem kommen neben dem Label CAvi-music auch die Labels "SoloVoce" und "CAvi-Autentica" aus dem Hause Avi-Service for music.


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