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Samstag, 25. Juni 2022

Oboenkonzerte - Werke von J.S. Bach, Telemann & C.Ph.E. Bach

Sturm und Drang mit der Oboe


Label/Verlag: Genuin
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Ramón Ortega Quero ist ohne Zweifel ein technisch wie musikalisch erstklassiger Oboist. Diese Einspielung von vier Konzerten leidet allerdings etwas unter einem halligen Klangbild.

Bei strengen Musikhistorikern sorgt die Epochenbezeichnung ‚Sturm und Drang‘ oft für Stirnrunzeln, wurde sie doch aus der Literatur entlehnt. Solche Parallelsetzungen sind in der Tat bisweilen problematisch, doch in einzelnen Fällen sicherlich auch angemessen. Hört man etwa diese Einspielung von Carl Philip Emanuel Bachs d-Moll-Oboenkonzert (Wq 22) mit Ramón Ortega Quero und der Kammerakademie Potsdam, wirkt die Bezeichnung vollkommen zutreffend. Hier wird in den Ecksätzen wirklich ‚stürmisch‘ und ‚drängend‘ musiziert, sorgen flotte Tempi für einen beeindruckenden Schuss Virtuosität beim Solisten wie bei den Orchestermusikern. Die anderen drei Konzerte auf dieser CD bestärken diesen Eindruck, auch wenn man sie zeitlich eher dem späten Barock zuordnen dürfte: zweimal Johann Sebastian Bach (BWV 1041 und 1056) und Georg Philipp Telemann, dessen A-Dur-Konzert (TWV51:A2) durch die experimentelle Satzfolge hervorsticht: Den Anfang bildet ein ruhiges 'Siciliano', dem sich die klassische Satzfolge schnell – langsam – schnell anschließt.

Die grundsätzlich relativ schnell gewählten Tempi in allen vier Werken verleiten die Musiker glücklicherweise nicht dazu, die technische Seite der Kompositionen überzubetonen. Das originelle Spiel mit den Echo-Effekten in BWV 1056, die Melodieseligkeit in Telemanns 'Siciliano' kommen ebenso wenig zu kurz wie eine sehr präzise Abstimmung zwischen Solist und Orchester. Doch ob der Ort der Aufnahme glücklich gewählt wurde? Vom ‚ungewöhnlich weiten Chorraum‘ der Berliner Jesus-Christus-Kirche ist im Beiheft die Rede. Dieser Raum sorgt doch für ein etwas verwaschenes und halliges Klangbild, gelegentlich scheint sich vor allem das Orchester in diesem weiten Raum zu verlieren. Ortega Queros Oboe wurde, wohl aus diesem Grund, weit in den Vordergrund gerückt, was bei einem Solokonzert nicht weiter tragisch ist. Die beeindruckenden technischen und musikalischen Fähigkeiten des Solisten kommen dadurch sogar besonders gut zur Geltung. Doch die Klangbalance wirkt insgesamt wenig ausgewogen.

Dennoch überwiegt ein positiver Gesamteindruck: Was Ortega Quero aus seinem Instrument herauszaubert, macht diese Veröffentlichung höchst hörenswert. Vor allem Telemanns Konzert wirkt unter den Händen des ARD-Musikpreisträgers 2007 (Erster Preis) wie ein nicht enden wollender melodischer Strom, dem alle Ausführenden zudem eine erstaunliche Vielfalt an Klangfarben abgewinnen können. Die beiden Bach-Werke erscheinen im Vergleich etwas strenger und herber vorgetragen, was wohl in erster Linie in der Musik selbst begründet sein dürfte. Doch für meinen Geschmack stellen vor allem die beiden Konzerte von C. P. E. Bach und Telemann die Höhepunkte dieser CD dar. Ohne Zweifel ist es ein Glücksfall, dass Ortega Quero trotz seines ‚Hauptberufes‘ als erster Oboist im Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks noch Zeit für solche Aufnahmen hat.

Das aufwendig gestaltete und ausführliche Beiheft enthält ein Interview mit dem Solisten, bei dem das relativ schmale Solo-Repertoire für die Oboe zur Sprache kommt. Im Vergleich zu der großen Zahl an Klavier- und Violinkonzerten ist diese Feststellung richtig, aber vor allem das 20. Jahrhundert hat hier auch einiges verändert. Ob Elliot Carter, Peter Maxwell Davies oder Dominic Muldowney: Ortega Quero könnte noch eine ganze Reihe von Original-Oboenkonzerten aufnehmen, ohne sich mit Transkriptionen behelfen zu müssen. Auf diesen Sachverhalt verweist er selbst am Schluss des Interviews – man darf hoffen, dass weitere CDs dieses herausragenden Musikers folgen werden.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Oboenkonzerte: Werke von J.S. Bach, Telemann & C.Ph.E. Bach

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Genuin
1
16.09.2011
Medium:
EAN:

CD
4260036252095


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Genuin

Im Jahr 2002 standen die jungen Tonmeister von GENUIN vor einer wichtigen Entscheidung: Sollte man sich weiterhin lediglich auf das Aufnehmen und Produzieren konzentrieren, oder auf die zahlreichen Nachfragen und positiven Rückmeldungen von Musikern und Fachzeitschriften eingehen und ein eigenes Label ins Leben rufen? In einer Zeit, in der praktisch alle großen Klassik-Label ihre Produktion eingestellt oder zumindest stark gedrosselt hatten, fiel die Entscheidung nicht leicht – aber sie fiel einstimmig aus: zugunsten einer offiziellen Vertriebsplattform für die GENUIN-Aufnahmen. Und der Erfolg hat nicht lange auf sich warten lassen.

Das Label GENUIN hat sich in seinem zwölfjährigen Bestehen zu einem Geheimtipp unter Musikern und Musikliebhabern entwickelt. Schon vor dem Leipzig-Debüt im Oktober 2004, einem Antrittskonzert im Robert-Schumann-Haus mit Paul Badura-Skoda, wurden die CDs in den deutschlandweiten Vertrieb gebracht und von Fachpresse und Musikerwelt hochgelobt. Inzwischen werden GENUIN-CDs in den meisten Ländern Europas sowie in Japan, Süd-Korea, Hongkong und den USA vertrieben.

Das Erfolgsrezept von GENUIN: Die gesamte Produktion, also die Beratung der Künstler bei Aufnahmeraum und Repertoire, die Vorbereitung und Durchführung der Aufnahme selbst, der Schnitt mit allen notwendigen Korrekturen, generelle Entscheidungen beim Cover- und Bookletentwurf bis hin zur fertigen Veröffentlichung liegen in der Hand der Tonmeister. Nur so haben die Musiker den größtmöglichen Entfaltungsspielraum bei der Einspielung und Gestaltung ihrer CDs. Und gleichzeitig kann bis zuletzt eine gleichbleibend hohe Qualität garantiert werden.

GENUIN bietet auch abseits ausgetretener Pfade etablierten Künstlern genauso wie der Nachwuchsgeneration die Möglichkeit, Musik nach eigenen Vorstellungen zu verwirklichen. Das macht sich positiv bemerkbar für die Hörer der mittlerweile mehr als 300 GENUIN-CDs mit Interpreten wie Paul Badura-Skoda, Nicolas Altstaedt oder der Dresdner Philharmonie.


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