> > > Bach, Carl Philipp Emanuel : Solo Keyboard Musik, Vol.21 - Six Sonatas with varied Reprises
Montag, 13. Juli 2020

Bach, Carl Philipp Emanuel - Solo Keyboard Musik, Vol.21 - Six Sonatas with varied Reprises

Das Ganze stimmt


Label/Verlag: BIS Records
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Eine besonders hörenswerte CD: Miklós Spányi mit der einundzwanzigsten Folge seiner Gesamteinspielung des C. P. E. Bachschen Tastenwerkes.

Weiter im Text des Emanuel Bachschen Klavierwerkes. In der einundzwanzigsten Folge seiner Gesamteinspielung dieses Oevres beim Label BIS legt Miklós Spányi seine Interpretation der 'Sechs Sonaten mit veränderten Reprisen' von 1760 (Wq. 50/H 126, 136-140) vor. Sechs Sonaten also, die der Komponist selbst für die Veröffentlichung zusammenstellte. Liegt es daran, dass diese CD so ausnehmend kontrastreich und lebendig wirkt? Oder daran, dass Spányi in diesem attraktiven Programm besonders häufig den Nagel auf den Kopf trifft? Oder an beidem? Wie auch immer: Keinen Ansatzpunkt scheint die Produktion bemängelnder Kritik zu bieten, wie es umgekehrt schwerfällt, den besonders positiven Eindruck, den diese CD macht, an Einzelnem festzumachen. Es ist das Ganze, das stimmt.

Einzelne Schönheiten herauszuheben, wäre da Unrecht den anderen gegenüber. Über die Qualität der Kompositionen kann kaum Zweifel sein. Ohne Makel auch Spányis Gestalten. Den Bogen, wie man Carl Philipp Emanuel Bachs gestenreiche, oft vertrackte Musik zum Leben erweckt, hat er heraus, ohne dass er darum der Routine verfiele. Stets bewusst bleibt sein interpretatorisches Herangehen an Bachs Sonaten, scharf das Auge für einzelne Phrasen wie für größere Linien, offen das Ohr für die zahllosen hörenswerten Details – und nicht zuletzt für die scheinbar unerschöpflichen klanglichen Nuancen des Clavichords, hier wieder des bewährten Exemplars nach einer Arbeit G. J. Horns von 1785, das der Hörer von anderen CDs der Gesamteinspielung kennt: eines resonanzreichen Instruments mit so klarem wie silbrig-hellem Ton und weitem dynamischen Spektrum.

Bezaubernde Geschmeidigkeit

Forte-Akkordstöße stehen da bruchlos neben Piano-Achteln, wie z.B. im ersten Satz der G-Dur-Sonate. Gleichzeitig widerlegt Spányi das Vorurteil, man könne auf Clavichorden nicht ‚virtuos‘ spielen, sofern man darunter schnell, laut, mit ausgreifendem Gestus versteht. Freilich: Jenen, die glauben, ein Stück möglichst schnell zu spielen heiße schon, es zu interpretieren, gesellt Spányi sich nicht bei. Nichtsdestotrotz entwickelt der erste Satz der a-Moll-Sonate beträchtlichen Drive – nicht nur dort, wo Spányi bei den in Sechzehntelbrechung abwärtsstürmenden Oktavgängen ‚tief in die Saiten‘ geht: Bezaubernd ist die Geschmeidigkeit und Eleganz der auf- und abkletternden Skalen, bezwingend der das Stück überspannende dramatische Bogen.

Daneben freilich wiederum genug Nachdenkliches, Lyrisches wie etwa das eröffnende Allegro Grazioso der d-Moll-Sonate. Spányi fängt das Feinsinnige, Empfindsame dieser zugleich luftig und tiefsinnig gesetzten Musik mit behutsamer Hand und sensibler Gestaltung ein. Besonderes Vergnügen macht aber das kauzig mit allerlei Fragmenten, überraschenden Fortsetzungen und Veränderungen wie mit Bauklötzen spielende Tempo di Minuetto aus der B-Dur-Sonate, in dem geradezu aufs Clavichord eingehämmert werden darf.

Das Fazit also über die CD: ein Geschenk für die Freunde Carl Philipp Emanuel Bachs und für die des Clavichords. Und für solche, die es werden wollen, stellt sie vielleicht durch den Abwechslungsreichtum und die Unterhaltsamkeit des eingespielten Repertoires einen besonders geeigneten Einstiegspunkt dar.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Bach, Carl Philipp Emanuel : Solo Keyboard Musik, Vol.21 - Six Sonatas with varied Reprises

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
BIS Records
1
17.11.2010
Medium:
EAN:

CD
7318590016244


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BIS Records

Most record labels begin with a need to fill a niche. When Robert von Bahr founded BIS in 1973, he seems to have found any number of musical niches to fill. The first year's releases included music from the renaissance, Telemann on period instruments, Birgit Nilsson singing Sibelius and works by 29 living composers - Ligeti and Britten as well as Rautavaara and Sallinen - next to Purcell, Mussorgsky and Richard Strauss. A musical chameleon was born, a label that meant different things to different - and usually passionate - devotees.


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