> > > Gerswhin, George: Rhapsody in Blue
Freitag, 25. September 2020

Gerswhin, George - Rhapsody in Blue

Dioskuren


Label/Verlag: Membran
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Gershwin und Bernstein sind füreinander geschaffen.

Membran hat ein fünfzigminütiges Bernstein-Programm mit dessen eigener Ballett-Musik zum New-York-Musical 'On the Town' sowie Gershwins 'Rhapsody in Blue' und 'An American in Paris' herausgebracht. Die Gershwin-Aufnahmen (Columbia Symphony bzw. New Philharmonic) datieren vom Ende der fünfziger Jahre – das Klangbild zeigt sich bemerkenswert luftig und transparent. 'On the Town' wurde 1947 eingespielt, wodurch die Aura historischer Authentizität verstärkt wird – das Musical ist drei Jahre zuvor, 1944, uraufgeführt worden. Das Ensemble (On The Town Orchestra) ist anscheinend ad hoc für Aufnahmezwecke zusammengestellt worden.

Lässiges Schlendern

Bernsteins Leistung als Pianist ist im frühen Stadium seiner Karriere untadelig, sein Gershwin-Stil kann als ‚cool’, geradezu lässig gelten: Die Tempi – eine Besonderheit noch in späteren Jahren und nicht nur bei Gershwin – sind eher breit, beinahe gemächlich, ohne schwer und lastend zu wirken. Bernstein nimmt sich die Zeit, Rhythmen und Phrasen markant auszuformulieren – ohne Pedanterie, denn auch Rubato gehört zum souverän beherrschten Inventar seiner Ausdrucksmittel. In dieser gelassenen Gangart ist der wichtigste Unterschied zu Lorin Maazels klassischen Gershwin-Aufnahmen der siebziger Jahre (Cleveland) zu sehen, die bei gleißender orchestraler Brillanz und unnachsichtig ausgestanztem Metrum bedeutend straffere Tempi vorgeben, sodass die Lesarten Bernsteins vergleichsweise romantisch, verinnerlicht scheinen, nicht zuletzt in den lyrischen Abschnitten des 'American in Paris'. Sentimentale Effekte zwischen Portamento und waberndem Vibrato werden freilich verschmäht: Dies sind tief empfundene, aber geschmackssicher kitschferne Aufführungen, und wenige Interpreten dürften den Schlenderschritt eines Flaneurs, der staunenden Auges, Schmetterlinge im Bauch, die europäische Hauptstadt der Herzen erkundet, so zielsicher getroffen haben.

Vorsicht, wild.

Die Gershwin-Stücke wurden in Stereo-Technik aufgenommen, bieten folglich ein hohes Maß räumlicher Staffelung. 'On the Town' kann mit solchen Vorzügen nicht aufwarten. Nach dem Maß der vierziger Jahre ist die Aufnahmetechnik dennoch beachtlich: Die Instrumente, Bläser zumal, bringen ihre klangliche Eigenart wirksam zur Geltung. Der Rauschpegel ist niedrig, Volumen und Präsenz des Tutti bemerkenswert hoch. Das musikalische Geschehen wird präzise abgebildet, Synkopen und rhythmische Schärfungen, wild dreinfahrende Dissonanzen machen Effekt. Dies ist Musik junger Männer und Frauen kurz vor der Beatnik- und Rock-’n’-Roll-Ära, und genauso klingt sie. Es handelt sich also um selbst-erklärende Kompositionen, die hermeneutischer Exerzitien entbehren können. Das nicht im Übermaß üppige Booklet lässt sich folglich verschmerzen.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Gerswhin, George: Rhapsody in Blue

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Spielzeit:
Membran
1
15.11.2013
47:42
Medium:
EAN:
BestellNr.:

CD
885150328057
232805


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"Leonard Bernstein war ein Musikfanatiker, der keinen Tag leben konnte, „ohne Musik zu hören, ohne zu spielen, mit Musik zu arbeiten, über sie nachzudenken“. Er entzog sich jeglicher Zuordnung zu einer bestimmten Schule und sah sich eher als Grenzgänger - darin glich er George Gershwin, den er sehr bewunderte. Genregrenzen existierten für beide nicht; Folk-, Blues-, Jazz- und Popmusik betrachteten sie als reichen Fundus musikalischer Ideen und Stile. Unter der Leitung des charismatischen Bernstein, der hier auch als Pianist zu hören ist, spielen das Columbia Symphony Orchestra und das New York Philharmonic „Rhapsody in Blue” und „An American in Paris“. Auch der Komponist Bernstein kommt hier zu Wort: Sein Ballett „On the Town“ ist eine stimmige Ergänzung zum Klangbild der Seine-Metropole."


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Membran

Die Hamburger Vertriebs- und Entertainment Gruppe

Membran, ursprünglich als Tonträger-Einzelhandelskette mit über 30 Shops 1968 gegründet, ist ein internationaler etablierter und Industrie-unabhängiger Musikvertrieb. 2010 richtet Membran seine Strategien neu aus und expandiert zur Membran Entertainment Gruppe.

Ansässig in der Medienstadt Hamburg, konnte Membran seit der Gründung 1968 seine Services beständig ausbauen: Vom Musikvertrieb mit A&R Management, Konzeption und Produktion über das Lizenz- und Rechte-Management von Musik- und Filmtiteln, über Buchverlag und Buchhandel, zum Digitalvertrieb und als Vertriebspartner vieler internationaler Labels: der independent Vertrieb ist mit seinen Katalogen und Produktionen weltweit tätig.

Über 40 Mitarbeiter entwickeln ständig neue Medienprodukte, Einzel und Sammel-Editionen aus einem mittlerweile über 10.000 Artikel umfassenden aktiven Katalog. Für die Auswertung über die gesamte Bandbreite an Medienformaten kann das Unternehmen auf einen Lizenz- und Rechte Pool mit über 250.000 Titeln zurückgreifen.

Produkte und Kataloge eigener sowie renommierter Label wie Ars Musici, NCA, Nuova Era, Documents, Classico, Motema oder Must Have Jazz erreichen die Endkunden weltweit direkt oder über internationale Handelspartner.

Die Labels aus dem Hause Membran bieten Produktionen in allen Musikrichtungen und Preisklassen. Man findet Jazz, Klassik, Pop, Rock, HipHop und Schlager und ein breites Spektrum an Genre-Kopplungen sowie ausgesuchte Buchprodukte und Sammel-Editionen.

Vor allem spezialisiert ist Membran im Klassikbereich und hat mit Labels wie NCA - New Classical Adventure und Nuova Era in diesem Segment eine führende Rolle. Es werden hochwertige und seltene Werke geboten, und neue Talente etabliert.

Für ihre Produktionen wurde die Membran Gruppe bereits mehrfach ausgezeichnet. So erhielten sie zweimal den LEOPOLD  Medienpreis des Verbandes deutscher Musikschulen und für Beethovens Streichquartette, eingespielt von dem Leipziger Gewandhaus-Quartett, den Jahrespreis 2004 beim Preis der deutschen Schallplattenkritik, wo sie mit weiteren Titeln die Bestenliste erreichten.


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