> > > Dvorák, Antonín: Streichquartett Nr. 13 in G-Dur, op.106
Donnerstag, 23. Januar 2020

Dvorák, Antonín - Streichquartett Nr. 13 in G-Dur, op.106

Dvorák reloaded


Label/Verlag: Supraphon
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Wer glaubt, den beiden letzten Streichquartetten Antonín Dvoráks ließe sich nichts Neues mehr abgewinnen, sollte sich die neue Einspielung durch das Pavel Haas Quartett anhören.

Mit ihrer neuen CD knüpfen die Musikerinnen und Musiker des Pavel Haas Quartetts nahtlos an die Qualität ihrer im vergangenen Jahr gleichfalls bei Supraphon erschienenen Aufnahme mit den Streichquartetten von Sergej Prokofjew an. Diesmal haben sich Veronika Jarusková (Violine), Eva Karová (Violine), Pavel Nikl (Viola) und Peter Jarusek (Violoncello) jedoch wieder einmal einen der ganz Großen ihrer Heimat ausgesucht, denn mit Antonín Dvoráks Streichquartetten Nr. 12 F-Dur op. 96 und Nr. 13 G-Dur op. 106 nähert sich das junge Ensemble zwei Meilensteinen der böhmischen Quartett-Kompositionen. Dass sie diesem Repertoire jedoch mit überraschender Frische und vor allem einem hohen Grad an interpretatorischer Raffinesse und Einfallsreichtum begegnen, macht die Einspielung auch dann zu einem Ereignis, wenn man bedenkt, dass es sich um die wohl am häufigsten eingespielten Streichquartette Dvoráks handelt.

In der Tat birgt der Zugang allerlei Unerhörtes: Gleich der Beginn des G-Dur-Quartetts macht deutlich, dass es den Musikern um die feinen Details der Partitur geht, dass sie diesen jedoch keineswegs den übergeordneten Bogen der Musik opfern: Zunächst klingt die Musik zart und fern, wie aus einer anderen Welt, schwillt dann zu einem hellen, fast irreal anmutenden Gleißen an, das sich zu einem warmen Klang auswächst, um sofort wieder in ein vorsichtiges Tasten zurückzufallen. Die Intensität der ersten dreißig Sekunden, die von einem Augenblick auf den nächsten wechselnden Spannungszustände und sich verändernden Konturen, erscheinen hier in so einzigartiger Klarheit, dass man sich verdutzt fragt, warum man diesen Satzbeginn vorher noch nie so gehört hat. Und trotz des plötzlich zu Tage tretenden Detailreichtums bleibt der Hörer nicht an die Kleinteiligkeit gefesselt, wird mit dem Strom der Musik mitgerissen und erlebt beispielsweise, wie die Durchführung vor seinen Ohren zu einer irritierenden Ausdrucksvielfalt entfaltet wird.

Dvoráks großartiges letztes Quartett, das in manch anderer Aufnahme ein wenig brav wirkt, verliert hier jeglichen Eindruck von Biederkeit, lebt unter einem Musizieren auf, das den Hörer aufgrund seiner vielfältigen Beleuchtungswechsel in Atem hält. Bewundernswert ist dabei der Klang des Ensembles, der von den Musikern ständig umregistriert, verändert, abschattiert wird und doch von Anfang an den Eindruck einer Geschlossenheit vermittelt, wie man sie sich kaum besser vorstellen kann. Noch eindrücklicher als in op. 106 ist dies im populären, so genannten ‚Amerikanischen‘ Streichquartett op. 96, dem man unter allen Quartetten Dvoráks wohl am häufigsten begegnet: Gerade weil man die Musik zu kennen glaubt, wird man sofort hellhörig, wenn sich zu Beginn die Violinen mit dem Violoncello zu einer vibrierenden Klangfläche vereinen, in die dann das Viola-Thema eintritt, empfindet man die Intensität des langsamen Satzes als Spiel mit Dichtezuständen, nimmt man den Musikern aber auch die Emphase ab, die sie etwa in dem durch prägnantes rhythmisches Spiel geprägten Finale hören lassen.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Dvorák, Antonín: Streichquartett Nr. 13 in G-Dur, op.106

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Supraphon
1
22.10.2010
Medium:
EAN:

CD
099925403829


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Supraphon

Supraphon Music ist das bedeutendste tschechische Musiklabel und besitzt bereits eine lange Geschichte. Der Name "Supraphon" (der ursprünglich ein elektrisches Grammophon bezeichnete, das zu seiner Zeit als Wunderwerk der Technik galt) wurde erstmals 1932 als Warenzeichen registriert. In den Nachkriegsjahren erschien bei diesem Label ein Großteil der für den Export bestimmten Aufnahmen, und Supraphon machte sich in den dreißiger und vierziger Jahren besonders um die Verbreitung von Schallplatten mit tschechischer klassischer Musik verdient. Die künstlerische Leitung des Labels baute allmählich einen umfangreichen Titelkatalog auf, der das Werk von BedYich Smetana, Antonín Dvorák und Leos Janácek in breiter Dimension erfasst, aber auch andere große Meister der tschechischen und der internationalen Musikszene nicht vernachlässigt. An der Entstehung dieses bemerkenswerten Katalogs, auf den Supraphon heute stolz zurückblickt, waren bedeutende in- und ausländische Solisten, Kammermusikensembles, Orchester und Dirigenten beteiligt.


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