> > > Casella, Alfredo: Sinfonia per orchestra op. 63
Freitag, 19. Oktober 2018

Casella, Alfredo - Sinfonia per orchestra op. 63

Zu Recht vergessen?


Label/Verlag: cpo
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Alun Franis und das WDR-Sinfonieorchester erfüllen Alfredo Casellas Musik mit Leben. Dennoch können die Werke Casellas nicht restlos überzeugen.

Alfredo Casella (1883–1947) ist nicht unbedingt ein bestens bekannter Komponist – vor allem, weil er nicht durch seine Opern (er schrieb drei, allesamt nicht der Richtung des Verismo zuzuordnen) international zu Ansehen gelangt ist. Zu lange war Casella von Italien fort, so hat seine Musik eine eindeutig internationale Komponente. Casella studierte in Paris bei Fauré, 1907 und 1909 bereiste er u.a. Russland. Und so merkwürdig das zu sein scheint, die Rhapsodie für großes Orchester 'Italia’ op. 11 (1909) bietet nicht nur Anklänge an Respighi, sondern durchaus auch an russische Musik und den jungen Strawinsky im Besonderen. Casella bezeichnete die Komposition, die bis heute sein populärstes Orchesterwerk geblieben ist, als ‚anti-impressionistisch’. Das ist sie zweifelsohne, doch ist sie auch in vielerlei Hinsicht noch das Werk eines Suchenden. Die erweiterte Tonalität führt noch nicht zu wirklichen Experimenten und die Verwendung sizilianischer und neapolitanischer Melodien ist mehr couleur locale denn inhaltstragend.

Wie ganz anders ist da die Sinfonia op. 63 einzuschätzen, nach zwei Sinfonien vor dem Ersten Weltkrieg 1939-40 zu Beginn des Zweiten entstanden. Eine Art neoklassisches Werk, beginnt das Werk in der Nachfolge von Hindemiths ‚Mathis der Maler’-Sinfonie, wird dann aber deutlich kraftvoller und expressiver. Polytonalität und etwas zu affirmativ-filmmusikalische Tonalität wechseln sich ab. Der langsame Satz versucht durch verstärkten Gebrauch von Polyphonie Profil zu erlangen, doch insgesamt bleibt die Sinfonie eher konturlos.

Dies ist gewiss nicht den Interpreten anzulasten, die ihr Bestes tun, um die Musik zum Leben zu erwecken. Alun Francis ist für unbekannteres Repertoire des 20. Jahrhunderts wohlbekannt, und das WDR Sinfonieorchester spielt mit gewohnter Souveränität, wunderbar brillant und durchhörbar, wo erforderlich (langsamer Satz) auch mit der nötigen Expressivität. Doch bleibt im Raum Unverständnis Casellas Idiom gegenüber zurück – ob aus Problemen heraus, die das Orchester und/oder der Dirigent hatten, oder durch die Ignoranz des Rezensenten vermag ich nicht zu entscheiden. Schade um die mehr als redlichen Bemühungen aller Beteiligten. Da gibt es sicher andere Musik, die mehr Ertrag gebracht hätte.

Der umfangreiche Booklettext von Christoph Schlüren erleichtert den Einstieg in Casellas Schaffen. Nur ist es dem Rezensenten unverständlich, wie man heute noch in alter Rechtschreibung publizieren kann. Auch dass das Coverbild kaum mit Leben und Schaffen Casellas in Verbindung gebracht werden kann, ist ein überraschendes, wenn auch natürlich kleines Manko dieser Produktion.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Casella, Alfredo: Sinfonia per orchestra op. 63

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
cpo
1
20.06.2009
EAN:

761203726523


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cpo

Wohl kaum ein zweites Label hat in letzter Zeit soviel internationale Aufmerksamkeit erregt wie cpo. Die Fachwelt rühmt einhellig eine überzeugende Repertoirekonzeption, die auf hohem künstlerischen Niveau verwirklicht wird und in den Booklets eine geradezu beispielhafte Dokumentation erfährt. Der Höhepunkt dieser allgemeinen Anerkennung war sicherlich die Verleihung des "Cannes Classical Award" für das beste Label (weltweit!) auf der MIDEM im Januar 1995 und gerade wurde cpo der niedersächsische Musikpreis 2003 in "Würdigung der schöpferischen Leistungen" zuerkannt.
Besonders stolz macht uns dabei, daß cpo - 1986 gegründet - in Rekordzeit in die Spitze vorgestoßen ist. Das Geheimnis dieses Erfolges ist einfach erklärt, wenn auch schwierig umzusetzen: cpo sucht niemals den Kampf mit den Branchenriesen, sondern füllt mit Geschick die Nischen, die von den Großen nicht besetzt werden, weil sie dort keine Geschäfte wittern. Und aus mancher Nische wurde nach einhelliger Ansicht der Fachwelt mittlerweile ein wahres Schmuckkästchen.
Am Anfang einer Repertoire-Entscheidung steht bei uns noch ganz altmodisch das Partituren-lesen, denn nicht alles, was noch unentdeckt ist, muß auch auf die Silberscheibe gebannt werden. Andererseits gibt es - von der Renaissance bis zur Moderne - noch sehr viele wahre musikalische Schätze zu heben, die oft näher liegen, als man meint. Unsere großen Werk-Editionen von Pfitzner, Korngold, Hindemith oder Pettersson sind nicht umsonst gerühmt worden. In diesem Sinne werden wir fortfahren.
Letztendlich ist unser künstlerisches Credo ganz einfach: Wir machen die CDs, die wir schon immer selbst haben wollten. Seien Sie herzlich zu dieser abenteuerlichen Entdeckungsfahrt eingeladen!


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