> > > Fesca, Alexander Ernst: Septets opp.26 & 28
Samstag, 9. Dezember 2023

Fesca, Alexander Ernst - Septets opp.26 & 28

Eine lohnenswerte Entdeckung?


Label/Verlag: cpo
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Der Name Fesca wird wohl den wenigsten geläufig sein. Um so überraschter dürfte man nach einem neugierigen Blick in ein Musiklexikon sein, dass es gleich zwei Komponisten dieses Namens gibt: Friedrich Ernst Fesca (1789-1826) und dessen Sohn Alexander Ernst (1820-1849). Obwohl beide kein hohes Alter erreicht haben – Alexander Ernst wurde gar nur 28 Jahre alt – sind sie doch beide ziemlich produktiv gewesen. Das Label cpo, bekannt dafür, verschollene Schätze zu heben, legt mit der vorliegenden Aufnahme eine Einspielung zweier Septette von Sohn Alexander Ernst, der eigentlich eher durch seine Opern Bekanntheit errungen hatte, vor.

Beide Werke sind in enger Nachbarschaft zueinander entstanden und weisen auch sonst einige Gemeinsamkeiten auf. So verlangen sie identische Besetzungen: diese für ein sogenanntes ‚Grand Septuor’ benötigte Zusammensetzung, bestehend aus Klavier, Oboe, Horn, Violine, Viola, Cello und Kontrabass, ist allerdings eher ungewöhnlich. Als Standardform für großangelegte Kammermusik mit Klavier hatten sich Mitte des 19. Jahrhunderts das Klavierquartett und –quintett durchgesetzt, so dass die Komponisten bald das Interesse an Septetten vergleichbarer Besetzung verloren hatten. Fesca hinkte seiner Zeit also etwas hinterher, als er 1842 sein erstes Septett c-moll op. 26 veröffentlichten ließ, auf das nach kurzer Zeit das zweite Septett d-moll op. 28 folgte. Virtuose Aufgaben sind dem Klavier vorbehalten, die restlichen Instrumentalisten sind eher für die Ausmalung lyrischer Themen vorgesehen. Und dennoch handelt es sich bei den beiden Werken nicht um Konzerte für Klavier und Kammerensemble, wie man es bei Kompositionen ähnlicher Besetzung behaupten kann. Auch formal orientiert sich Fesca an den großen Vorbildern. Beide Werke folgen der klassischen Viersätzigkeit, und obgleich Fesca keine neuen Mittel und Wege erforscht, beherrscht er die traditionelle Form sicher.

Das Linos-Ensemble, das für diese Einspielung gewonnen werden konnte, holt alles aus den Stücken heraus. Die Instrumente sind bestens aufeinander abgestimmt, niemand rückt in eine vordergründige Rolle, die ihm nicht zustünde. Spielerische Disziplin, kombiniert mit höchster Ausdrucksstärke – das Spektrum reicht von pathetischer Größe in den Kopfsätzen bis zu lyrischer Intimität –, gewürzt mit straffen Tempi ergibt eine mustergültige Interpretation. Die Aufnahmequalität bewegt sich auf vergleichbar hohem Niveau und leistet ihren Teil, dieses große Klangspektrum auch voll wahrnehmen zu können. Das lobenswerte dreisprachige Beiheft liefert nicht nur biographische Details, sondern steuert auch vergleichende Analysen beider Werke bei.

Mit dieser CD bekommt man unterhaltsame und geschmackvolle Unterhaltungsmusik in mustergültiger Interpretation. Nicht mehr und nicht weniger. Dennoch wäre es wünschenswert, wenn sie kein Einzelfall bliebe, sondern den Beginn weiterer Einspielungen aus dem Hause Fesca markiert.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 




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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Fesca, Alexander Ernst: Septets opp.26 & 28

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Spielzeit:
Aufnahmejahr:
Veröffentlichung:
cpo
1
20.07.2001
69:56
1999
2001
Medium:
EAN:
BestellNr.:
CD
0761203961726
cpo 999 617-2

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Fesca, Alexander Ernst
 - 1. Allegro con spirito -
 - 2. Andante con moto -
 - 3. Scherzo: Allegro vivo - Trio -
 - 4. Finale: Allegro con fuoco -
 - 1. Allegro con spirito -
 - 2. Andante con moto -
 - 3. Tempo di menuetto - Trio -
 - 4. Finale: Allegro moderato -


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Interpret(en):Linos Ensemble,
Rademacher, Winfried


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cpo

Wohl kaum ein zweites Label hat in letzter Zeit soviel internationale Aufmerksamkeit erregt wie cpo. Die Fachwelt rühmt einhellig eine überzeugende Repertoirekonzeption, die auf hohem künstlerischen Niveau verwirklicht wird und in den Booklets eine geradezu beispielhafte Dokumentation erfährt. Der Höhepunkt dieser allgemeinen Anerkennung war sicherlich die Verleihung des "Cannes Classical Award" für das beste Label (weltweit!) auf der MIDEM im Januar 1995 und gerade wurde cpo der niedersächsische Musikpreis 2003 in "Würdigung der schöpferischen Leistungen" zuerkannt.
Besonders stolz macht uns dabei, daß cpo - 1986 gegründet - in Rekordzeit in die Spitze vorgestoßen ist. Das Geheimnis dieses Erfolges ist einfach erklärt, wenn auch schwierig umzusetzen: cpo sucht niemals den Kampf mit den Branchenriesen, sondern füllt mit Geschick die Nischen, die von den Großen nicht besetzt werden, weil sie dort keine Geschäfte wittern. Und aus mancher Nische wurde nach einhelliger Ansicht der Fachwelt mittlerweile ein wahres Schmuckkästchen.
Am Anfang einer Repertoire-Entscheidung steht bei uns noch ganz altmodisch das Partituren-lesen, denn nicht alles, was noch unentdeckt ist, muß auch auf die Silberscheibe gebannt werden. Andererseits gibt es - von der Renaissance bis zur Moderne - noch sehr viele wahre musikalische Schätze zu heben, die oft näher liegen, als man meint. Unsere großen Werk-Editionen von Pfitzner, Korngold, Hindemith oder Pettersson sind nicht umsonst gerühmt worden. In diesem Sinne werden wir fortfahren.
Letztendlich ist unser künstlerisches Credo ganz einfach: Wir machen die CDs, die wir schon immer selbst haben wollten. Seien Sie herzlich zu dieser abenteuerlichen Entdeckungsfahrt eingeladen!


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