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Samstag, 24. August 2019

Christoph Graupner: - Fagott- und Violinkonzerte

Graupner-Entdeckungen


Label/Verlag: Carus
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Die Musiker spielen Graupners Musik mit mitreißendem Schwung und Ausgelassenheit.

Der Fagottist Sergio Azzolini hat mit seinem Entdeckergeist einen wahren musikalischen Schatz gehoben: Konzerte von Christoph Graupner, die dieser für den Hoffagottisten Johann Christian Klotsch seines Darmstädter Dienstherrn Landgraf Ernst Ludwig komponierte (im Booklet wird Graupners Dienstsort fälschlicherweise nach Kassel verlegt). Sie sind nicht nur eine Rarität, weil sie das selten als Soloinstrument zu hörende Fagott in den Vordergrund stellen, sondern weil Graupners Werke trotz guter Quellenlage bisher ihrer Wiederentdeckung harren. Im Gegensatz zu anderen Komponisten-Nachlässen ist der von Graupner dank des energischen Einsatzes seiner Nachkommen fast vollständig erhalten und lagert in der Universitäts- und Landesbibliothek seines alten Wirkungsorts Darmstadt.

Azzolini kann auf seiner neuen CD mit gleich drei Ersteinspielungen aufwarten: mit dem Konzert für Fagott in C-Dur GWV 301, dem Konzert für Violine in A-Dur GWV 337 und dem Konzert für Chalumeau, Fagott und Violoncello in C-Dur GWV 306. Dazu stehen die Konzerte für Fagott in c-Moll GWV 307, das Fagottkonzert in G-Dur GWV 328 und das Fagottkonzert in B-Dur GWV 340 auf dem Programm. Es ist eine sehr abwechslungsreiche Mischung, die der Solist zusammen mit dem Ensemble il capriccio eingespielt hat. Geleitet wird das Ensemble vom Geiger Friedemann Wezel, der auch den Solopart im Violinkonzert übernimmt.

Die Musiker spielen Graupners Musik mit mitreißendem Schwung und Ausgelassenheit. Durch ein reich besetztes Basso continuo, bestehend aus Laute bzw. Gitarre, Cembalo und Orgel sowie Fagott, klingt die Musik sehr rhythmisch und vollmundig. Dabei sind nicht nur die schnellen Sätze tänzerisch gespielt, sondern auch die langsamen Sätze können mit einem belebten Klangbild aufwarten. Graupner fordert ferner hochvirtuose Läufe und Verzierungen von seinen Solisten, wodurch sich Azzolini mit dem für ihn typischen übersprudelnden Temperament zu wilder Brillanz hinreißen lässt. Die langsamen Sätze spielt er voller Inbrunst mit geschickten Dynamik- und Tempowechseln. Er nimmt sich großen Freiraum, um seine Interpretation klangprächtig auszuschmücken. Als Beispiel hierfür sei das 'Largo' aus dem Konzert für Fagott in G-Dur genannt.

Das Violinkonzert stellt eine gelungene Ergänzung des dominierenden Fagottklangs dar, da es eine weitere Facette der Graupnerschen Instrumentalmusik zeigt. Die Sologeige scheint hier die Tuttiinstrumente mit großem Nachdruck übertrumpfen zu wollen, was diese aber lebhaft parieren. Herrlich leicht sind die Geigen-Pizzicato-Einleitungstakte des 'Andante' gelungen, aus denen sich die Violinstimme sanft entwickelt. Das Konzert für Chalumeau, Fagott und Violoncello spielen die schon genannten Solisten Wezel und Azzolini sowie die Cellistin Kristin Dom. Die Chalumeau ist im Konzertbetrieb normalerweise eher selten zu hören, weshalb ihr Klang hier einen ganz besonderen Reiz entfaltet. Ihr tiefer, leicht guttural klingender Ton ergänzt das Fagott sowohl in der Tiefe als auch in der Mittellage um weitere Farbschattierungen. Das Cello tritt eigentlich erst im zweiten Satz als selbstständiger Partner in Erscheinung. Die samtig dunklen Klänge der Solistengruppe bewegen sich in einem klagenden Wiegenrhythmus, der von Akkordrückungen der Violinen und dem Cembalo aufgelockert wird.

Die CD ist äußerst hörenswert, da sie mit ihrem Überschwang und ihrer Lebensfreude jeglichen Winter-Blues vertreibt. Graupners intelligente und gewitzte Kompositionen sind eine perfekte, geistreiche Unterhaltung, die von Azzolini, Wezel und dem Ensemble il capriccio kongenial umgesetzt wird.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Christoph Graupner: : Fagott- und Violinkonzerte

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Spielzeit:
Aufnahmejahr:
Carus
1
01.01.2011
072:43
2007
Medium:
EAN:
BestellNr.:

CD
4009350834439
8344300


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" Christoph Graupner (1683-1760) ist heute vor allem als vielschreibender Kantatenkomponist bekannt. Dass er während seiner langen Amtszeit am Darmstädter Hof auch andere musikalische Gattungen bediente, zeigt die vorliegende CD. Das Ensemble il capriccio, das auf Originalklanginstrumenten musiziert, legt gemeinsam mit Sergio Azzolini und Christian Leitherer alle vier Fagottkonzerte, ein Doppelkonzert für Fagott und Chalumeau und das einzige Violinkonzert Graupners zum Teil als Ersteinspielung vor."


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Carus

Der Name Carus steht weltweit als ein Synonym für höchsten Anspruch und Qualität auf dem Gebiet geistlicher Chormusik. Dies betrifft nicht nur unsere zuverlässigen Noteneditionen vieler zu Unrecht in Vergessenheit geratener Werke. Es ist uns ein besonderes Anliegen, gerade diese Werke - oft als Weltersteinspielungen - auch in exemplarischen Interpretationen durch hochrangige Interpreten und Ensembles auf CD vorzulegen. Der weltweite Erfolg unseres Labels führte zur Erweiterung unseres Katalogs: Neben der Chormusik, die weiterhin den Schwerpunkt des Labels bildet, haben gerade in den letzten Jahren einige Aufnahmen barocker Instrumentalwerke internationale Beachtung gefunden. Unsere Zusammenarbeit mit erstklassigen Interpreten führte zu einer hohen Klangkultur, die mit der Verleihung vieler internationaler Preise honoriert wurde (Diapason d'Or, Preis der Deutschen Schallplattenkritik, Gramophone - Editor's choice).


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