> > > Haydn, Joseph: Philemon & Baucis oder Jupiters Reise auf die Erde
Samstag, 20. April 2019

Haydn, Joseph - Philemon & Baucis oder Jupiters Reise auf die Erde

Zurück zu Papa Haydn: langweilig und verstaubt


Label/Verlag: Profil - Edition Günter Hänssler
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Die Einspielung von Joseph Haydns 'Philemon und Baucis' gehört in die Mottenkiste der Haydn-Interpretation. Hier lebt der gemütliche Papa Haydn nochmals auf. Leider.

Der Anlass der Uraufführung der Marionettenoper 'Philemon und Baucis oder Jupiters Reisen auf die Erde’ war der Besuch der österreichischen Kaiserin Maria Theresia auf Schloss Esterhazy im Jahre 1773. Wahrscheinlich wurde damit auch gleichzeitig das neu erbaute Marionettentheater eröffnet, aber das ist nicht ganz sicher, zudem ist das Werk auch nur als Fragment überliefert.

Die Salzburger Hofmusik unter Wolfgang Bauer liefert hier eine Wiedergabe, die die Vorurteile gegenüber Haydns musikdramatischen Schaffen eher bestätigen denn revidieren. Gewiss kann man von den Sängern und den Instrumentalisten nicht verlangen, diesem Gelegenheitswerk die geistige Tiefe späterer Werke abzugewinnen, aber so harmlos und undifferenziert, wie die Musik auf dieser Aufnahme erklingt, ist Haydns Komposition nun auch wieder nicht. Das Hauptproblem resultiert nicht nur aus mangelndem theatralischem Bemühen der vier Solisten, sondern am zumeist modulationsarmen, wenig flexiblen Gesang. So bleibt die Arie des Philemon ('Mehr als zwanzig Jahr’) enervierend monoton und charakterlos. Die folgende Arie ('Ein Tag, der Freude bringt, ...’) von Manuel Warwitz als Philemon prolongiert die emotionale Teilnahmslosigkeit. Auch die Arien der Baucis mit Natalie Vincent wirken wenig verinnerlicht. Gleiches gilt auch für das eigentlich reizvolle Liebesduett (‘Entflohn ist nun der Schimmer’) mit Ulrike Hofbauer (Narcissa) und Bernhard Berchthold (Aret).

Anders der Sachverhalt beim Chor, der aus Mitgliedern des Kammerchores Salzburg (Einstudierung: Norbert Brandauer) bestand. Hier kommt die Stimmbehandlung eine angemessen große Ausdrucksgeste, auch technisch sind kaum Abstriche zu vermerken. Recht pauschal agiert hingegen das Instrumentalensemble Salzburger Hofmusik. Der musikalische Sprachfluss verliert sich zumeist in einer leeren Geste, was der permanenten Gegenwart von Sostenuto-Zähigkeit geschuldet ist. Das beginnt schon mit der einleitenden 'Sinfonia’. Hier wäre eine detailgenaue Durchdringungen der Ereignisfelder wünschenswert gewesen. Stattdessen biedermeilerlicher Haydnklang mit wenig Esprit ab. Eine Interpretation entlang des Notentextes ohne innere Ordnung, ohne tiefere Notwendigkeit. Kein positiver Beitrag zur Einschätzung Haydns als Komponist musikdramatischer Werke, sondern leider Bestätigung altbekannter Vorurteile. Der interessante Text des Booklets vermag diese Mängel nicht auszugleichen.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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    Haydn, Joseph: Philemon & Baucis oder Jupiters Reise auf die Erde

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Profil - Edition Günter Hänssler
1
04.05.2009
EAN:

881488903850


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Profil - Edition Günter Hänssler

Profil - The fine art of classical music
EDITION GÜNTER HÄNSSLER - EIN LABEL MIT "PROFIL"
Bei der Gründung seiner "EDITION GÜNTER HÄNSSLER" und dem neuen Label "PROFIL" betrat Produzent Günter Hänssler, der ehemalige Chef des erfolgreichen Labels Hänssler Classics, mit einer ganz klaren Philosophie und Zielsetzung den Klassik-Markt:
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Ergänzt wird das Repertoire durch ausgewählte, digital aufwendig restaurierte historische Aufnahmen, Interpretationen von legendärem Ruf in neuer, bisher nicht gekannter digitaler Klangqualität. Auf diese Weise schlägt PROFIL die Brücke von der Vergangenheit in die Gegenwart und versteht sich so auch als Bewahrer musikalischer Traditionen.
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