> > > Mozart, Wolfgang Amadeus: Divertimenti KV 439b: Trio Roseau
Montag, 20. Mai 2019

Mozart, Wolfgang Amadeus: Divertimenti KV 439b - Trio Roseau

Mozart auf 'blasenden Instrumenten'


Label/Verlag: MDG
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Das Trio Roseau (Oboe, Klarinette, Fagott) spielt Trios von Mozart sowie eine eigene Bearbeitung von Auszügen aus der Oper 'La Clemenza di Tito'.

Eine Mozart-Oper auf nur drei Blasinstrumenten – geht das? Natürlich muss man sich da schon auf ein ganz anderes Klangerlebnis einstellen, doch mit Oboe, Klarinette und Fagott tritt beim Trio Roseau die muntere, spielerische, leichte Seite Mozarts sogar besonders deutlich hervor. Also ja, eine Mozart-Oper mit drei Blasinstrumenten kann durchaus funktionieren. Worum geht es konkret? Der Klarinettist Ulf-Guido Schäfer hat Auszüge aus 'La Clemenza di Tito' bearbeitet und eine 20-minütige, teilweise ziemlich virtuose Suite zusammengestellt. Mit seinen Kollegen Rachel Frost (Oboe) und Malte Refardt (Fagott) spielt er sie spritzig und locker. Das Trio Roseau legt damit seine Debüt-CD vor, doch es sind keineswegs junge Nachwuchskräfte, die in diesem Ensemble nun ihre Laufbahn beginnen, sondern erfahrene Orchestermusiker, die sich auch gerne der Kammermusik widmen und seit 2012 regelmäßig als Trio auftreten.

So angenehm die Tito-Bearbeitung auch klingt, den Opern-Ursprung dieser Musik vergisst man dabei doch nie. Und besonders deutlich wird der Unterschied zu von vornherein kammermusikalisch gedachter Musik im Vergleich zu den Stücken, die Mozart selbst für drei Bläser komponiert hat. Zwar hatte er dabei nicht die Besetzung des Trio Roseau, sondern drei Bassetthörner im Sinn, Verwandte der Klarinette also, aber drei Stimmen bleiben eben drei Stimmen.

Heiterer Charakter

Zu Mozarts Zeit hatten die ‚blasenden Instrumente‘ oft für leichte Unterhaltung zu sorgen, und so ist es auch mit insgesamt 25 kleinen Stücken, die Mozart für Bläsertrio schrieb. Sie werden meist zu fünf jeweils fünfsätzigen Divertimenti zusammengefasst, von denen auf dieser CD drei eingespielt sind. Doch diese Unterhaltungsmusik stammt eben von Mozart, und selbst bei solchen kleinen Nebenwerken merkt man das auch. Die Fassung mit Oboe, Klarinette und Fagott lässt, genau wie bei der 'Tito'-Bearbeitung, einen munteren, leichten und heiteren Charakter besonders hervortreten, ein anderer Aspekt allerdings geht verloren. Mozarts Trios sind in der Originalfassung mit Bassetthörnern nämlich sehr dunkel gefärbt. Da hier jedoch alles, wie dem Beiheft zu entnehmen ist, um nicht weniger als eine Quarte nach oben transponiert wurde, geht dieser ungewöhnliche, aber sehr reizvolle gedeckte Klang verloren, und man kann sich fragen, ob die Transposition wirklich notwendig war. So jedenfalls rückt die Bassstimme bereits in die Tenorlage, es klingt alles sehr hell und freundlich, aber auch sehr viel konventioneller als in der tieferen Lage.

Der Klang der Aufnahme ist grundsätzlich sehr gut, mit aufgenommene Klappengeräusche stören nicht weiter. Allerdings ist leider immer wieder auch ein Kratzen hörbar, das offenbar am Ansatz eines der Musiker entstand. Auch das nicht wirklich störend, aber zumindest befremdlich auf einer Studioaufnahme.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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    Mozart, Wolfgang Amadeus: Divertimenti KV 439b: Trio Roseau

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MDG
1
EAN:

760623209562


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Mozart, Wolfgang Amadeus


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MDG

Die klangrealistische Tonaufnahme

»Den beim Sprechen oder Musizieren entstehenden Schall festzuhalten, um ihn zu konservieren und beliebig reproduzieren zu können, ist eine Idee, die seit langem die Menschen beschäftigte. Waren zunächst eher magische Aspekte im Spiel, die die Phantasie beflügelten wie etwa bei Giovanni deila Porta, der 1598 den Schall in Bleiröhren auffangen wollte, so führte mit fortschreitender Entwicklung naturwissenschaftlichen Denkens ein verhältnismäßig gerader Weg zur Lösung...« (Riemann Musiklexikon)

Seit Beginn der elektrischen Schallaufzeichnung ist der Tonmeister als »Klangregisseur« bei der Aufnahme natürlich dem Komponisten und dem Interpreten, aber auch dem Hörer verpflichtet. Die Mittel zur Tonaufzeichnung sind hinlänglich bekannt. Die Kriterien für ihren Einsatz bestimmt das Ohr. Deshalb für den Hörer hier eine Beschreibung unserer Hörvorstellung.

Lifehaftigkeit

In der Gewißheit, daß der Konzertsaal im Wohnzimmer (leider) nicht realisierbar ist, konzentriert sich unser Bemühen darauf, die Illusion einer Wirklichkeit zu vermitteln. Die Musik soll im Hörraum so wiedererstehen, daß spontan der Eindruck der Unmittelbarkeit entsteht, das lebendige Klanggeschehen mit der ganzen Atmosphäre der »Lifehaftigkeit« erlebt wird. Da wir praktisch ausschließlich menschliche Stimmen und »klassische« Instrumente - auch sie haben ihren Ursprung im Nachahmen der Stimme - aufnehmen, konzentriert sich unsere Klangvorstellung auf natürliche Klangbalance und tonale Ausgeglichenheit im Ganzen, und instrumentenhafte Klangtreue im Einzelnen. Darüber hinaus natürliche, ungebremste Dynamik und genaueste Auflösung auch der feinsten Spannungsbögen. Weitestgehend bestimmend für die Illusion der Lifehaftigkeit ist auch die Ortbarkeit der Klangquellen im Raum: freistehend, dreidimensional, realistisch.

Musik entsteht im Raum

Um diesen »Klangrealismus« einzufangen, ist bei den Aufnahmen von MDG eine natürliche Akustik unbedingte Voraussetzung. Mehr noch, für jede Produktion wird speziell in Hinblick auf die Besetzung und den Kompositionsstil der passende Aufnahmeraum ausgesucht. Anschließend wird »vor Ort« die optimale Plazierung der Musiker und Instrumente im Raum erarbeitet. Dieser ideale »Spielplatz« ermöglicht nun nicht nur die akustisch beste Aufnahme, sondern inspiriert durch seine Rückwirkung die Musiker zu einer lebendigen, anregenden Musizierlust und spannender Interpretation. Können Sie sich die Antwort des Musikers vorstellen auf die Frage, ob er lieber in einem trockenen Studio oder in einem Konzertsaal spielt?

Die Aufnahme

Ist der ideale Raum vorhanden, entscheidet sich der gute Ton an den Mikrofonen - verschiedene Typen mit speziellen klanglichen Eigenheiten stehen zur Auswahl und wollen mit dem Klang der Instrumente im Raum in Harmonie gebracht werden. Ebenso wichtig für eine natürliche Abbildung ist die Anordnung der Mikrofone, damit etwa die richtigen Nuancen in der solistischen Darstellung oder die Kompensation von Verdeckungseffekten realisierbar werden. Das puristische Ideal »nur zwei Mikrofone« kann selten den komplexen Anforderungen einer Aufnahme mit mehreren Instrumenten gerecht werden. Aber egal wie viele Mikrofone verwendet werden: Stellt sich ein natürlicher Klangeindruck ein, ist die Frage nach dem Zustandekommen des »Lifehaftigen« zweitrangig. Entscheidend ist, es klingt so, als wären nur zwei Mikrofone im Spiel.

Ohne irgendwelche »Verschlimmbesserer« wie Filter, Limiter, Equalizer, künstlichen Hall etc. zu benutzen, sammeln wir die Mikro-Wellen übertragerlos in einem puristischen Mischpult und geben das mit elektrostatischem Kopfhörer kontrollierte Stereosignal linear und unbegrenzt an den AD-Wandler und zum digitalen Speicher weiter. Dadurch bleiben auch die feinsten Einschwingvorgänge erhalten. Auf der digitalen Ebene wird dann ohne klangmanipulierende Eingriffe mit dem eigenen Editor in unserem Hause das Band zur Herstellung der Compact Disc für den Hörer erstellt, für Ihr hoffentlich großes Hörvergnügen.


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