> > > Strauss, Richard: Daphne: Chor der Staatskapelle Dresden, Staatskapelle Dresden, Rudolf Kempe
Montag, 24. Juni 2019

Strauss, Richard: Daphne - Chor der Staatskapelle Dresden, Staatskapelle Dresden, Rudolf Kempe

Dresdner Archiv-Juwel


Label/Verlag: Profil - Edition Günter Hänssler
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Endlich ist sie zugänglich: die Dresdner 'Daphne' von 1950. Für Sammler ist diese Doppel-CD ein Muss!

Es ist ein einzigartiges Tondokument, das bei Profil im Rahmen der Semperoper Edition nun veröffentlicht worden ist: Die Dresdner Nachkriegspremiere von Richard Strauss‘ 'Daphne' vom Juni 1950. Die Vorstellung wurde damals vom Rundfunk übertragen und lag lange Zeit im Deutschen Rundfunkarchiv. Seit gut einem Jahrzehnt beschäftigt sich das tontechnische Team der Semperoper Edition mit den alten Bändern, die in einem fragwürdigen Zustand sind: Bei großer Lautstärke gibt es Verzerrungen und auch sonst ist der Mitschnitt mit anderen historischen Livedokumenten aus der Semperoper nicht zu vergleichen. Wie beglückend, dass diese 'Daphne'-Premiere nun doch veröffentlicht wurde, tontechnisch ordentlich restauriert, für alle geübten Hörer älterer Rundfunkübertragungen ohnehin unproblematisch.

Und was es da zu hören gibt, entschädigt für jede Verzerrung, jede kleine Schwankung oder jegliches Bühnengeräusch wie Holzknarren oder leise Sprechstimmen. Die erste Sängerriege des damaligen legendären Dresdner Ensembles steht auf der Bühne und muss sich gerade mal zwölf Jahre nach der Dresdner Uraufführung hinter selbiger nicht verstecken. Allein schon die kleineren Partien sind hochkarätig besetzt. Unter den Schäfern glänzt als vierter im Bunde der ganz junge Theo Adam, der ein Jahr später in Dresden schon den Peneios singen wird, der große Verdi- und Wagnerbariton Arno Schellenberg gibt den ersten Schäfer und als Mägde zieren namhafte Künstler wie die charismatische Elisabeth Reichelt und Ruth Lange, einst Octavian im 'Rosenkavalier', den Besetzungszettel.

In der Titelpartie ist die 28-jährige Gudrun Wuestemann zu erleben, von der ansonsten kaum Aufnahmen existieren. Rudolf Kempe holte sie an die Dresdner Oper, nachdem er sie in Berlin gehört hatte. Mit dieser 'Daphne' gab Wuestemann 1950 ihr Dresdner Debüt – und was für eines! Ihr mädchenhafter Klang verzaubert, der silbrige Ton, der dennoch enorme Wärme ausstrahlt. Gudrun Wuestemann spannt lyrisch feine Bögen und besitzt die nötige Kraft und Dramatik, um Daphnes Schicksal glaubhaft zu vermitteln. Wenn man im liebevoll gestalteten und umfangreichen Beiheft ihre Dresdner Repertoireliste sieht, dann wünscht man sich, es kämen noch mehr Mitschnitte mit dieser faszinierenden Künstlerin zum Vorschein.

Dresdner Publikumslieblinge

Als Apollo und Leukippos trumpfen die Dresdner Publikumslieblinge Helmut Schindler und Werner Liebing mächtig auf. Schindler braucht ein wenig Anlaufzeit, um die ‚göttlichen‘ Heldentöne zu produzieren und sich klanglich von Loge und Herodes zu distanzieren, aber es gelingt ihm schließlich. ‚Jeden heiligen Morgen‘ zeigt, weshalb Schindler mehr als nur eine beliebte Hauskraft war. Und Werner Liebing gestaltet den Leukippos schwärmerisch und farbenreich, ganz in der Tradition zupackender Mozartpartien.

Schon 1950 ist Gottlob Frick ein prachtvoll tönender und balsamisch väterlicher Peneios, eine Rolle, die er noch einige Male in seiner Karriere singen sollte. Als Gaea verblüfft Helena Rott mit mächtig orgelnder Tiefe und Pathos. Ja, und am Pult der Staatskapelle leitet Rudolf Kempe diese Neuinszenierung. Dass Kempe ein bezwingender und intelligenter Strauss-Dirigent war, ist kein Geheimnis. Auch die 'Daphne'-Partitur leuchtet unter seiner Stabführung, wird aber glücklicherweise nie sentimental. Bei aller Differenzierung und Klarheit von Kempes Lesart, bleibt aber doch die Frage, wie sehr die Musiker der Staatskapelle Strauss‘ Musik ohnehin verinnerlicht hatten. Strauss und die Staatskapelle – das ist ein besonderes Erlebnis.

Ergänzt wird die Veröffentlichung durch die drei auch schon anderweitig zugänglichen Ausschnitte aus 'Daphne' mit der Besetzung der Uraufführung unter der Leitung von Karl Böhm aus dem Jahr 1938 und eine konzertante Variante von Daphnes Verwandlung, wieder mit der Staatskapelle unter Kempe aus dem Jahr 1950. Für Sammler ist diese Doppel-CD ein Muss.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Strauss, Richard: Daphne: Chor der Staatskapelle Dresden, Staatskapelle Dresden, Rudolf Kempe

Label:
Anzahl Medien:
Profil - Edition Günter Hänssler
2
Medium:
EAN:

CD
881488703856


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Strauss, Richard


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Profil - Edition Günter Hänssler

Profil - The fine art of classical music
EDITION GÜNTER HÄNSSLER - EIN LABEL MIT "PROFIL"
Bei der Gründung seiner "EDITION GÜNTER HÄNSSLER" und dem neuen Label "PROFIL" betrat Produzent Günter Hänssler, der ehemalige Chef des erfolgreichen Labels Hänssler Classics, mit einer ganz klaren Philosophie und Zielsetzung den Klassik-Markt:
"Nur ein Label mit einem klaren PROFIL, mit einem eindeutigen Wiedererkennungseffekt hat heute noch eine Chance auf dem heiß umkämpften CD-Markt - um die Liebhaber klassischer Musik heute mit einem Produkt zu überzeugen braucht man Originalität, Innovation und optimierte Vertriebswege."
Der Name PROFIL ist Programm. Günter Hänssler denkt in Serien. Nur groß angelegte Projekte haben heute noch eine Chance, sich nachhaltig auf dem Markt wiederzufinden. So entstanden international hoch gepriesene und mehrfach mit internationalen Preisen ausgezeichnete Editionen wie die EDITION STAATSKAPELLE DRESDEN oder die GÜNTER WAND EDITION.
Die Repertoire-Politik ist charakteristisch. Eine Auswahl erster internationaler Künstler finden sich im Programm von PROFIL ebenso wieder wie erfolgreiche Newcomer der Klassikszene, darunter das mehrfach preisgekrönte Klenke-Quartett, das in der Interpretation von Kammermusik in den letzten Jahren neue Maßstäbe setzen konnte.
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