> > > Dolci affetti - Arien aus Demofoonte: Charlotte Schäfer, Concerto con Anima, Michael Preiser
Mittwoch, 26. Juni 2019

Dolci affetti - Arien aus Demofoonte - Charlotte Schäfer, Concerto con Anima, Michael Preiser

Instrumentaler Gesang


Label/Verlag: ARS Produktion
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Es ist sehr spannendes Projekt, aus den vielen Vertonungen von Metastasios 'Demofoonte' ein Album zu machen. Die Interpretation zollt den Kompositionen Respekt, bleibt aber einseitig.

Das Konzept, das der neuen CD von Charlotte Schäfer zu Grunde liegt, ist spannend und vielfältig: Pietro Metastasios Libretto 'Demofoonte' erfuhr mehr als 75 Vertonungen von teilweise äußerst namhaften Komponisten. Das Libretto mit seinen modernen, gefühlvollen, mutigen und eigenständigen Charakteren war neuartig, ließ aufhorchen und umdenken. Die Vertonungen sind heute nur in Kennerkreisen bekannt, zugänglich durch Aufnahmen dürften die wenigsten sein. Das macht das Projekt umso spannender für Musiker wie Hörer, da sich auf der vorliegenden CD mit dem Titel 'Dolice affetti – Arien aus Demofoonte' von acht Vertonungen sieben als Erstaufnahmen entpuppen.

Soweit die Theorie. Die Erwartungshaltung ist entsprechend hoch, und vermutlich führt sie bei einem so abwechslungsreichen Projekt dazu, dass die erklingenden Aufnahmen weniger überzeugen, als sie könnten. Denn die Arien von Johann Christian Bach, Jommelli, Bernasconi, Mozart, Anfossi, Galuppi, Mysliveček und Sarti unterscheiden sich zumindest in ihrer Interpretation nur wenig. Das Concerto con Anima unter der Leitung von Michael Preiser spielt tadellos auf, bleibt jedoch bis auf wenige Ausnahmen in einem klar abgesteckten dynamischen Rahmen, sowohl was Tempo als auch was Agogik angeht. Überrascht wird der Hörer hier nicht.

Charlotte Schäfer wird in ihrer Interpretation vom Orchester leider auch kaum getragen oder unterstützt. Die Sopranistin hat eine glockenhelle, fast instrumentale, gerade Sopranstimme, die ihr ermöglicht, sauberst zu intonieren, Koloraturläufe perlend zu singen, auch in den höchsten Höhen die Stimme ohne Schärfe und äußerst rein erklingen zu lassen. Doch eine aufhorchen lassende, die Hörer mitreißende oder auch nur an die Hand nehmende Interpretation gelingt ihr nur selten. Die im Booklet-Text besonders betonten verschiedenen Affekte werden zu wenig herausgearbeitet.

Es gibt hiervon wohltuende Ausnahmen: Jomellis 'Oh Die! Perché tanto furore?' oder auch Sartis 'Vado a morire' zeigen einen eigenen Duktus, nehmen etwas Abstand vom sonstigen Einheitstempo, gehen auf den Inhalt des Textes ein, ohne den Schönklang einzubüßen. Und auch der instrumentale Klang von Schäfers Stimme, beziehungsweise die Art und Weise, wie die Sopranistin ihre Stimme einsetzen kann, führt zu sehr schönen Momenten wie zum Beispiel ebenfalls in 'Vado a morire', wo stupende Koloraturketten in höchsten Höhen gelingen, oder in Mozarts 'Non curo l‘affetto', wo Charlotte Schäfer leise, astreine Kaskaden singt. Doch was leider am Ende der Aufnahmen bleibt, ist der Wunsch nach dem einen oder anderen Ausbruch, nach dem einen oder anderen Wagnis, entweder vom Orchester oder der Sängerin. Klar ist, dass die Kunst aller eine große ist und dass sich damit eigentlich mehr erreichen ließe.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Dolci affetti - Arien aus Demofoonte: Charlotte Schäfer, Concerto con Anima, Michael Preiser

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
ARS Produktion
1
09.11.2018
Medium:
EAN:

CD SACD
4260052382622


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Anfossi, Pasquale
 - Se tutti i mali miei -
Bach, Johann Christian
 - Misero pargoletto -
Bernasconi, Andrea
 - Qual terra e questa? -
 - Non dura una sventura -
Galuppi, Baldassare
 - In te spero -
Jommelli, Niccolò
 - Oh Dei! Perché tanto furore? Il suo leggiadro viso -
Mozart, Wolfgang Amadeus
 - Non curo l'affetto -
Myslivecek, Josef
 - Che mai risponderti -
Sarti, Giuseppe
 - Fermati! Ah, non m'ascolta -
 - Vado a morire -


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Interpret(en):Großsteiner, Julia
Tschabrun, Petra
Heinzle, Eva-Maria
Müller, Lea
Türtscher, Victoria
Welte, Anna
Fässler, Mirjam
Eitrich, Sarah-Lena
Heiß, Philipp


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ARS Produktion

Das exquisite Klassiklabel ARS Produktion wurde 1987 von Annette Schumacher mit dem Ziel gegründet, jungen, aufstrebenden Künstlern und interessanten Programmen gleichermaßen eine individuelle musikalische Heimat und entsprechende Marktchancen, u.a. durch internationalen Vertrieb und Vermarktung zu geben. Die bei Paul Meisen ausgebildete Konzertflötistin hat sich damit nach langer aktiver Musikerlaufbahn einen geschäftlichen Traum erfüllt.
Für die hervorragende Aufnahmequalität der zahlreichen ARS Produktionen ist Manfred Schumacher, Tonmeister und Aufnahmeleiter, verantwortlich.
Spezifisch für das Label und die Haltung seiner Macher/in: stets wird u.a. den klanglichen Erfordernissen der jeweiligen Werke, Musikepochen und Instrumente in größtmöglicher Weise Rechnung getragen sowie im Übrigen die neueste, beste Technik eingesetzt.
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