> > > Berlioz, Hector: Grande Messe des Morts op.5 H75: Bergen Philharmonic Orchestra, Edward Gardiner
Freitag, 24. Mai 2019

Berlioz, Hector: Grande Messe des Morts op.5 H75 - Bergen Philharmonic Orchestra, Edward Gardiner

Weite Räume


Label/Verlag: Chandos
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Edward Gardner dirigiert das Requiem von Berlioz – nicht nur klangräumlich eine beeindruckende Darbietung.

Als Chefdirigent des Bergen Philharmonic Orchestra hat Edward Gardner in letzter Zeit einige eindrucksvolle Zeugnisse auf Tonträger vorgelegt. Nach den groß besetzten 'Gurre-Liedern' Arnold Schönbergs hat der Brite mit dem Requiem von Hector Berlioz nun sogar noch eine Schippe draufgelegt, sieht die 1835 entstandene 'Grande Messe des Morts' doch einen gewaltigen Aufführungsapparat aus Chören, Orchester und Blechbläsergruppen vor. Alleine die Aufzählung aller beteiligten Gruppen dieser Live-Aufnahme aus der Grieg-Hallen in Bergen würde einen ganzen Absatz verschlingen. Darum sollen an dieser Stelle nur das Bergen Philharmonic Orchestra plus Chor stellvertretend genannt werden. Wer an die nicht wenigen räumlichen Effekte in den sinfonischen und chorsinfonischen Werken von Berlioz denkt – die 'Symphonie fantastique' ist dafür ein gutes Beispiel –, den dürfte die räumliche Spannweite des Requiems kaum überraschen. Viel eher überraschen dürfte die streng mehrstimmige Setzweise des Werks, die die Hörer einer 'Symphonie fantastique' kaum gewohnt sein dürften. Und so bietet dieses Requiem einerseits klanglich groß angelegtes Spektakel, strukturell jedoch ‚sakrale Strenge‘.

Gewaltiges Donnern

In den vollen Genuss der von Berlioz dezidiert räumlich angelegten Passagen kommt der Hörer auf dieser hybriden SACD vor allem im Surround-Modus. In der berühmten Stelle beim 'Tuba mirum' setzen in Surround gut hörbar die insgesamt 38 zusätzlichen Blechbläser auf vier Gruppen verteilt nacheinander aus den vier Himmelsrichtungen ein, bevor die acht Trommelpaare, gestimmt auf die Noten der Es-Dur-Tonleiter, ein gewaltiges Donnern entfesseln – die klangliche Evozierung des jüngsten Tages. Doch auch abseits der krassen Tongemälde hat Edward Gardner in Zusammenarbeit mit dem Chorleiter Hakon Matti-Skrede hier alles unter Kontrolle, sodass die kontrapunktische Strenge auch in den reinen Chorpassagen, wie zum Beispiel im 'Quarens me' transparent zum Vorschein gelangt. Einzig das Tenorsolo im 'Sanctus' von Bror Magnus Todenes wirkt leicht angestrengt und eng in der Höhe. Allerdings hat der Solotenor in diesem ansonsten rein chorsinfonischen Werk auch eine undankbare Aufgabe zu bewältigen, zudem agiert er hier klangbildlich gesehen zu sehr aus der Distanz.

Wer Verdis rund 30 Jahre später entstandenes Requiem dagegenhält, das Berlioz‘ Beitrag einiges zu verdanken hat, vermisst in der 'Grande Messe des Morts' womöglich das expressive Melos. Verfolgt man während des Hörens den Text, wird jedoch klar, dass Berlioz hier ebenfalls eng am Text entlang komponiert, auch wenn er sich trotz romantischer Grenzsprengungen stärker an älteren Vorbildern orientiert. Hervorzuheben ist noch der ausgezeichnete Booklet-Text der Berlioz-Koryphäe Hugh Macdonald, der ebenfalls in deutscher Übersetzung vorliegt. Der Gesangstext ist auf Englisch und Latein abgedruckt.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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    Berlioz, Hector: Grande Messe des Morts op.5 H75: Bergen Philharmonic Orchestra, Edward Gardiner

Label:
Anzahl Medien:
Chandos
1
EAN:

095115521922


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Chandos

Chandos Records was founded in 1979 by Brian Couzens and quickly established itself as one of the world's leading classical labels. Prior to forming the label, Brian Couzens, along with his son Ralph, worked for 8 years running a mobile recording unit recording for major labels (including RCA, Polydor, CFP, etc.) with many of the world's leading artists.
The company has championed rare and neglected repertoire, filling in many gaps in the record catalogues. Initially focussing on British composers (Alwyn, Bax, Bliss, Dyso, Moeran, Rubbra, Walton etc), it subsequently embraced a much wider field. Chandos' diverse catalogue contains over 2000 titles, from early music to contemporary, with composers from around the world. The company's aim is to present an exciting and varied selection of superbly recorded music to as many people as possible.
The following artists are strongly associated with, or exclusive to, the label: Richard Hickox, Matthias Bamert, I Fagiolini, Neeme Järvi, Louis Lortie, Jean-Efflam Bavouzet, Rumon Gamba, James Ehnes, Sir Charles Mackerras, David Parry, Valeri Polyansky, The Purcell Quartet, Gennady Rozhdestvensky, Howard Shelley, Simon Standage, Yan Pascal Tortelier, Vernon Handley, the BBC Philharmonic, BBC National Orchestra of Wales, the City of London Sinfonia and Collegium Muscium 90.
Chandos is universally acclaimed for the excellence of its sound quality and has always been at the forefront of technical innovation. In 1978, Chandos was one of the first to record in 16bit/44.1kHz PCM digital, as well as being one of the first to edit a digital recording completely in the digital domain (Holst: the Planet ? SNO/Gibson). In 1983, Chandos was one of the first to produce and release Compact Discs into the marketplace ? a revolution in the recorded music industry.
Today, Chandos has kept up with technology by recording mostly in 24bit/96kHz PCM but now also in DSD for producing ?surround sound? SACDs. Chandos releases at least five new recordings a month, together with imaginative re-issues of back-catlogue material.
The company has received countless awards, including several Gramophone Awards, notably the 2001 ?Record of the Year? for Richard Hickox?s recording of the original version of Vaughan Williams? A London Symphony; ?Best Choral Recording of 2003? for its recording of an undiscovered mass by Hummel and the ?Best Orchestral Recording? of 2004 for its set of Bax Symphonies. Other highlights include the American Grammy for Britten?s opera Peter Grimes, and most recently (2008), two further Grammy Awards, one for Hansel and Gretel and the other for Grechaninov?s Passion Week. Jean-Efflam Bavouzet?s debut on Chandos was also awarded Record of the Year by Monde de la Musique this year.
Chandos remains an independent, family run company which produces and markets its recordings from its office in Colchester, England, and is distributed worldwide.


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