> > > Szymanowski, Karol: Piano Music: Marek Szlezer, Piano
Montag, 22. April 2019

Szymanowski, Karol: Piano Music - Marek Szlezer, Piano

Aufkeimen einer neuen Zeit


Label/Verlag: DUX
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Marek Szlezer gibt hier eine ziemlich eindrucksvolle Kostprobe der selten zu hörenden Frühwerke für Klavier von Karol Szymanowski.

Gleich zwei Platten mit Frühwerken für Klavier von Karol Szymanowski sind jüngst erschienen, und die neun sehr kurzen Präludien op. 1 finden sich sogar auf beiden. Marek Szlezer bevorzugt im Vergleich den romantischeren Klang: fülliger, mehr Pedal, größere Freiheit im Tempo. Sein Kollege (oder Konkurrent?) Matthias Roth setzt auf Transparenz und verwirklicht die dynamischen Unterschiede lebhafter, ist in der Artikulation auch klarer. Sehr attraktiv klingen beide Ansätze.

Stärker noch als in Szymanowskis op. 1 spürt man in Marek Szlezers Interpretation eines aus diesem Zyklus wieder gestrichenen Präludiums sowie in den vier Etüden op. 4 seine üppige Klanggebung und betont emotionale Herangehensweise. Das scheint der Tatsache Rechnung zu tragen, dass Karol Szymanowski all diese Stücke als Teenager komponierte und mag daher wohl angemessen sein. Nur wenig später sind ein Präludium und eine Fuge in cis-moll sowie die Variationen über ein polnisches Volksthema op. 10 entstanden, das größte Werk der neuen Platte als Finale. Der in dieser Aufnahme gut 20-minütige Zyklus ist durchaus beeindruckend und sehr kontrastreich. Marek Szlezer setzt diese zwischen äußerst zarten und mächtig aufbrausenden Klängen pendelnden Kontraste mehr als deutlich in Szene.

All diese Werke gehören noch der Zeit an, bevor Szymanowski zu seinem späteren, dissonanteren Stil fand, und abgesehen von der berühmten Etüde op. 4/3 hat man sie, wie der Komponist später auch selbst, als vermeintlich unreif wohl lange eher wenig beachtet. Dabei beweist Marek Szlezer mit seiner Platte, wie spannend und ausdrucksstark diese Musik sein kann, in der man das gerade erst vergangene 19. Jahrhundert noch ebenso spürt wie das Aufkeimen einer neuen Zeit. Der Flügel klingt auf dieser bei Dux erschienenen Platte nahezu perfekt, und interessant ist auch das Beiheft, da der Pianist Marek Szlezer selbst den Einführungstext verfasst hat. Der allerdings ist nur auf polnisch und englisch abgedruckt.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





Dieser Beitrag hat Ihnen gefallen? Empfehlen Sie ihn weiter!

Ihre Meinung? Kommentieren Sie diesen Artikel

Jetzt einloggen, um zu kommentieren.
Sind Sie bei klassik.com noch nicht als Nutzer angemeldet, können Sie sich hier registrieren.



Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



Cover vergrößern

    Szymanowski, Karol: Piano Music: Marek Szlezer, Piano

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
DUX
1
07.09.2018
EAN:

5902547013671


Cover vergössern

Szymanowski, Karol


Cover vergössern

DUX

Das polnische Label DUX wurde 1992 von Malgorzata Polanska und Lech Tolwinski, beides Absolventen der Toningenieur-Fakultät der Frédéric Chopin Musikakademie in Warschau, gegründet. Hauptanliegen war die Produktion von Aufnahmen mit klassischer Musik, wobei man von Anfang an höchste Ansprüche an künstlerische und technische Standards stellte.Viele Aufnahmen von Dux erlangten sowohl in Polen als auch im Ausland breites Interesse bei Publikum und Kritik, die sich in zahlreichen Preisen und Auszeichnungen widerspiegelt.

Ein Schwerpunkt des Labels ist natürlich das reiche musikalische Erbe Polens, das weitaus mehr umfasst als Chopin oder Penderecki. Im Katalog finden sich daher neben bekannteren Namen wie Wieniawski, Szymanowski oder Lutoslawski auch zahlreiche hierzulande bislang weniger bekannte oder völlig unbekannte Komponisten von der Renaissance bis zur Gegenwart, wie Ignaz Jan Paderewski, der Klaviervirtuose und spätere Premier- und Außenminister der Zweiten Polnischen Republik oder Stanislaw Moniuszko, ein Zeitgenosse Verdis und Schöpfer der polnischen Nationaloper. Aber auch zahlreiche polnische Künstler, Ensembles und Orchester gilt es bei DUX zu entdecken, darunter international renommierte Namen wie beispielsweise die gefeierte Altistin Ewa Podles.


Mehr Info...


Cover vergössern
Jetzt kaufen bei...
Titel bei JPC kaufen


Weitere Besprechungen zum Label/Verlag DUX:

  • Zur Kritik... Liebe fürs Detail: Das Label Dux bringt eine gelungene Aufnahme der Chopin-Lieder op. 74 neu heraus. Weiter...
    (Anneke Link, )
  • Zur Kritik... Von 'Schindlers Liste' bis 'Arrival': Maksym Rzeminski und das Radom Chamber Orchestra überzeugen mit diesen Neuinterpretationen von Filmmusik jüngeren Datums. Weiter...
    (Anneke Link, )
  • Zur Kritik... Postmodern: Keine weltbewegend neue Sichten auf Musik, aber ehrliche und engagierte Interpretationen. Weiter...
    (Dr. Jürgen Schaarwächter, )
blättern

Alle Kritiken von DUX...

Weitere CD-Besprechungen von Jan Kampmeier:

  • Zur Kritik... Mozart auf 'blasenden Instrumenten': Das Trio Roseau (Oboe, Klarinette, Fagott) spielt Trios von Mozart sowie eine eigene Bearbeitung von Auszügen aus der Oper 'La Clemenza di Tito'. Weiter...
    (Jan Kampmeier, )
  • Zur Kritik... Überbordend expressiv: Zwei unbekannte, aber lohnende Klavierquartette aus der Zeit des Ersten Weltkriegs erklingen auf dieser Einspielung in wuchtigen Interpretationen. Weiter...
    (Jan Kampmeier, )
  • Zur Kritik... Brillant und akzentuiert: Matthias Roth hat eine rundum überzeugende Platte mit Klavierwerken von Szymanowski und Ravel vorgelegt. Weiter...
    (Jan Kampmeier, )
blättern

Alle Kritiken von Jan Kampmeier...

Weitere Kritiken interessanter Labels:

  • Zur Kritik... Verdienstvoll: Dieser dritte Teil der interessanten Reihe mit Passionskantaten von Christoph Graupner erfreut: Dessen kompositorische Stimme immer weiter zu stärken, so wie Florian Heyerick das mit seinem Ensemble Ex Tempore tut, ist höchst verdienstvoll. Weiter...
    (Dr. Matthias Lange, )
  • Zur Kritik... Wenig Emotion, Glanz und editorische Sorgfalt: Die um 1700 erstmals publizierte, in ihrem Umfang übersichtliche Cembalo-Musik dieser beiden Organisten, die am Hofe des Sonnenkönigs Louis XIV tätig waren, ist bereits in exzellenten Aufnahmen präsent, mit denen Yago Mahugo kaum konkurrieren kann. Weiter...
    (Dr. Hartmut Hein, )
  • Zur Kritik... Große Erzählung: Ralf Otto macht diese Produktion zu einem echten Erlebnis, zwischen theologischem Diskurs und Trauerspiel. Eine unbedingt hörenswerte, in ihrer textverständlichen Natürlichkeit eindrückliche Matthäus-Passion. Weiter...
    (Dr. Matthias Lange, )
blättern

Alle CD-Kritiken...

Magazine zum Downloaden

NOTE 1 - Mitteilungen (4/2019) herunterladen (1559 KByte)

Anzeige

Jetzt im klassik.com Radio

Franz Schubert: Drei Klavierstücke D 946 - Nr.2 Es-Dur. Allegretto

CD kaufen


Empfehlungen der Redaktion

Die Empfehlungen der klassik.com Redaktion...

Diese Einspielungen sollten in keiner Plattensammlung fehlen

weiter...


Portrait

Isabelle van Keulen im Portrait "Mir geht es vor allem um Zwischentöne"
Isabelle van Keulen im Gespräch mit klassik.com über ihre Position als Artist in Residence der Deutschen Kammerakademie Neuss am Rhein, historische Aufführungspraxis und das Spielen ohne Dirigent.

weiter...
Alle Interviews...


Anzeige

Hinweis:

Mit Namen oder Initialen gekennzeichnete Beiträge geben die Meinung des Verfassers, nicht aber unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.

Die Bewertung der klassik.com-Autoren:

Überragend
Sehr gut
Gut
Durchschnittlich
Unterdurchschnittlich