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Freitag, 5. Juni 2020

Szymanowski, Karol: Piano Music - Marek Szlezer, Piano

Aufkeimen einer neuen Zeit


Label/Verlag: DUX
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Marek Szlezer gibt hier eine ziemlich eindrucksvolle Kostprobe der selten zu hörenden Frühwerke für Klavier von Karol Szymanowski.

Gleich zwei Platten mit Frühwerken für Klavier von Karol Szymanowski sind jüngst erschienen, und die neun sehr kurzen Präludien op. 1 finden sich sogar auf beiden. Marek Szlezer bevorzugt im Vergleich den romantischeren Klang: fülliger, mehr Pedal, größere Freiheit im Tempo. Sein Kollege (oder Konkurrent?) Matthias Roth setzt auf Transparenz und verwirklicht die dynamischen Unterschiede lebhafter, ist in der Artikulation auch klarer. Sehr attraktiv klingen beide Ansätze.

Stärker noch als in Szymanowskis op. 1 spürt man in Marek Szlezers Interpretation eines aus diesem Zyklus wieder gestrichenen Präludiums sowie in den vier Etüden op. 4 seine üppige Klanggebung und betont emotionale Herangehensweise. Das scheint der Tatsache Rechnung zu tragen, dass Karol Szymanowski all diese Stücke als Teenager komponierte und mag daher wohl angemessen sein. Nur wenig später sind ein Präludium und eine Fuge in cis-moll sowie die Variationen über ein polnisches Volksthema op. 10 entstanden, das größte Werk der neuen Platte als Finale. Der in dieser Aufnahme gut 20-minütige Zyklus ist durchaus beeindruckend und sehr kontrastreich. Marek Szlezer setzt diese zwischen äußerst zarten und mächtig aufbrausenden Klängen pendelnden Kontraste mehr als deutlich in Szene.

All diese Werke gehören noch der Zeit an, bevor Szymanowski zu seinem späteren, dissonanteren Stil fand, und abgesehen von der berühmten Etüde op. 4/3 hat man sie, wie der Komponist später auch selbst, als vermeintlich unreif wohl lange eher wenig beachtet. Dabei beweist Marek Szlezer mit seiner Platte, wie spannend und ausdrucksstark diese Musik sein kann, in der man das gerade erst vergangene 19. Jahrhundert noch ebenso spürt wie das Aufkeimen einer neuen Zeit. Der Flügel klingt auf dieser bei Dux erschienenen Platte nahezu perfekt, und interessant ist auch das Beiheft, da der Pianist Marek Szlezer selbst den Einführungstext verfasst hat. Der allerdings ist nur auf polnisch und englisch abgedruckt.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Szymanowski, Karol: Piano Music: Marek Szlezer, Piano

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
DUX
1
07.09.2018
Medium:
EAN:

CD
5902547013671


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Szymanowski, Karol


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DUX

Das polnische Label DUX wurde 1992 von Malgorzata Polanska und Lech Tolwinski, beides Absolventen der Toningenieur-Fakultät der Frédéric Chopin Musikakademie in Warschau, gegründet. Hauptanliegen war die Produktion von Aufnahmen mit klassischer Musik, wobei man von Anfang an höchste Ansprüche an künstlerische und technische Standards stellte.Viele Aufnahmen von Dux erlangten sowohl in Polen als auch im Ausland breites Interesse bei Publikum und Kritik, die sich in zahlreichen Preisen und Auszeichnungen widerspiegelt.

Ein Schwerpunkt des Labels ist natürlich das reiche musikalische Erbe Polens, das weitaus mehr umfasst als Chopin oder Penderecki. Im Katalog finden sich daher neben bekannteren Namen wie Wieniawski, Szymanowski oder Lutoslawski auch zahlreiche hierzulande bislang weniger bekannte oder völlig unbekannte Komponisten von der Renaissance bis zur Gegenwart, wie Ignaz Jan Paderewski, der Klaviervirtuose und spätere Premier- und Außenminister der Zweiten Polnischen Republik oder Stanislaw Moniuszko, ein Zeitgenosse Verdis und Schöpfer der polnischen Nationaloper. Aber auch zahlreiche polnische Künstler, Ensembles und Orchester gilt es bei DUX zu entdecken, darunter international renommierte Namen wie beispielsweise die gefeierte Altistin Ewa Podles.


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