> > > Brahms, Johannes: Symphony No.3: Swedish Chamber Orchestra, Thomas Dausgaard
Montag, 22. April 2019

Brahms, Johannes: Symphony No.3 - Swedish Chamber Orchestra, Thomas Dausgaard

Schöne Nebensachen


Label/Verlag: BIS Records
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Ein unausgewogenes Klangbild in der F-Dur-Sinfonie trifft auf spannendes 'Beiwerk' bei Brahms.

Im dritten Teil der Gesamteinspielung der Brahms-Sinfonien des Schwedish Chamber Orchestra unter Thomas Dausgaard werden die vermeintlichen ‚Beigaben‘ zur Sinfonie Nr. 3 in F-Dur zur eigentlichen Hauptsache. Das hat mehrere Gründe. Zum einen nimmt Brahms‘ eher zügig gespieltes op. 90 mit 33 Minuten nicht einmal die Hälfte der Spielzeit dieser fast 80 Minuten umfangreichen hybriden SACD ein. Zum anderen weist das ‚Restprogramm‘ mit sechs von Brahms orchestrierten Schubert-Liedern, sechs von Dausgaard selbst orchestrierten 'Ungarischen Tänzen' (Nr. 11 bis 16), und der 'Alt-Rhapsodie' op. 53 gleich drei Besonderheiten auf, die man nicht unbedingt jeden Tag hört. Und schließlich entsteht klangtechnisch der Eindruck, als ob man bei der F-Dur-Sinfonie mit der halligen Akustik der Örebro Concert Hall nicht so gut klargekommen ist wie bei den anderen Werken. So ist es einerseits natürlich schön, wenn durch Dausgaards luftigen Zugriff das berühmte kantable erste Thema im 'Poco Allegretto' nicht so lastend schwer klingt wie etwa bei einem Bernstein – dies zumal Brahms‘ Musik vom kammerorchestralen Klang hier eindeutig profitiert –, wenn selbst im Mehrkanal-Modus bei wenig eingebundenen Surround-Lautsprechern der Eindruck entsteht, dass die Streicher zu sehr aus der Distanz erklingen, ist das nicht so schön. Auf diese Weise wird aus flexibler Leichtigkeit eine körperlose Unentschiedenheit, bei der die interpretatorische Absicht vor allem in den langsamen Sätzen bei den Holzbläserpassagen wunderbar durchscheint, sich in den Ecksätzen jedoch verflüchtigt, sodass sich ebenfalls zu wenig Schwung entfaltet. Von einem griffig-expressiven Tutti ist daher auch im Finale wenig zu spüren. Wie ein kammerorchestraler Ansatz auf modernem Instrumentarium besser funktioniert, haben da unlängst Riccardo Chailly und das Gewandhausorchester um einiges überzeugender bewiesen.

Besser sieht es bei den Schubert-Liedern, den 'Ungarischen Tänzen' und der 'Alt-Rhapsodie' aus. Nicht nur, weil Anna Larson und Johann Reuter mit strenger Deutlichkeit vortragen (erstere ist auch in der 'Alt-Rhapsodie' zu hören), sondern auch, weil das Klangbild hier einen plastischeren Eindruck hinterlässt. So möchte man zum Beispiel 'Ellens zweiter Gesang' mit den Jagd-Hörnern und Fagotten als Begleitung am liebsten gleich nochmal hören, und auch in 'An Schwager Kronos' oder 'Greisengesang' sind die Streicher jetzt präsenter.

Gelungene Bearbeitung

Leider gibt der Booklet-Text in deutscher Sprache keine Details zu Dausgaards Bearbeitungen der 'Ungarischen Tänze' preis. Wer die Stücke im direkten Vergleich hört, merkt jedoch sofort, dass Dausgaard einen ganz anderen Weg geht als die gängige streicherlastige Orchestrierung und diese dabei sogar häufiger in den Schatten stellt, da er die gesamte Farbpalette des Orchesters auf subtile Weise nutzt. Gleich zu Beginn von Nr. 1 in d-Moll etwa fällt die aus den trillernden (!) Geigen hervorstechende hohe ‚Zigeuner‘-Klarinette sofort auf, und an späterer Stelle baut er ein schmeichlerisches Hornsolo ein. Nr. 16 in f-Moll dagegen lässt er mit einem Bratschensolo beginnen, das so natürlich wirkt, als ob es nie anders gewesen wäre. Gerade diesen angenehm bunten Orchestrierungen möchte man also eine weitere Verbreitung wünschen.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Brahms, Johannes: Symphony No.3: Swedish Chamber Orchestra, Thomas Dausgaard

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
BIS Records
1
01.08.2018
EAN:

7318599923192


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Brahms, Johannes


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BIS Records

Most record labels begin with a need to fill a niche. When Robert von Bahr founded BIS in 1973, he seems to have found any number of musical niches to fill. The first year's releases included music from the renaissance, Telemann on period instruments, Birgit Nilsson singing Sibelius and works by 29 living composers - Ligeti and Britten as well as Rautavaara and Sallinen - next to Purcell, Mussorgsky and Richard Strauss. A musical chameleon was born, a label that meant different things to different - and usually passionate - devotees.


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