> > > Stenhammar, Wilhelm: 2.Sinfonie und Musik zum Traumspiel: Antwerp Symphony Orchestra, Christian Lindberg
Sonntag, 21. April 2019

Stenhammar, Wilhelm: 2.Sinfonie und Musik zum Traumspiel - Antwerp Symphony Orchestra, Christian Lindberg

Ergreifendes symphonisches Nordlicht


Label/Verlag: BIS Records
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Wer den schwedischen Komponisten Stenhammar noch nicht kennt, kann ihn mit seiner Zweiten Symphonie und seiner Musik zu 'Ett Drömspel' bestens kennenlernen: Diese Aufnahme führt in eine neue und dennoch insgeheim bekannte symphonische Welt.

Obgleich Wilhelm Stenhammar (1871–1927) in seiner Heimat als etablierte musikalische Größe gilt und sich als Kapellmeister der königlichen Oper in Stockholm und Leiter des Göteborger Symphonieorchesters verdient gemacht hat, sind seine symphonischen Werke in Mitteleuropa doch noch etwas unbekannt. Wie die neu vorliegende Einspielung jedoch eindrücklich beweist, ist dies jedoch alles andere als gerechtfertigt: Stenhammar reiht sich in die musikalische Spätromantik ein und wenn man Vergleiche forcieren möchte, lassen sich unterschiedliche Anklänge an Wagner, Bruckner, Strauss oder Mahler feststellen. Dennoch wird gerade in der 2. Symphonie op. 34 seine eigene Tonsprache hörbar und selbst Sibelius hält im Juli 1915 fest: ‚Schon bevor Du mir von Deiner Symphonie geschrieben hast, zwitscherten hier die Vöglein, sie sei voller Leben und von stolzer Statur.‘

Klangintensiv und feierlich

Ungeachtet der Tatsache, ob Stenhammars Zweite Symphonie nun in g-Moll oder eher im dorischen Modus komponiert ist, zeichnet sich seine Tonsprache jedenfalls stets durch eine ergreifende Klangintensität aus. Sowohl im festlichen ersten Satz und mystisch-pastoral anmutenden zweiten Satz als auch im Scherzo- und Finalsatz zeigt sich Stenhammars brilliante Fähigkeit, Motive und Klangflächen aufeinander abzustimmen und zu verdichten. Dieses Potential schöpft das Antwerp Symphony Orchestra unter dem Dirigenten Christian Lindberg auch besonders gut aus und überzeugt: Die Feierlichkeit und wuchtig ausladenden Passagen der Symphonie werden intensiv, aber nicht zu exzessiv interpretiert, und sanfte, kammermusikalisch anmutende Abschnitte werden feinfühlig und mystisch angegangen. Aus dynamischer Sicht wirkt dies ausgeglichen und authentisch und die gesamte Interpretation lebt vor allem durch die homogene musikalische Empathie mit Stenhammars unterschiedlichen Themen und ästhetischen Charakteristika. Rhythmisch bleibt das Antwerp Symphony Orchestra ebenfalls flexibel, erweckt allerdings beispielsweise gegen Ende des ersten Satzes den Eindruck einer leichten rhythmischen Unausgeglichenheit in den unterschiedlichen Stimmen. Hervorzuheben sind allerdings noch auf alle Fälle die exzellenten Holzbläser des Orchesters, die bei Stenhammar immer wieder solistisch gefordert sind und eine traumhafte Interpretation liefern.

Neben der Zweiten Symphonie wird es jedoch speziell in Stenhammars musikalischer Verarbeitung von 'Ett Drömspiel' traumbeladen und zauberhaft: Wie ein wundersames Nordlicht beginnt die von Hilding Rosenberg eingerichtete Konzertversion dieses Werkes in tiefen geheimnisvollen und darüber schwebenden sphärischen Klängen der hohen Streicher. Schichtenweise verdichtet Stenhammar hier den Klang mit Harfe, Oboe und den anderen Blasinstrumenten und lässt sehr unterschiedliche Höreindrücke vorüberziehen. Man fühlt sich fast in einen Monumentalfilm versetzt, dessen Filmmusik von Mahler und Strauss inspiriert ist, aber auch abseits von spätromantischen Tendenzen in fast frei tonale, Trauermarsch-ähnliche und verklärende Klänge hineinzieht. Christian Lindberg und seinem Antwerp Symphony Orchestra gelingt eine hin- und mitreißende Interpretation dieses spannenden Werkes, das gemeinsam mit der Zweiten Symphonie von Wilhelm Stenhammar eine faszinierende Gesamt-Einspielung formt. Prädikat: Hörenswert!

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





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    Stenhammar, Wilhelm: 2.Sinfonie und Musik zum Traumspiel: Antwerp Symphony Orchestra, Christian Lindberg

Label:
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Veröffentlichung:
BIS Records
1
04.07.2018



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Stenhammar, Wilhelm


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BIS Records

Most record labels begin with a need to fill a niche. When Robert von Bahr founded BIS in 1973, he seems to have found any number of musical niches to fill. The first year's releases included music from the renaissance, Telemann on period instruments, Birgit Nilsson singing Sibelius and works by 29 living composers - Ligeti and Britten as well as Rautavaara and Sallinen - next to Purcell, Mussorgsky and Richard Strauss. A musical chameleon was born, a label that meant different things to different - and usually passionate - devotees.


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