> > > Romantic Bass Duets: Harald Stamm, Kurt Moll, Wilhelm von Grunelius
Sonntag, 21. April 2019

Romantic Bass Duets - Harald Stamm, Kurt Moll, Wilhelm von Grunelius

Männersache


Label/Verlag: Profil - Edition Günter Hänssler
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Schubert oder Loewe als Rollenspiel? Zwei Bassisten zeigen, wie's geht.

Denkt man an zwei Bassisten, die Duett singen sollen, erwartet man für gewöhnlich Opernrepertoire – Verdi etwa oder Mussorgsky. Romantische Bass-Duette scheinen zunächst ein Widerspruch in sich zu sein –, und bei 'Ich wollt‘, meine Lieb ergösse sich' von Mendelssohn Bartholdy habe ich zunächst Victoria de los Ángeles und Dietrich Fischer-Dieskau im Ohr, aber sicher nicht Kurt Moll und Harald Stamm. Kurt Moll und Harald Stamm (beide Jahrgang 1938) waren langjährige Freunde bis zu Molls Tod 2017, und so wird die 1983 und 1986 beim SFB produzierte CD zum würdigen Tribut an einen von zwei bedeutenden Nachkriegsbassisten. Harald Stamm, langjähriger Erster Bassist der Hamburgischen Staatsoper, hat nie die große Karriere seines Fachkollegen gemacht, vielleicht weil sein Stimmcharakter nicht ganz so einzigartig war wie Molls (dafür verfügte Stamm über eine kraftvolle, klangschöne baritonale Höhe). Die Produktion zeichnet sich dadurch aus, dass die beiden Sänger an den äußeren Bereichen des Stereo-Feldes platziert sind, mit dem Klavier zwischen ihnen. So bleibt selbst bei Terz- und Sextketten die Individualität jedes Sängers jederzeit klar präsent.

Besondere Bedeutung erlangt die Produktion auch durch das Repertoire: neben Duetten von Mendelssohn und Dvořák, die man auch von anderen Einspielungen kennen kann, bieten die beiden Sänger – begleitet von Wilhelm von Grunelius – Duette von Ferdinand Hiller, Anton Rubinstein und Emil Mattiesen. Da gibt es vieles Attraktive und Interessante zu entdecken. Und es ist eine Wonne, die beiden Sänger in Schuberts 'Der Tod und das Mädchen' und 'Erlkönig' dialogisieren zu hören (Stamm übernimmt das Mädchen, Moll den Vater und den Erlkönig) – das sind ‚Rollenspiele‘ ganz eigener Art, echte zeitlose Kabinettstücke. Auch Carl Loewes Balladen 'Odins Meerritt', 'Archibald Douglas' und 'Tom der Reimer' werden schnell zu veritablen dramatischen Szenen.

Das Programm endet mit sechs irischen Volksliedern, bearbeitet von Ernst von Stockhausen – dem einzigen nicht auf Deutsch dargebotenen Programmpunkt, und leider mit einer Schwere, die vor allem durch den etwas zu behäbigen Klavierpart bedingt ist. Den Sängern spürt man an, dass sie sonst richtiggehend ‚abheben‘ könnten. Die Freude am gemeinsamen Musizieren ist jeden Moment fast haptisch zu spüren, und wenn gerade diese Volkslieder nicht die Frische haben, die sie haben könnten, liegt dies auch daran, dass kein Sprachcoach die irische Aussprache entsprechend zugespitzt hätte. Auch bei der vorliegenden Produktion bleibt keine Frage, dass beide ‚Herren Kammersänger‘ immer für Ungewohntes offen waren.

Interpretation:
Klangqualität:
Repertoirewert: 
Booklet:





Dieser Beitrag hat Ihnen gefallen? Empfehlen Sie ihn weiter!

Ihre Meinung? Kommentieren Sie diesen Artikel

Jetzt einloggen, um zu kommentieren.
Sind Sie bei klassik.com noch nicht als Nutzer angemeldet, können Sie sich hier registrieren.



Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



Cover vergrößern

    Romantic Bass Duets: Harald Stamm, Kurt Moll, Wilhelm von Grunelius

Label:
Anzahl Medien:
Profil - Edition Günter Hänssler
1
EAN:

881488180367


Cover vergössern

Dvorák, Antonín
Hiller, Ferdinand
Loewe, Carl
Mendelssohn Bartholdy, Felix
Rubinstein, Anton
Schubert, Franz


Cover vergössern

Profil - Edition Günter Hänssler

Profil - The fine art of classical music
EDITION GÜNTER HÄNSSLER - EIN LABEL MIT "PROFIL"
Bei der Gründung seiner "EDITION GÜNTER HÄNSSLER" und dem neuen Label "PROFIL" betrat Produzent Günter Hänssler, der ehemalige Chef des erfolgreichen Labels Hänssler Classics, mit einer ganz klaren Philosophie und Zielsetzung den Klassik-Markt:
"Nur ein Label mit einem klaren PROFIL, mit einem eindeutigen Wiedererkennungseffekt hat heute noch eine Chance auf dem heiß umkämpften CD-Markt - um die Liebhaber klassischer Musik heute mit einem Produkt zu überzeugen braucht man Originalität, Innovation und optimierte Vertriebswege."
Der Name PROFIL ist Programm. Günter Hänssler denkt in Serien. Nur groß angelegte Projekte haben heute noch eine Chance, sich nachhaltig auf dem Markt wiederzufinden. So entstanden international hoch gepriesene und mehrfach mit internationalen Preisen ausgezeichnete Editionen wie die EDITION STAATSKAPELLE DRESDEN oder die GÜNTER WAND EDITION.
Die Repertoire-Politik ist charakteristisch. Eine Auswahl erster internationaler Künstler finden sich im Programm von PROFIL ebenso wieder wie erfolgreiche Newcomer der Klassikszene, darunter das mehrfach preisgekrönte Klenke-Quartett, das in der Interpretation von Kammermusik in den letzten Jahren neue Maßstäbe setzen konnte.
Ergänzt wird das Repertoire durch ausgewählte, digital aufwendig restaurierte historische Aufnahmen, Interpretationen von legendärem Ruf in neuer, bisher nicht gekannter digitaler Klangqualität. Auf diese Weise schlägt PROFIL die Brücke von der Vergangenheit in die Gegenwart und versteht sich so auch als Bewahrer musikalischer Traditionen.
PROFIL: Ein Programm - eine Verpflichtung aus Tradition!


Mehr Info...


Cover vergössern
Jetzt kaufen bei...


Weitere Besprechungen zum Label/Verlag Profil - Edition Günter Hänssler:

  • Zur Kritik... Nüchterner Bruckner: Das WDR Sinfonieorchester Köln und sein Chefdirigent Jukka-Pekka Saraste widmen sich eingehend Bruckners Achter Sinfonie. Weiter...
    (Dr. Dennis Roth, )
  • Zur Kritik... Vokal perfekt: Christian Thielemann und die Staatskapelle Dresden führten im Jahr 2014 in einem Gedenkkonzert Verdis Requiem mit hervorragenden Solisten auf. Weiter...
    (Silke Meier-Künzel, )
  • Zur Kritik... Wenig Rares: Am Pult steht Lorin Maazel. Doch bis auf eine seltene Ausnahme legt das Label Profil Hänssler hier nur rechtefreie Zweitverwertungen vor. Weiter...
    (Dr. Jürgen Schaarwächter, )
blättern

Alle Kritiken von Profil - Edition Günter Hänssler...

Weitere CD-Besprechungen von Dr. Jürgen Schaarwächter:

  • Zur Kritik... Pianistik vom Allerfeinsten: Das Klavierduo Martin Jones und Adrian Farmer widmet sich überraschend herzerwärmenden Kompositionen von Camille Saint-Saens. Weiter...
    (Dr. Jürgen Schaarwächter, )
  • Zur Kritik... Klingende Resterampe: Eine weitere 'Ramschverwertung' aus dem Hause Brilliant mit Chorwerken der Renaissance. Weiter...
    (Dr. Jürgen Schaarwächter, )
  • Zur Kritik... Neues aus Preußen: Leider nutzt das Ensemble Tempesta di Mare nicht das ganze Spektrum der gebotenen Möglichkeiten bei seiner Auseinandersetzung mit der Musik Johann Gottlieb Janitschs. Weiter...
    (Dr. Jürgen Schaarwächter, )
blättern

Alle Kritiken von Dr. Jürgen Schaarwächter...

Weitere Kritiken interessanter Labels:

  • Zur Kritik... Verdienstvoll: Dieser dritte Teil der interessanten Reihe mit Passionskantaten von Christoph Graupner erfreut: Dessen kompositorische Stimme immer weiter zu stärken, so wie Florian Heyerick das mit seinem Ensemble Ex Tempore tut, ist höchst verdienstvoll. Weiter...
    (Dr. Matthias Lange, )
  • Zur Kritik... Wenig Emotion, Glanz und editorische Sorgfalt: Die um 1700 erstmals publizierte, in ihrem Umfang übersichtliche Cembalo-Musik dieser beiden Organisten, die am Hofe des Sonnenkönigs Louis XIV tätig waren, ist bereits in exzellenten Aufnahmen präsent, mit denen Yago Mahugo kaum konkurrieren kann. Weiter...
    (Dr. Hartmut Hein, )
  • Zur Kritik... Große Erzählung: Ralf Otto macht diese Produktion zu einem echten Erlebnis, zwischen theologischem Diskurs und Trauerspiel. Eine unbedingt hörenswerte, in ihrer textverständlichen Natürlichkeit eindrückliche Matthäus-Passion. Weiter...
    (Dr. Matthias Lange, )
blättern

Alle CD-Kritiken...

Magazine zum Downloaden

NOTE 1 - Mitteilungen (4/2019) herunterladen (1559 KByte)

Anzeige

Jetzt im klassik.com Radio

Peter Tschaikowsky: Grande Sonate G-Dur op.37 TH 139 - Moderato e risoluto

CD kaufen


Empfehlungen der Redaktion

Die Empfehlungen der klassik.com Redaktion...

Diese Einspielungen sollten in keiner Plattensammlung fehlen

weiter...


Portrait

Isabelle van Keulen im Portrait "Mir geht es vor allem um Zwischentöne"
Isabelle van Keulen im Gespräch mit klassik.com über ihre Position als Artist in Residence der Deutschen Kammerakademie Neuss am Rhein, historische Aufführungspraxis und das Spielen ohne Dirigent.

weiter...
Alle Interviews...


Sponsored Links

Anzeige

Hinweis:

Mit Namen oder Initialen gekennzeichnete Beiträge geben die Meinung des Verfassers, nicht aber unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.

Die Bewertung der klassik.com-Autoren:

Überragend
Sehr gut
Gut
Durchschnittlich
Unterdurchschnittlich