> > > Castelnuovo-Tedesco, Mario: Cellokonzerte: Brinton Smith, Houston Symphony Orchestra, Kazuki Yamada
Donnerstag, 27. Juni 2019

Castelnuovo-Tedesco, Mario: Cellokonzerte - Brinton Smith, Houston Symphony Orchestra, Kazuki Yamada

Spannungsgeladene Cello-Soli


Label/Verlag: Naxos
Detailinformationen zum besprochenen Titel


Eine erste Einspielung von Castelnuovo-Tedescos Cellokonzert op. 72 und seinen Cello-Transkriptionen.

Mario Castelnuovo-Tedesco (1895–1968) ist in erster Linie als Filmkomponist bekannt – seine zweite Karriere, nachdem er als bereits berühmter Pianist und Komponist 1938 das faschistische Italien verließ und in den USA für die MGM-Filmstudios zu komponieren begann, ohne die klassischen Werke zu vernachlässigen. Die neue, bei Naxos erschienene CD fokussiert auf Castelnuovo-Tedescos Cello-Leidenschaft. Es ist die erste professionelle CD, auf der seine Cellowerke und Cellotranskriptionen zu hören sind. Schon in den 20er Jahren begann Castelnuovo-Tedesco sich für das Cello zu begeistern, in den USA verstärkt durch Piatigorsky, einem Vollblutcellisten mit erstaunlicher Technik und ungewöhnlichen Farbklang. Für ihn komponierte Castelnuovo-Tedesco das sehr anspruchsvolle Cellokonzert op. 72, um dessen Virtuosität herauszufordern. Über 80 Jahre nach der Toscanini-Piatigorsky-Premiere ist mit Brinton Averil Schmith, dem Ersten Cellist des Houston Symphony Orchestra, diese Komposition zu hören.

Deutlich von filmischer Spannungsdramaturgie geprägt, oszillieren die drei Sätze des Cellokonzerts zwischen orchestralem Filmepos und spannungsgeladenen Cello-Soli. Souverän jagt Smith im ersten Satz 'Sostenuto ed appassionato' die Tonskalen gipfelstürmend hinauf und melancholisch hinunter, verdichtet unheilschwanger. Immer wieder leuchten hoffnungsvolle Melodien auf, das dasHouston Symphony unter dem Dirigat von Kazuki Yamada samtig untermalt oder wuchtig umhüllt. Fröhlich beschwingt macht er im 'Allegretto gentile' mit tänzerischer Rhythmik das Leben von der unbeschwerten Seite hörbar. Das Orchester flirrt impressionistisch im Hintergrund, Geigen und Flöten, Glockenspiele umschwirren vergnügt die Cello-Melodien, lassen die Welt als sonniges Paradies assoziieren. Die Szenerie betrübt sich im 'Vivo ed impetuoso' mit tiefer und weiter ausholender Herzschmerz-Ansage des Cellos, die immer schneller in schwindelerregenden Höhen kreist, abtrudelt und in langen Bögen der Sehnsucht Raum gibt, wobei das Orchester lyrische Erinnerungsmomente einspielt. In immer wuchtigerer Dynamik und kürzeren Entspannungsphasen spitzt sich die Gefühlslage zu und endet mit heroischem Pathos.

In den folgenden Transkriptionen, der 'Don Giovanni'-Serenade, noch mehr in den Cherubini-Arien 'Voi che sapete' und 'Non so più', kontrastiert Smith, trotz der Orientierung an den Violinstimmen, reizvoll durch den satten Klang des Cellos. Bei den Ravel-Stücken 'Miroirs IV und V' veränderte Castelnuovo-Tedesco kein einzige Note, fügte die Cello-Stimme nur hinzu. Brinton Averil Smith interpretiert die Stücke wunderbar subtil bis zum letzten Verhauchen der Töne, perfekt abgestimmt dazu Evelyn Chen am Klavier. Umso schmissiger wirkt anschließend Rossinis berühmte 'Figaro'-Arie. Mutig und stilsicher kristallisiert Smith die witzigen Klangelemente heraus, dekliniert mit Chen parodistisch schwerelos alle Stimmungslagen dieses Figaro-Porträts und versetzt mit wirbelwindmäßiger Rhythmik in Opera-buffa-Atmosphäre. Mit 'Sea Murmurs', eine der frühesten Transkriptionen (1934) für Violine, durch Heifetz‘ Interpretation berühmt geworden und von Brinton Averil Smiths zum ersten Mal mit Cello gespielt, klingt die CD balsamisch aus.


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Detail-Informationen zum vorliegenden Titel:



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    Castelnuovo-Tedesco, Mario: Cellokonzerte: Brinton Smith, Houston Symphony Orchestra, Kazuki Yamada

Label:
Anzahl Medien:
Veröffentlichung:
Naxos
1
08.06.2018
Medium:
EAN:

CD
747313382071


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Castelnuovo - Tedesco, Mario


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Naxos

Als der Unternehmer Klaus Heymann 1982 für seine Frau, die Geigerin Takako Nishizaki in Hongkong das Plattenlabel Marco Polo gründete, war dies der Beginn einer beispiellosen Erfolgsgeschichte. Fünf Jahre später rief Heymann das Label NAXOS ins Leben, das in der Klassikwelt längst zur festen Größe geworden ist und es bis heute versteht, hohe Qualität zu günstigen Preisen anzubieten. Der einzigartige und sich ständig erweiternde Katalog des Labels umfasst mittlerweile über 8.000 CDs mit mehr als 130.000 Titeln - von Kostbarkeiten der Alten Musik über sämtliche berühmten "Klassiker" bis hin zu Schlüsselwerken des 21. Jahrhunderts. Dabei wird der Klassik-Neuling ebenso fündig wie der Klassikliebhaber oder -sammler. International bekannte Künstler wie das Kodály Quartet, die Geigerin Tianwa Yang, der Pianist Eldar Nebolsin und die Dirigenten Marin Alsop, Antoni Wit, Leonard Slatkin und Jun Märkl werden von NAXOS betreut. Darüber hinaus setzt NAXOS modernste Aufnahmetechniken ein, um höchste Klangqualität bei seinen Produktionen zu erreichen und ist Vorreiter in der Produktion von hochauflösenden Blu-ray Audios - Grund genug für das renommierte britische Fachmagazin "Gramophone", NAXOS zum "Label of the Year" 2005 zu küren. Auch im digitalen Bereich nimmt NAXOS eine Vorreiterrolle ein: Bereits seit 2004 bietet das Label mit der NAXOS MUSIC LIBRARY ein eigenes Streamingportal mit inzwischen über 1 Million Titel an und unterhält mit ClassicsOnline zudem einen eigenen Download-Shop.


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